Ein Juwel jüdischer Kultur im Sauerland

Synagoge von Marsberg-Padberg

Die Synagoge von Marsberg-Padberg ist jetzt eine Erinnerungsstätte

Im Ensemble der neu gestalteten Dorfmitte ist die Padberger Synagoge leicht zu übersehen. Rund um den Dorfplatz reiht sich ein idyllisches Fachwerkhaus an das nächste, auch das kleinste unter ihnen, etwas nach hinten versetzt. Nur eine Hinweistafel am Eingangszaun weist darauf hin, dass gerade dieses Kleinod zu den bedeutenden Gebäuden in der Region zählt. Was aussieht wie ein kleines Wohnhaus ist eine der wenigen erhaltenen Fachwerk-Synagogen in Westfalen.

„Sie sollte sich ganz bewusst und gleichberechtigt in das bestehende Ortsbild einfügen!“ erklärt Claudia Linnenbrink, die ehrenamtlich durch die Synagoge führt. Die Juden in Padberg  Juden lebten seit 1723 unter dem Schutzbrief der Adelsfamilie „Herren von Padberg. Immer mehr Juden zog es deshalb hierher, sie lebten als Bauern, Metzger, Bäcker oder Händler mitten im Ort. Es fehlte aber ein Gotteshaus, und so wurde dann 1799 die Synagoge am zentralen Marktplatz gebaut. „Prozentual zur Bevölkerung war der Synagogenbezirk Padberg die zweitgrößte jüdische Gemeinde in Westfalen!“, ergänzt Claudia Linnebrink. Zum Bezirk gehörten damals weitere drei Marsberger und vier Briloner Dörfer.

Erinnerungen bewahren
Bis zum Ende des Ersten Weltkriegs ging die jüdische Bevölkerung im Synagogenbezirk spürbar zurück, und in der Not der Nachkriegszeit wanderten viele von ihnen aus. Ende der 1920er Jahre löste sich die jüdische Gemeinde in Padberg auf, und die Synagoge wurde entweiht. Im Nachhinein ein Glücksfall, denn weil ein Dachdecker das Gebäude 1931 als Geräteschuppen kaufte, entging die ehemalige Synagoge der Zerstörung durch die Nationalsozialisten wenige Jahre später. Während im November 1938 viele Synagogen in Deutschland brannten, blieb das ehemalige Gotteshaus in Padberg verschont.


Allerdings war der Fortbestand des historischen Gebäudes damit nicht gesichert. Wenig bis nichts erinnerte mehr an die frühere Nutzung, an der Frontseite war ein großes Scheunentor eingebaut worden. 1979 kaufte schließlich die Stadt Marsberg das Gebäude, und zwölf Jahre später begann die Restaurierung. „Anhand von alten Fotos und Bauplänen wurde die Scheune Schritt für Schritt innen und außen in den Urzustand zurückgebaut“, schildert Claudia Linnenbrink die „Wiedergeburt“ der Synagoge als Erinnerungsstätte für jüdisches Landleben in der Region. Die Frauenempore im ersten Stock ist wiederhergestellt, von dort blickt man hinunter in den Gebetssaal. An den Wänden hängen Bilder der fünf jüdischen Friedhöfe rund um Marsberg, noch eindringlicher sind eingerahmte Pässe von jüdischen Familien aus der NS-Zeit. Mit dabei auch ein Brief aus Obermarsberg, in dem Bürger angeschwärzt wurden, die noch in jüdischen Geschäften eingekauft haben. „Es ist ein Unterschied, ob man von diesen Dingen nur hört oder sie schwarz auf weiß sieht und liest!“ weiß Claudia Linnenbrink aus ihren Führungen.

Die Padberger Synagoge ist nur nach Anmeldung zu besichtigen:
Infos dazu unter:
www.ring-padberg.de

Padberg bij Marsberg heeft vakwerk-synagoge
Aan het nieuwe centrum van Padberg (gemeente Marsberg) staat op het oog een normaal huis. Maar een informatiebord bij het hek maakt duidelijk, dat het om een van de belangrijkste gebouwen in de streek gaat. Wat eruit ziet als een woonhuisje is een van de weinige, overgebleven synagogen in vakwerkstijl in Westfalen.
Einde 1920er jaren besloot de Joodse gemeenschap zich in Padberg op te heffen, bij het gebrek aan leden. Achteraf een geluk, want in 1931 kocht een dakdekker het gebouw voor zijn gereedschappen, zodat de voormalige synagoge in november 1938 niet door brand verloren ging. Inmiddels is het gerestaureerd en nu een gedenkmonument voor het Joodse leven op het platteland. De synagoge kan na aanmelding worden bekeken (TB).