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Der Frühling hält Einzug ins Sauerland, die Wiesen werden saftig grün und der erste Rasenschnitt steht an. Sie holen Ihren treuen Mäher aus dem Schuppen, ziehen am Starterseil und… nichts. Oder er stottert nur widerwillig. Ein bekanntes Szenario, das aber nicht sofort einen teuren Werkstattbesuch bedeuten muss.
Gerade im Sauerland, wo unsere Gärten oft am Hang liegen und der ein oder andere Stein im Boden lauert, wird die Technik besonders beansprucht. Doch viele der häufigsten Defekte können Sie mit etwas Geschick und den richtigen Rasenmäher Ersatzteilen und Zubehör selbst beheben. Packen wir’s an!
Wichtig: Sicherheit geht vor! Bevor Sie mit einer Reparatur beginnen, ziehen Sie immer den Zündkerzenstecker ab. So verhindern Sie, dass der Motor versehentlich anspringt, während Sie am Messer oder Antrieb arbeiten.
Defekt 1: Der Motor startet nicht
Das ist der Klassiker. Bevor Sie in Panik verfallen, gehen Sie diese drei häufigsten Ursachen durch.
- Das Problem: Altes Benzin, eine verschmutzte Zündkerze oder ein verstopfter Luftfilter. Benzin verliert über den Winter an Zündfähigkeit.
- Die DIY-Lösung:
- Benzin prüfen: Riecht das Benzin im Tank noch frisch oder schon muffig? Im Zweifel altes Benzin ablassen (in einem geeigneten Behälter auffangen und fachgerecht entsorgen!) und frisches einfüllen.
- Zündkerze reinigen/tauschen: Schrauben Sie die Zündkerze mit einem Zündkerzenschlüssel heraus. Ist sie schwarz und verrußt? Reinigen Sie die Kontakte vorsichtig mit einer Drahtbürste. Ist sie stark abgenutzt oder ölig, ist ein Austausch fällig. Eine neue Zündkerze kostet nur wenige Euro.
- Luftfilter kontrollieren: Der Luftfilter sitzt meist unter einer Plastikabdeckung. Klopfen Sie Papierfilter vorsichtig aus. Schaumstofffilter können Sie in etwas Spülmittelwasser auswaschen (danach gut trocknen lassen!). Ist der Filter stark verschmutzt oder ölig, muss ein neuer her.
- Sauerland-Tipp: Ersatzteile wie Zündkerzen und Luftfilter für gängige Modelle (z.B. von Briggs & Stratton) bekommen Sie nicht nur im Fachhandel, sondern oft auch im gut sortierten Baumarkt oder beim Landhandel (z.B. Raiffeisen) in Arnsberg, Meschede oder Brilon.
Defekt 2: Der Motor läuft unrund und stottert
Wenn der Motor anspringt, aber klingt, als hätte er Schluckauf, liegt das oft an der Kraftstoff- oder Luftzufuhr.
- Das Problem: Meist ist der Vergaser leicht verschmutzt oder es befindet sich Wasser im System.
- Die DIY-Lösung:
- Vergaser-Reiniger: Eine einfache erste Maßnahme ist die Verwendung eines Vergaser-Reiniger-Sprays, das Sie direkt in die Luftansaugung sprühen können. Oft löst das schon kleine Verharzungen.
- Kraftstofffilter prüfen: Falls Ihr Mäher einen hat (ein kleines Teil in der Benzinleitung), prüfen Sie, ob dieser verschmutzt ist und tauschen Sie ihn bei Bedarf aus.
- Sauerland-Tipp: An steilen Hängen kann es passieren, dass der Motor bei niedrigem Füllstand stottert, weil das Benzin im Tank hin- und herschwappt. Manchmal hilft es schon, den Tank einfach wieder vollzumachen.
Defekt 3: Der Rasenschnitt ist unsauber und ausgefranst
Wenn der Rasen nach dem Mähen eher gerupft als geschnitten aussieht, ist die Ursache fast immer dieselbe.
- Das Problem: Das Mähmesser ist stumpf oder hat durch Steinkontakt Scharten bekommen.
- Die DIY-Lösung:
- Messer ausbauen: Legen Sie den Mäher auf die Seite (Luftfilter nach oben!). Blockieren Sie das Messer mit einem Holzkeil und lösen Sie die zentrale Schraube (oft eine hohe Kraft erforderlich).
- Schärfen oder ersetzen: Kleine Scharten können Sie mit einer Feile oder einem Schleifgerät selbst nachschärfen. Achten Sie darauf, von beiden Seiten gleich viel Material abzunehmen, damit das Messer in der Waage bleibt (Unwucht führt zu Vibrationen und Lagerschäden). Bei großen Scharten oder Rissen ist ein neues Messer die sichere Wahl.
- Sauerland-Tipp: Wegen der oft steinigen Böden hier bei uns lohnt es sich, immer ein Ersatzmesser parat zu haben. So können Sie bei einem Schaden sofort wechseln und das beschädigte Messer in Ruhe schärfen oder ersetzen.
Defekt 4: Der Radantrieb funktioniert nicht mehr
Gerade an unseren Hängen ist ein funktionierender Radantrieb Gold wert. Wenn er streikt, ist oft nur eine Kleinigkeit die Ursache.
- Das Problem: Der Keilriemen für den Antrieb ist gerissen, abgesprungen oder ausgeleiert.
- Die DIY-Lösung: Schauen Sie unter den Mäher. Der Keilriemen läuft vom Motor zu einem Getriebe an der Hinterachse. Prüfen Sie, ob er noch straff sitzt oder Risse hat. Ein Austausch ist meist unkompliziert: Riemen vom alten Getriebe und der Motorwelle abnehmen und den neuen aufziehen. Die genaue Vorgehensweise variiert je nach Modell.
- Sauerland-Tipp: Die ständige Belastung beim Mähen am Hang führt zu einem höheren Verschleiß des Antriebsriemens. Eine jährliche Sichtprüfung vor der Saison ist hier besonders empfehlenswert.
Defekt 5: Die Räder wackeln oder blockieren
Unebener Boden und Hanglagen belasten auch die Räder und deren Lagerung stark.
- Das Problem: Radmuttern haben sich gelöst, oder die Radlager sind verschmutzt oder verschlissen.
- Die DIY-Lösung:
- Nachziehen: Prüfen Sie, ob sich die zentralen Schrauben oder Muttern der Räder gelockert haben und ziehen Sie diese fest.
- Reinigen & Schmieren: Nehmen Sie die Räder ab, reinigen Sie die Achsen und die Innenseite der Räder von altem Gras und Schmutz. Etwas Mehrzweckfett auf die Achsen wirkt Wunder.
- Lager prüfen: Wenn das Rad auch nach dem Festziehen noch viel Spiel hat, ist wahrscheinlich das Radlager verschlissen. Ein Austausch ist möglich, erfordert aber manchmal spezielles Werkzeug.



