Quelle: Holger Wockel
Holger Wockel und seine Entdeckung der vorchristlichen Göttinnen im Sauerland
In Schmallenberg verbinden sich Geschichte und Mythos auf faszinierende Weise.
Alles begann eher zufällig. In einem YouTube-Kanal zur Sagenforschung stieß Holger Wockel auf das Werk „Die drei Ewigen – Eine Untersuchung über germanischen Bauernglauben“ von Hans Christoph Schöll aus dem Jahr 1936. Schöll beschreibt darin drei Göttinnen aus vorchristlicher Zeit: Ambet, die Erdgöttin und Versorgerin, Wilbet, die Mondgöttin und Wandlerin, und Borbet, die Sonnengöttin, Spenderin von Kraft und Glauben.
Fasziniert von dieser Symbolik fielen ihm bei Spaziergängen verschiedene Hinweise auf diese Göttinnen in der christlich geprägten Landschaft von Schmallenberg auf. Am Wilzenberg entdeckte er eine Madonna auf einem Halbmond, die deutlich an die Mondgöttin Wilbet erinnert. Auf dem Aberg steht eine Maria-Figur, die segnend über dem Jesuskind die Geste der Erdmutter Ambet widerspiegelt. Am Beerenberg schließlich leuchtet eine Heilige mit strahlendem Heiligenschein – Sinnbild der Sonnengöttin Borbet.
Quelle: Holger WockelAuch die Namen der Berge erzählen ihre eigene alte Geschichte. Auf dem Aberg gibt ein Schild des SGV Auskunft über den Berg, wobei nur gerätselt werden kann, woher der Name stammt. Wer sich jedoch mit alten Sagen sowie dem Klang der Namen und deren Schreibweisen beschäftigt, erkennt, dass es vor allem um den Klang geht. Über die Jahrhunderte haben sich die Schreibweisen verändert, die Namen der Berge blieben jedoch – trotz eines gesetzlichen Verbotes dieser Religion Anfang des 17. Jahrhunderts – bis heute mit den Göttinnen verbunden.
Holger Wockels Entdeckungen zeigen, dass die Spuren vorchristlicher Symbolik in Schmallenberg noch immer vorhanden sind. Sie finden sich in den Namen der Landschaften und in den Figuren der (neuen) Religion. Die drei Ewigen sind daher wahrscheinlich keine rein mythologischen Gestalten, sondern Teil einer Kultur, die Schmallenberg vor Jahrhunderten geprägt hat.


