
Zwei Orte, ein starkes Miteinander
Am 1. Januar 1975 wurden Dorlar und Sellinghausen Teil der neuen Stadt Schmallenberg – seitdem schreiben beide Ortsteile je ihre ganz eigene Erfolgsgeschichte. Heute leben in Dorlar 900 Menschen, in Sellinghausen 183 (jeweils 31. Dezember 2024) und profitieren von Tradition, Gemeinschaftsgeist und moderner Infrastruktur.
Dorlar
Erstmals 1273 genannt, liegt Dorlar auf etwa 340 m NN an der Kreuzung von Bundes- und Kreisstraße. Gleich nach der Eingemeindung sorgte man dafür, dass dörfliche Prägung und Grundversorgung erhalten blieben: Lebensmittelgeschäft, Gasthaus „Zur Linde“ und Pfarramt garantieren das Dorfgefühl noch heute. In den späten 1970er und 1980er Jahren wurden die B236 und die Kreisstraße 20 ausgebaut, um Verkehrsströme zu beruhigen und Schmallenberg besser anzubinden.
Ab 2004 schlug Dorlar ein neues Kapitel auf: Die stillgelegte Bahntrasse Altenhundem–Schmallenberg avancierte zum „SauerlandRadring“. Radstation und kleines Bahnhofsmuseum machen Dorlar zum unverzichtbaren Etappenort für Tourenfahrer und Wanderer. 2023 feierte das Dorf sein 750-jähriges Jubiläum mit Festprogramm, Kirchenrenovierung und historischem Markt – ein Höhepunkt bürgerschaftlichen Engagements.
Seit 2018 ist Dorlar per Glasfaserkabel schnell und verlässlich ans Internet angeschlossen. Homeoffice, digitale Startups und Kulturformate wie „Kunst im Bahnhof“ oder Lesereihen im Dorfgemeinschaftshaus haben sich etabliert und bringen Generationen zusammen.
Sellinghausen
Rund zwei Kilometer nordöstlich und auf 432 Metern NN erstreckt sich Sellinghausen, das 1336 erstmals als „Selinchusen“ urkundlich verankert wurde. Traditionell dominieren hier Landwirtschaft und Forst, während der historische „Bergmannspfad“ bis 2011 an die Schiefergruben-Vergangenheit erinnerte.
Mit der Dorferneuerung ab 2008 entstand rund um den Ortsrand ein Landschaftsschutzgebiet, das Offenland und Streuobstwiesen bewahrt. Fördermittel flossen in die Sanierung alter Fachwerkhäuser, in neue Dorfplätze und in verbesserte Wanderweg-Beschilderungen.
Zunehmend prägt seit 2010 sanfter Tourismus das Bild: Leer stehende Höfe verwandelten sich in gemütliche Ferienwohnungen, regionale Gasthöfe bieten Wander- und Kulturpakete an. Unter dem Dach des Vereins „Wir in Sellinghausen e. V.“ organisieren Anwohner Feste, Pflegeaktionen und arbeiten aktuell an einem Heimatbuch, da die reiche Geschichte des Dorfes dokumentiert.
Gemeinsamer Blick nach vorn
Dorlar und Sellinghausen zeigen, wie im Zusammenspiel von Traditionsbewusstsein, ehrenamtlichem Engagement und moderner Technik lebendige Dörfer entstehen. Ob Kultur im alten Bahnhof, Fahrrad-Reisen über den SauerlandRadring oder Landschaftsschutz als Naturoase – beide Orte stehen für das, was Schmallenberg ausmacht: Vielfalt, Zusammenhalt und Zukunft.




