Eine ungewöhnlich gewöhnliche Geschichte aus dem Sauerland um 1900

Quelle: Ausschnitt

„1887 kommt eine junge Frau nach Cobbenrode: Anna Kalthoff, abgeordnet als Lehrerin. Damals setzt die Welt Frauen wie ihr enge Grenzen, beispielsweise durften Lehrerinnen nicht heiraten. Aber Anna ließ sich nicht kleinmachen. Sie wird ihre große Liebe heiraten, die dann bald stirbt – woraufhin Anna die Geschäfte dieses Mannes übernimmt und Leiterin der Postagentur und des zugehörigen Gasthofes wird. Damit sitzt plötzlich eine Frau an der Schaltstelle des Dorfes.“ Das antwortet der Autor Henning Sußebach auf die Frage: Sie beschreiben Anna als Lehrerin in Cobbenrode. Wer war sie?

Ausschnitte WOLL-Interview

WOLL: Welche biografischen Wendepunkte waren entscheidend?
Henning Sußebach: Die Art, wie Anna lebte. Zuerst schmeißt sie ihren Job als Lehrerin, um zu heiraten, wird dann früh Witwe – und schließt später eine zweite Ehe mit einem Mann, der 19 Jahre jünger war. Das muss in der Provinz ein Skandal gewesen sein und zugleich ein Statement. Auch, mit 44 Jahren noch einmal Mutter zu werden, gehört zu dieser Eigenständigkeit: Sie nahm sich, was sie zum Leben wollte – Arbeit, Liebe, Freiheit.

WOLL: Welche Rolle spielte Cobbenrode konkret?
Henning Sußebach:
Das Dorf ist kein bloßer Hintergrund, sondern die Welt, in der Annas Geschichte spielt – und der Ort, den sie durch ihre Eigenwilligkeit ein wenig verändert.

Wer jetzt neugierig geworden ist und erfahren will, wie Annas Leben in Cobbenrode verlief, der kann oder muss sich schnell das Buch ANNA ODER: WAS VON EINEM LEBEN BLEIBT von Henning Sußebach in der Buchhandlung besorgen. Bei der Redaktion des WOLL-Magazins kann das Buch ebenfalls bestellt werden. E-Mail an: redaktion@woll-magazin.de

Quelle: Cover

Hennings Sußebach: ANNA ODER: WAS VON EINEM LEBEN BLEIBT – Die Geschicht meiner Urgorßmutter – Verlag C.H. BECK, 206 Seiten – ISBN: 978-3406836-26-8/23,00 Euro