
Der Diplom-Ingenieur Franz Andreé (90) aus Neu-Listernohl, der im Auftrag des Ruhrtalsperrenvereins – seit 1990 Ruhrverband – maßgeblich an der Bauausführung der Talsperre beteiligt war, ist als solcher der älteste noch lebende aktive Zeitzeuge und war ebenso als solcher als einziger von Anfang bis Ende dabei. Im Mai 2006 überließ er dem Stadtarchiv Olpe offiziell als Geschenk drei Gästebücher der „Bauleitung Biggetalsperre Attendorn, Gut Ewig“. Der erste Eintrag datiert sich auf den 4. November 1958, der letzte auf den 17. November 1964. WOLL hat mal einen Blick hineingeworfen und geschaut, wer so alles da war …
Als derzeit größte Baustelle Europas fand das Bauwerk der Versorgungssicherheit für Menschen und Maschinen des Reviers, des Hochwasserschutzes und der Energiegewinnung internationale Beachtung, war Exkursionsziel von Schulen und Universitäten bis zur Eliteanstalt Harvard und vielen Experten auf dem weiten Gebiet der Technik. So geben die Gästebücher einen amüsanten Einblick in das unbeschwerte Gemütsleben mancher Studiosi und sind eine illustre Reise quer durch Deutschland und rund um den Globus. Es finden sich Eintragungen von Besuchern aus aller Herren Länder, manche mit einer Zeichnung, andere nur mit Datum und Unterschrift.
- Mexiko, Brasilien, Ecuador, Japan, Thailand, Indien, Pakistan, Nigeria … Die Liste ließe sich beliebig fortsetzen. Menschen aller Kontinente haben sich in die Gästebücher eingeschrieben. Wann war das Biggetal jemals wieder Anlaufstelle für Menschen aus aller Welt?
- Natürlich war auch der damalige NRW-Minister-präsident Franz Meyers (CDU) vor Ort. Der Eintrag ist vom 9. November 1960, heißt im zweiten Jahr seiner Amtszeit, die 1966 durch ein konstruktives Misstrauensvotum endete.
- Angehende Ingenieure aus Hagen brachten mit Dortmunder Union ihr eigenes Bier mit. Ob sie das Helle aus dem Pott, das dem Vernehmen nach das erste Exportbier überhaupt war, im Sauerland etablieren wollten, ist unklar. Sicher aber wussten sie nach ihrem Besuch, dass es hier das beste Pils gibt.
- Ihren ganz persönlichen Beitrag zum Einstau des Biggesees leistete die Staatliche Ingenieurschule für Bauwesen, Essen …
von B. Engel [Text/Fotos], Stadtarchiv Olpe [Textquelle]
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Diese und weitere interessante Geschichten lesen Sie in der Sommer-AUSGABE 2015 unseres MagazinsWOLL – RUND UM BIGGESEE UND LISTERSEE
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