
Als der Arnsberger Heimatbund vor zwei Jahren den historischen Weinberg am Schlossberg übernahm, standen die Ehrenamtlichen vor einem Hang, den fünf Jahre Stillstand so verändert hatten, dass man ihn kaum noch Weinberg nennen konnte. Das Gehölz hatte die Terrassen überwuchert, die Trockenmauern sackten weg, und von den 700 Rebstöcken des Vorgängervereins war nicht mehr viel übriggeblieben.



So eine Wildnis lässt sich nicht mit Freiwilligen bekämpfen. „Nur mit ehrenamtlichen Kräften war dies nicht möglich“, sagt Torsten Kapteiner vom Heimatbund Arnsberg ohne Umschweife. Also musste professionelle Unterstützung ran. Das kostet jedoch Geld, das der Verein nicht hatte. So übernahm die Stiftung der Sparkasse Arnsberg-Sundern die Kosten. „Ohne diese Förderung wäre der Weinberg am Schlossberg nicht zu retten gewesen.“ Mittlerweile wird der Weinberg ausschließlich von Ehrenamtlichen gehegt und gepflegt.
Der einstmals selbstständige Malermeister Ludger Krick kennt das Sauerland so gut, dass er weiß, wo man kurzfristig Material bekommt und wen man besser nicht fragt. Er koordiniert die Ehrenamtlichen, disponiert Einsätze, hält den Betrieb am Laufen. Werner Knops kam erst vor einem Jahr dazu. Der ehemalige Fachlehrer an einer Förderschule hat mit ein paar anderen die gesamte Trockenmauer abgerissen und wieder aufgebaut, Stein für Stein. Beim Abriss fanden sie behauene Steine, darunter alte Grabsteine. Woher die kommen, weiß niemand genau. Der Verdacht geht in Richtung Schloss, aber urkundliche Belege fehlen noch.
„Wir haben eine Fangemeinde in Arnsberg, die speziell nur den Riesling trinkt.“
Rolf Dietz
Der Weinflüsterer
Rolf Dietz ist der „Weinflüsterer“. Seit einigen Jahren ist er der Mann, der sich mit dem Weinmachen bestens auskennt. Der 72-Jährige hat sich das Wissen bei Leuten geholt, die hauptberuflich Wein machen, hat nachgefragt und sich wichtige Handgriffe abgeschaut. Ein Bio-Winzer berät ihn beim Pflanzenschutz, weil am Schlossberg alles biologisch wächst. Die rund 400 Rebstöcke auf den Terrassen sind teils 25 Jahre alt, teils frisch gepflanzt, darunter Riesling, Solaris und Pinoté. Der Schiefer unter dem Hang gibt dem Wein etwas Mineralisches. Ein Fachmann vom größten deutschen Riesling-Sektgut hat beim Verkosten gesagt, der sei auf dem richtigen Weg. Sein Urteil: Mittlerer Garagenwein.

Den Wein kaufen kann man nicht. Einen offiziellen Weinverkauf will hier niemand. Die Hürden dafür wären einfach zu hoch. Stattdessen geht der Wein in Führungen und Verkostungen, Kindergartenkinder nehmen Traubensaft mit heim, und Sponsoren bekommen eine Flasche, für die sie, wie Dietz es nennt, eine unwahrscheinlich gute Gegenleistung erbringen.
Der Westhang des Schlossbergs ist urkundlich seit 1267 Weinberg. Wer jetzt im Herbst hinaufgeht, sieht Reihen, gesunde Blätter, einen frisch gesetzten Mauerstein. Nichts daran erinnert an fünf Jahre Wildnis. Das alles ist das Ergebnis ehrenamtlichen Engagements der vielen freiwilligen Helferinnen und Helfer.
Wijnberg aan Arnsberger
Schlossberg gerenoveerd
Twee jaar geleden nam de Arnberger Heimatbund de historische wijnberg aan de Schlossberg in Arnsberg over en is sindsdien druk in de weer om dit perceel met circa 400 deels ongeveer 25 jaar oude wijnranken in de originele staat terug te brengen. Er zijn ook nieuw ranken geplant, waaronder Riesling. Solaris en Pinoté. De hiervan geproduceerde biologische wijnen worden niet verkocht, maar geproefd tijdens rondleidingen en proeverijen. Volgens schriftelijke bronnen is de westhelling van de Schlossberg al sinds 1267 een wijngaard (TB).


