Quelle: Fachhochschule Südwestfalen
Kinder-Uni an der Fachhochschule Südwestfalen in Meschede
Jeden Februar füllt sich mittwochs der Campus der Fachhochschule Südwestfalen in Meschede mit neugierigen, jungen Köpfen – allerdings nicht mit Studierenden, sondern mit Kindern im Alter von 8 bis 12 Jahren. Die Kinder-Uni Meschede gibt es bereits seit 18 Jahren. Rund 4.000 Kinder haben so schon für jeweils vier Wochen Hochschulluft schnuppern dürfen und spannende Einblicke in die Welt der Wissenschaft erhalten.
Der Stoff ist spannend und kindgerecht aufgearbeitet, aber auch für die Eltern oft Neuland. Die dürfen zwar nicht mit in den Hörsaal, können jedoch über eine Videoleinwand im Foyer das Geschehen im Hörsaal mitverfolgen und so gemeinsam mit ihren Kindern lernen. Die Teilnahme an der Kinder-Uni ist kostenfrei, es stehen allerdings maximal 400 Plätze zur Verfügung. Deshalb ist eine frühzeitige Anmeldung ratsam. Außer in Meschede gibt es das Angebot der Kinder-Uni auch an den Fachhochschulen Hagen, Iserlohn, Soest und Lüdenscheid. (Weitere Informationen finden Sie unter www.fh-swf.de/cms/kinder-uni.)
Löcher in der Zeit und wie man sie stopft
Ein spannender Vortrag stammt zum Beispiel von der Diplom-Statistikerin Elke Henke: „Löcher in der Zeit und wie man sie stopft“ – ein Blick auf die Entstehung unseres Kalenders.
Der erste römische Kalender diente der besseren Koordination militärischer Operationen und bestand aus nur zehn Monaten. Der 304 Tage umfassende Kalender begann erst im März, zum Beginn des Arbeitsjahres der Soldaten. Die Zeit zwischen Dezember – dem Erntemonat in der Region – und März blieb vorerst zeitrechnungslos. Noch heute erinnern die Monatsnamen September (lat. septem = sieben) bis Dezember (lat. decem = zehn) daran, dass es ursprünglich nur zehn Monate gab. Erst später wurde diese Lücke mit Januar und Februar – zumindest annähernd – geschlossen. Denn dieser Kalender umfasste nur 355 Tage.
Im Laufe der römischen Republik wurde der Kalender zunehmend unübersichtlich, denn alle paar Jahre sollte ein zusätzlicher Schaltmonat die Abweichung zum Sonnenjahr ausgleichen. Dieser wurden jedoch oft politisch willkürlich eingesetzt, etwa um die Dienstzeiten zu verlängern oder zu verkürzen. Als Julius Caesar 46 v. Chr. die Macht übernahm, war der Kalender bereits mehrere Monate aus dem Takt geraten.
Er kam, sah und änderte den Kalender
Caesar beseitigte das Chaos mit der Einführung des julianischen Kalenders, der sich konsequent am Sonnenjahr orientierte. Das Jahr erhielt 365 Tage, ergänzt durch ein Schaltjahr alle vier Jahre. Die Monatslängen wurden – mit Ausnahme des Februars – abwechselnd auf 31 und 30 Tage festgelegt. Den Monat Quintilis benannte er zu seinen eigenen Ehren in Juli um.
Nach Caesars Tod kam es jedoch zu einem Anwendungsfehler der Schaltjahreslogik: Die römischen Beamten setzten den Schalttag irrtümlich alle drei Jahre ein. Kaiser Augustus korrigierte diesen Fehler, indem er mehrere Jahre auf Schaltjahre verzichtete, bis der richtige Rhythmus wiederhergestellt war. Auch er verewigte sich im Kalender: Der bisherige Monat Sextilis wurde in August umbenannt und erhielt – wie der Julius-Monat – 31 Tage. Den fehlenden Tag nahm er sich einfach vom Februar, der ohnehin schon durch seine Kürze aus der Reihe fiel.
Nichts ist perfekt
Trotz aller Reformen blieb ein kleiner mathematischer Restfehler bestehen, denn das julianische Jahr war minimal zu lang. Über viele Jahrhunderte verschob sich der Kalender langsam gegenüber den Jahreszeiten, bis Papst Gregor XIII. 1582 mit einer präziseren Schaltjahrregel nachbesserte – diesmal ohne sich einen eigenen Monat zu widmen.
So ist unser heutiger Kalender das Ergebnis einer langen Entwicklung, deren Geschichte sich noch immer in seinen Monatsnamen und Schaltjahresregeln widerspiegelt. Und das Alles – und noch mehr – lernt man in der Kinder-Uni.


