Esloher Komponist vertont Otfried Preußlers Welterfolg „Die kleine Hexe“

„Meine Frau Veronika te Reh und ich schreiben und produzieren seit über 40 Jahren Musiktheaterstücke mit Kindern und Jugendlichen. Unser 26. Stück war das Musical „Ein Sommernachtstraum“ nach William Shakespeare, das wir 2023 letztmalig aufführten. Wir hatten danach überlegt, Astrid Lindgrens „Ronja Räubertochter“ zu bearbeiten – eine Idee, die wir schon vor 30 Jahren einmal im Kopf hatten. Bezüglich der Rechte nahm ich Kontakt zum Theaterverlag Weitendorf in Hamburg auf, der die Rechte an fast allen großen Kinderbuch-Autoren wie Otfried Preußler, Michael Ende, Paul Maar, Astrid Lindgren oder Erich Kästner besitzt. Da die Rechte schon vergeben waren, bekamen wir dafür keine Zustimmung. Stattdessen fragte der Lektor des Verlags, Claus Woschenko, ob wir nicht Interesse hätten, Otfried Preusslers „Die kleine Hexe“ zu einem Musical zu verarbeiten. Da es sich dabei um eines der meistgelesenen Kinderbücher weltweit handelt, haben wir uns ausführlich mit der Geschichte auseinandergesetzt, um zu sehen, ob sie unsere Fantasie anregt, sich aber auch in eine dramatische Form bringen und mit unseren Möglichkeiten umsetzen lässt. Alle diese Bedingungen waren gegeben, sodass wir uns entschieden, die kleine Hexe in Angriff zu nehmen.“

Premiere am 29. September im Stadttheater Lippstadt

Vor einigen Tagen, am Sonntag, 29. September wurde das Musical „Die kleine Hexe“ mit großem Erfolg im Stadttheater Lippstadt uraufgeführt. Um 11:00 Uhr und um 16:00 Uhr brachte das von Königs Frau, Veronika te Reh, dirigierte Ensemble von fast einhundert jungen und älteren Schauspielerinnen, Schauspielern, Sängern und Tänzern eindrucksvoll auf die Bühne. Wolfgang König: „Otfried Preußler hat eine wunderbare Sprache und ein wahres Gespür dafür, was Kindern wichtig ist und was sie verstehen. Er hat diese Geschichte 1957 für seine eigenen Kinder geschrieben, die Angst vor bösen Hexen hatten. Er wollte ihnen diese Angst nehmen. Das ist ihm mittlerweile millionenfach in der ganzen Welt gelungen.“

Szene aus dem Musical „Die kleine Hexe“ – Hexentanz am Blocksberg

Sauerländer Schützenfest auf der Bühne

Der in Eslohe geborene und aufgewachsene König hat mit Freude und Leidenschaft die Musik für das berühmte Kinderbuch komponiert: “ Für mich als Komponist ist interessant, dass Preußler einige Situationen beschreibt, die mich stark an meine Kindheit erinnern und musikalische Erinnerungen hervorrufen, die ich jetzt wieder einbringen kann. Das betrifft beispielsweise die Marktszene mit dem billigen Jakob und der entsprechenden Leierkastenmusik, aber auch die Schützenfestszene, die die Blasmusik und vor allem den Esloher Schützenmarsch meines Vaters in meinen Kopf zurückholte. Die Erben von Otfried Preußler haben sich nach unserer Entscheidung ausführlich mit unseren Stücken und unserer Arbeit auseinandergesetzt, ihre Zustimmung gegeben und uns „Die kleine Hexe“ ihres Vaters anvertraut. Da wir nie ein Stück nur schreiben, sondern es immer mit den Chören meiner Frau an der Schule für Musik im Kreis Warendorf auch auf die Bühne bringen, vollzieht sich der Entwicklungsprozess eines neuen Musicals immer gleichzeitig auch praktisch. Insofern entstehen bei uns ausnahmslos Stücke, die aufführbar sind und nicht wegen unmöglicher Anforderungen in einem Schreibtisch verschwinden. Dadurch dauert die Entwicklung eines Stückes aber auch immer länger, weil jeder Schritt sofort mit unseren Kindern und Jugendlichen auf seine Umsetzbarkeit hin überprüft wird.“

Lautstarker und langanhaltender Applaus für Wolfgang König und Veronika de Reh nach der Premiere in Lippstadt

Weitere Aufführung am 1. Dezember

Nach mehr als einem Jahr Vorbereitungszeit fand die Uraufführung des Musicals „Die kleine Hexe“ am 29. September 2024 in dem neu restaurierten Stadttheater in Lippstadt statt. Beteiligt waren 100 Kinder und Jugendliche der Schule für Musik im Kreis Warendorf und eine Band mit hervorragenden Musikern. König: „Wie immer führte meine Frau Regie, ich habe die musikalische Leitung übernommen.“ Dank der überaus erfreulichen Nachfrage wird in der Vorweihnachtszeit noch eine Vorstellung nachgeschoben: am 1. Dezember 2024 um 16:00 Uhr.

Und noch ein Tipp von Wolfgang König: „Das Musical „Die kleine Hexe“ hat eine abendfüllende Länge. Ein Besuch mit ganz kleinen Kindern wird daher nicht empfohlen. Ansonsten ist das Stück für alle Kinder, Erwachsenen und Senioren gedacht und geeignet, die Lust haben, sich von der Fröhlichkeit der kleinen Hexe, der Lebendigkeit der vielen mitwirkenden Kinder und Jugendlichen, einem bezaubernden Bühnenbild und viel Musik mit Ohrwurm-Charakter begeistern zu lassen. „Sauerländer Flair“ wird da und dort durchschimmern …“