
Wie Volker Lazzaro und MENNEKES die Energiewendemitgestalten
Wenn Volker Lazzaro (57) über Elektromobilität spricht, klingt das nicht nach einem kurzfristigem Trend, politischer Mode oder Marketing, sondern nach Überzeugung, technischem Verständnis und nach einer Haltung, die typisch sauerländisch ist: erstdenken,dann machen – und dann richtig.
Dass ein Mann mit italienischen Wurzeln zu den prägenden Köpfen eines der innovativsten Sauerländer Unternehmen gehört, passt zum Sauerland. Schon oft haben Menschen von außen Ideen mitgebracht und sie hier mit Fleiß, Bodenständigkeit und Leidenschaft weiterentwickelt.
Die Geschichte der Familie Lazzaro beginnt in den Steinbrüchen von Carrara in der Toskana. Der Urgroßvater kam ins Sauerland, um beim Bau von Eisenbahntunneln und Brücken mitzuarbeiten. „Zum Beispiel den Tunnel in Heinsberg hat er gebaut“, erzählt Volker Lazzaro. „Oder die Talbrücke zwischen Würdinghausen und Albaum. So kam unsere Familie ins Sauerland.“
Heute steht der Urenkel bei MENNEKES an zentraler Stelle für ein Thema, das die industrielle Zukunft Deutschlands mitentscheiden wird: Elektromobilität.
FrühandieZukunftgeglaubt
Während viele Unternehmen die Entwicklung zunächst skeptisch beobachteten, traf MENNEKES früh eine klare Entscheidung. „Walter Mennekes und ich haben uns relativ früh über das Thema unterhalten und wir waren uns vom ersten Moment an sicher, dass das was wird“, sagt Lazzaro. „Wir haben darauf gesetzt, während andere noch gezweifelt haben.“
Die Grundidee war fast verblüffend einfach: Wenn Autos elektrisch fahren, brauchen sie Steckverbindungen. Und wer sollte diese besser entwickeln können als ein Unternehmen, das seit Jahrzehnten genau dafür steht? „Das Elektroauto wird jeden Tag geladen“, erklärt Lazzaro. „Unsere Steckverbindungen müssen 10.000 Steckzyklen aushalten – mit Schmutz, Feuchtigkeit und Belastung. Genau darin lag unser Erfahrungsvorteil.“ Dass heute vielerorts vom
„MENNEKES-Stecker“ gesprochen wird, obwohl längst internationale Standards gelten, erfüllt ihn durchaus mit Stolz. „Das sind herausragende Erfolge. Die schafft man nicht immer.“
Sauerland als Innovationsraum
Warum entstehen solche Entwicklungen ausgerechnet im Sauerland? Für Volker Lazzaro hat das viel mit Mentali- tät zu tun. „Hier tüfteln die Leute“, sagt er. „Da schraubt einer am Trecker, der andere am Moped oder am Auto. Und beim Tüfteln kommt oft etwas Gescheites heraus.“ Er selbst habe schon früh an Mopeds und Maschinen geschraubt. Die Begeisterung für Technik sei nie verschwunden. Entscheidend sei dabei vor allem eines: Freiräume schaffen. „Wenn ich anfange, den Leuten exakt zu sagen, was sie tun sollen, dann bin ich die einzige Innovationsquelle“, sagt er. „Ich muss den Menschen die Freiheit las- sen, damit Ideen auf breiter Ebene entstehen können.“
Dieses Vertrauen in Mitarbeiter sei Teil der Unternehmenskultur. Auch deshalb spreche man bei MENNEKES trotz inzwischen rund 1.600 Beschäftigten immer noch von der „MENNEKES-Familie“. „Man wird wahrgenommen. Man ist eben nicht Nummer 50.377, sondern Teil eines Unternehmens, das Wertschätzung lebt“, beschreibt Lazzaro den Unterschied zum anonymen Konzern.
Energiewende braucht Mut
Beim Thema Energiewende wird der Geschäftsführer deutlich. Für ihn ist klar: Die Zukunft wird elektrisch. „Wenn die Welt nachhaltiger werden soll, dann wird sie viel elektrischer“, sagt er. „Das Elektroauto ersetzt den Verbrenner, die Wärmepumpe ersetzt den Gasofen. Und überall braucht es elektrische Verbindungen.“ Besonders wichtig sei jetzt der Ausbau intelligenter Speichersysteme. Elektroautos könnten dabei künftig selbst Teil des Stromnetzes werden.
Lazzaro erklärt begeistert: „Ein Elektroauto hat eine Batterie mit 80 bis 100 Kilowattstunden. Das ist ein riesiger Energiespeicher. Wir arbeiten daran, dass diese Energie künftig genutzt werden kann – etwa für die Stromversorgung der Häuser oder für den Strombedarf von Maschinen und Versorgungseinrichtungen in den Unternehmen.“ Das sogenannte bidirektionale Laden, also Strom nicht nur ins Auto hinein-, sondern auch wieder herauszuladen, sieht er als wichtigen nächsten Entwicklungsschritt. Gleichzeitig warnt er davor, die Energiewende politisch auszubremsen. „Deutschland muss die Kehrtwende zur regenerativen Energie unbedingt schaffen“, sagt Lazzaro. „Das ist die größte Chance, die dieses Land hat.“
Leidenschaft statt Quartalsdenken
Was MENNEKES prägt? Lazzaro muss nicht lange überlegen: „Familie. Innovation. Leidenschaft.“ Gerade das langfristige Denken unterscheide Familienunternehmen von vielen Konzernen. „Bei uns geht es nicht um Quartalsberichte oder den nächsten Karriereschritt. Es geht darum, das Unternehmen langfristig weiterzuentwickeln.“
Und vielleicht ist genau das eine besondere Stärke vieler Sauerländer Unternehmen: die Mischung aus Bodenständigkeit, Vertrauen und dem Mut, früh an neue Entwicklungen zu glauben. Oder, wie Volker Lazzaro es formuliert:
„Das Sauerland ist traditionell und innovativ zugleich.“
Quelle: MennekesMehr dazu im WOLLcast Pauerland:




