
Ein Konzertabend von seltener Intensität und Tiefe: Am Sonntag, 22. Februar, erlebte das Sauerlandtheater eine Europa-Premiere, die dem Begriff Ereignis gerecht wurde. Das neue Requiem des argentinischen Weltstars Martin Palmeri wurde erstmals auf europäischem Boden aufgeführt – und Arnsberg wurde für über 90 Minuten zum Zentrum einer berührenden, weltumspannenden Musik.
Was Palmeri geschaffen hat, ist kein Requiem der Schwere und des Abschieds, sondern – wie der Komponist selbst betonte – ein „Requiem für das Leben“. Lateinische Messtexte, südamerikanische Tangorhythmen, jazzige Farben und klassische Klangfülle verschmolzen zu einem Werk voller Hoffnung, Wärme und innerer Bewegung. Das Publikum folgte dieser musikalischen Erzählung mit spürbarer Spannung – und dankte am Ende mit minutenlangem, stehenden Applaus.
Mitwirkende aus vier Ländern
Auf der Bühne vereinten sich rund 160 Mitwirkende aus vier Ländern zu einem eindrucksvollen Klangkörper: ein großes Symphonieorchester mit Schlagwerk, Klavier und Bandoneon, drei herausragende Solistinnen und Solisten sowie ein mächtiger Chor mit über 100 Sängerinnen und Sängern. Die Bayer-Philharmoniker sorgten für orchestrale Wucht und zugleich für feine Transparenz, sensibel geführt vom spanischen Dirigenten Jesús Ortega Martínez.

Glanzpunkte setzten die Solisten: die Kölner Sopranistin Agnes Lipka mit leuchtender Höhe und großer Ausdruckskraft, der Tenor Markus Francke mit warmen, erdigen Farben sowie der britische Grammy-Preisträger Paul Phoenix, dessen Stimme dem jüdischen Männer-Solo eine besondere spirituelle Tiefe verlieh. Eine Schlüsselrolle übernahm das Bandoneon, virtuos gespielt von Christian Gerber, der Palmeris Musik jene unverwechselbare atmende Spannung verlieh.
Zeichen kultureller Offenheit
Auch die Chorarbeit beeindruckte nachhaltig: Das Arnsberger Forum Vocale, der rumänische Spitzenchor Corul Regal sowie das Projekt 007 formten unter der Gesamtleitung von Matthias Regniet ein homogenes, zugleich hochdifferenziertes Klangbild – kraftvoll im Tutti, berührend in den leisen Momenten.

Dass dieser Abend mehr war als ein Konzert, wurde bereits in den einleitenden Worten von Arnsbergs Bürgermeister Ralf Paul Bittner deutlich. Dazu gehörte auch die Anwesenheit des äußerst sympathischen Komponisten dieses einzigartigen Musikstückes, Martin Palmeri, der selbst am Flügel das Konzert musikalisch begleitete. Die Aufführung war zugleich ein Zeichen kultureller Offenheit, internationaler Freundschaft und musikalischer Exzellenz – und ein würdiger europäischer Auftakt für ein Werk, das seinen Weg auf die großen Bühnen des Kontinents antreten wird.
Arnsberg darf stolz sein: Diese Europa-Premiere wird in Erinnerung bleiben.




