Die „Kronjuwelen“ des Sauerlandes

Band Kronjuwelen

Quelle: Theo Schneider

Manche Geschichten schreibt die Schulzeit – die der „Kronjuwelen“, einer jungen Band aus dem Sauerland. Was mit einer gescheiterten Bandgründung während der Pandemie begann, wurde durch das Engagement eines Lehrers neu entfacht – und entwickelte sich zu einem eindrucksvollen Beispiel für musikalische Leidenschaft und Zusammenhalt.

2020 wagten einige Schüler des Gymnasiums der Stadt Lennestadt ihren ersten Anlauf als Coverband. Corona durchkreuzte ihre Pläne jedoch schnell. Ein Jahr später motivierte Musiklehrer Fuchs seinen Schüler Lars Siepe zu einem weiteren Versuch. Die Band formierte sich neu – mit Erfolg: Als Schülerband traten sie u.a. im Jugendzentrum OT-Grevenbrück und am Altweibertag im Rathaus Lennestadt auf. Den Abschluss ihrer Schulzeit krönten sie mit einem Auftritt auf dem eigenen Abiball.

Nach dem Abitur trennten sich die Wege zunächst: Umzug, Studium, Ausbildung und ein Jahr bei der Bundeswehr für zwei Mitglieder bedeuteten erst einmal eine Pause. Doch nach ihrer Rückkehr gingen sie es wieder an. Das Ziel war klar: „Wir wollen nicht mehr als Schülerband gesehen werden, sondern als eigenständige Coverband.“ Im März 2025 war es dann soweit: Die Kronjuwelen standen erneut in der OT Grevenbrück auf der Bühne – dieses Mal auf ihrer eigenen Veranstaltung.

Rock mit Raum für neues

Der Bandname „Kronjuwelen“ hat eine charmante Entstehungsgeschichte: Bei einem Auftritt an Altweiber – während der symbolischen Schlüsselübergabe des Bürgermeisters der Stadt Lennestadt – stand der Tag unter dem Motto „Minirock und Kronjuwelen“. Kurz vor dem Auftritt traten zwei Organisatoren an die Band heran und sagten scherzhaft: „Ihr seid heute unsere Kronjuwelen.“ Der Spruch blieb hängen – und der Name ebenso. Fast einstimmig entschied sich die Gruppe für diesen ironischen, aber einprägsamen Bandnamen mit Augenzwinkern.

Musikalisch bewegen sich die Kronjuwelen vor allem in den Klangwelten der 70er, 80er und 90er Jahre – mit einer klaren Vorliebe für Rock. Ergänzt wird das Repertoire durch modernere Songs, etwa von AnnenMayKantereit, Coldplay oder aus der Neuen Deutschen Welle. Bei der Auswahl ihrer Stücke legt die Band besonderen Wert darauf, dass jedes Instrument seinen Platz hat und gut zur Geltung kommt.

„Pures Chaos“ – oder doch nicht? So beschreiben die Kronjuwelen ihre Proben. Doch schnell wird klar: Es handelt sich um geplantes Chaos mit Struktur. Die Probe beginnt offiziell um 11 Uhr – tatsächlich trudeln einige erst gegen Mittag ein. Dann wird eingespielt, alte Songs werden durchgegangen und neue ausprobiert. Den Abschluss bildet oft eine spontane Jam-Session, bei der kreative Ideen entstehen.

Immer mehr Auftritte

Band KronjuwelenQuelle: Theo Schneider

Ein besonderer Dank der Band gilt dem Musikzug Bamenohl und dem Musiklehrer Robin Fuchs, der ihnen nach der Schulzeit einen Proberaum zur Verfügung stellte. Diese Unterstützung macht nicht nur regelmäßige Proben möglich, sie eröffnet auch neue Chancen: So durften die Kronjuwelen am Vatertag den letzten Act bei der Open Air-Veranstaltung des Musikzuges Bamenohl stellen. Weitere Auftritte stehen im Kalender: Im Sommer werden sie beispielsweise bei einer Veranstaltung der Kulturgemeinde Finnentrop im Schlosspark Bamenohl auftreten – als Vorband einer Westernhagen-Coverband. „Jeder Auftritt ist eine neue Chance, gesehen zu werden – deshalb geben wir immer alles!“

Langfristig träumt die Band von drei bis vier Auftritten pro Jahr – am liebsten unter freiem Himmel. Die Stimmung bei Open Air-Events begeistert sie besonders. Darüber hinaus besteht der Wunsch, bei großen Veranstaltungen wie dem Stadtfest in Lennestadt oder auf Schützenfesten auftreten zu dürfen.

Die Kronjuwelen sind auf Instagram unter @dieKronjuwelen zu finden. Wer Lust auf eine Coverband mit faszinierender Bühnenenergie hat, sollte sich einen ihrer nächsten Auftritte nicht entgehen lassen.