
Wie aus handwerklichem Können, einer Idee und italienischer Leidenschaft ein zukunftsträchtiges Startup entstand
Manchmal beginnt eine Erfolgsgeschichte nicht mit einem Businessplan oder einer Millioneninvestition. Manchmal beginnt sie mit einem Pizzateig. Oder genauer gesagt: mit „L’impasto“. So heißt das junge Unternehmen aus Schmallenberg. Auf Italienisch bedeutet der Name schlicht „Der Teig“. Und damit ist eigentlich schon beschrieben, worum sich bei Francesco Lattanzi, Giuseppe Esposito und Salvatore Cioffi alles dreht.
Giuseppe kam 2014 aus Italien ins Sauerland. Im Bacio in Schmallenberg arbeitete er zunächst als Barkeeper, später als Pizzabäcker. Aus dem Job wurde Leidenschaft, aus der Leidenschaft schließlich Selbstständigkeit. Und dann kam Corona.
Als das öffentliche Leben weitgehend stillstand und Gastronomie zeitweise kaum möglich war, begann Giuseppe nachzudenken: Warum sollte man einen richtig guten, handwerklich hergestellten Pizzateig eigentlich nur in der Pizzeria bekommen? Müsste es nicht möglich sein, ihn so vorzubereiten, dass jeder daraus zu Hause mit eigenen Zutaten und im eigenen Backofen innerhalb weniger Minuten eine richtig gute Pizza machen kann?
Die Idee war da – entstanden in einer stillen Stunde und, wie es sich für eine italienische Gründergeschichte fast gehört, bei einem Glas Rotwein.
Dann begann die eigentliche Arbeit. Giuseppe experimentierte mit Rezepturen, Temperaturen, Ruhezeiten und Verarbeitung. Es wurde geknetet, gebacken, probiert, verändert und wieder von vorne begonnen. Bis irgendwann ein Ergebnis entstand, das seinen Vorstellungen entsprach.
Aus Handwerk wird Geschäftsmodell
Die Idee teilte Giuseppe mit Francesco Lattanzi und Salvatore Cioffi. Die drei kannten sich aus dem Bacio, wo Francesco gelegentlich ausgeholfen hatte. Beruflich war er im Vertrieb verschiedener Unternehmen unterwegs und brachte damit eine ganz andere Perspektive ein. Handwerkliches Können auf der einen, Erfahrung in Vertrieb und Vermarktung auf der anderen Seite – eine Kombination, aus der mehr werden konnte.
Auch der Trend, Lebensmittel online zu bestellen und hochwertige Convenience-Produkte zu Hause zuzubereiten, spielte ihnen in die Karten. Jetzt fehlte nur noch ein Name. Ein Freund hatte die verblüffend einfache Idee: Nennt das Produkt doch einfach das, was es ist. L’impasto – „Der Teig“.
Zunächst entstanden die ersten Produkte nebenbei in der kleinen Pizzeria. Dann bot ein befreundeter Marktleiter die Chance, die Pizzaböden in seinem Lebensmittelmarkt zu testen. Die Kunden griffen zu. Aus dem Versuch wurde ein Geschäftsmodell, aus dem Pizzateig ein Startup.
Heute ist L’impasto offiziell Lebensmittelhersteller und damit der Industrie- und Handelskammer zugeordnet. Seine Wurzeln aber liegen unverkennbar im Handwerk: im Wissen um einen guten Teig, im Ausprobieren, Anfassen, Kneten und Backen. Inzwischen verbinden die Gründer dieses Wissen mit moderner Produktion, innovativen Verfahren und professionellem Vertrieb.
Die Geschichte passt damit bestens ins Sauerland – ins Macherland. Denn sie zeigt, was entstehen kann, wenn Menschen etwas können, eine Idee haben und den Mut besitzen, daraus etwas Neues zu machen. Oder, wie Francesco, Salvatore und Giuseppe es inzwischen selbstbewusst formulieren können: Sie sind die Teigmacher.


Fünf Fragen an die Teigmacher
Was bedeutet L’impasto für euch persönlich?
Der Name bedeutet: „Der Teig“ – und genau der ist das Herz unserer Idee. Ein guter Teig braucht Zeit, Erfahrung und Gefühl. Für uns steht L’impasto aber inzwischen auch für den Mut, aus einer Idee ein Unternehmen zu machen.
Wie wird aus einem Pizzabäcker ein Unternehmer?
Indem man ein Problem erkennt und versucht, eine bessere Lösung zu finden. Wir wollten den Menschen ermöglichen, zu Hause unkompliziert eine Pizza zu backen, die trotzdem nach richtig gutem italienischem Handwerk schmeckt.
Wie wichtig ist das Handwerk für euren Erfolg?
Ohne das handwerkliche Wissen gäbe es L’impasto nicht. Man kann eine Rezeptur berechnen, aber am Ende muss man den Teig verstehen. Man muss ihn fühlen, sehen, riechen und natürlich schmecken.
Was braucht man, um aus einer Idee ein Unternehmen zu machen?
Leidenschaft, Geduld und Durchhaltevermögen. Nicht jeder Versuch funktioniert. Entscheidend ist, daraus zu lernen, weiterzumachen und Menschen zu finden, die unterschiedliche Fähigkeiten einbringen.
Was möchtet ihr jungen Menschen mit auf den Weg geben?
Lernt etwas, das Euch begeistert, und werdet richtig gut darin. Gerade das Handwerk bietet unglaublich viele Möglichkeiten. Wer etwas kann und gleichzeitig offen für neue Ideen bleibt, kann daraus seinen ganz eigenen Weg entwickeln.
Handwerk trifft Unternehmergeist
Italienische Leidenschaft, Sauerländer Bodenständigkeit und jede Menge Unternehmergeist: L’impasto zeigt, dass Innovation nicht immer mit künstlicher Intelligenz, Apps oder Hightech beginnen muss. Manchmal reichen für den Anfang Mehl, Wasser, handwerkliches Können – und eine richtig gute Idee.
Mehr unter: www.limpasto.de
Quelle: L'impasto


