Quelle: Dorothee Wiese
Nicht nur in Indien: Wasserbüffel in Hengsbeck
Letztes Jahr, ich war gerade mit meinem Mähroboter unterwegs zu Theo Bremke Gartentechnik in Bremscheid, sah ich sie: Wasserbüffel. Ich wusste, dass es bereits einige Tausend von diesen Rindern in Deutschland gibt. Aber hier, direkt vor meiner Haustür in Hengsbeck im Sauerland überraschte es mich doch.
Wasserbüffel sind meist in tropischen Regionen zu Hause. Ihre Haltung gilt aufgrund ihrer Anpassungsfähigkeit als unproblematisch. Beim Anblick dieser schönen Herde waren meine Gedanken in Indien, wo ich vor Jahren als Chefredakteur des niederländischen Molkereimagazins einen Spezialbericht über die Milchwirtschaft verfasst hatte.
Motor der regionalen Wirtschaft
Ich war dort morgens um sechs Uhr im Dorf Sandesar mit 5.900 Einwohnern im Bundesstaat Gujarat, an der Grenze zu Pakistan. Im Zentrum der Ortschaft befindet sich ein Verwaltungsgebäude mit einem Milchkühltank. An der einen Seite des Gebäudes stand eine lange Schlange von Frauen mit Eimern voller Büffelmilch. Die Milch wurde durch ein Sieb gegossen, gewogen und der Fettgehalt bestimmt. Jede Frau erhielt einen Zettel, auf dem vermerkt war, wie viel Büffelmilch sie geliefert hatte und welchen Fettgehalt die Milch aufwies. Anschließend bekam sie bei der Verwaltung das Geld ausgezahlt.
An der anderen Seite des Gebäudes bildete sich ebenfalls eine Schlange – meist Frauen mit leeren Eimern. Sie kauften dort Milch und bezahlten direkt. So ist der Wasserbüffel in dieser Region der Motor der lokalen Wirtschaft. Die übrige Milch wird von einem Tanksammelwagen abgeholt und später als pasteurisierte Trinkmilch in die Großstädte Indiens verkauft.
In der Landschaftspflege
In Deutschland werden diese Rinder vor allem in der Landschaftspflege eingesetzt – insbesondere in Naturschutzgebieten mit feuchten Moorstandorten. Aber sie werden auch zur Fleisch- und Milchproduktion gehalten, wobei das Fleisch eine wildaromatische Note aufweist. Einige Betriebe nutzen die Büffelmilch aufgrund ihres hohen Fettgehalts beispielsweise für die Herstellung von Mozzarella di Bufala.
Auch die Zucht von Wasserbüffeln hat in den letzten Jahren hierzulande an Bedeutung gewonnen.
Mittlerweile sind im Sauerland nicht nur in Eslohe-Hengsbeck, sondern auch in Medebach, Bad Sassendorf und Plettenberg Wasserbüffel zu sehen – Tendenz steigend.



