Der Mann hinter den Wegweisern am Rothaarsteig: Andre Mergheim

Quelle: privat

Rund 6.000 Wanderschilder hat Andre Mergheim in den vergangenen 25 Jahren aufgestellt und damit die Wanderlandschaft im Sauerland nachhaltig geprägt. Alles begann Ende der 1990er Jahre, als der Natursoziologe und Marburger Professor Rainer Brämer, auch bekannt als „geistiger Vater des Rothaarsteigs“, ins Sauerland kam.

„Gemeinsam mit Brämer haben wir von 1997 bis 2000 überlegt, wie die Ausstattung des Rothaarsteigs aussehen soll“, erinnert sich Mergheim, der durch seine ehrenamtliche Arbeit im Sauerländischen Gebirgsverein (SGV) in das Projekt eingebunden war. Statt einfacher Holzwegweiser entstand ein modernes Leitsystem mit Nah- und Fernzielen, Kilometerangaben und Höheninformationen. „Was damals innovativ war, gilt heute als Standard“, sagt Mergheim. Mit dem Rothaarsteig führten die beteiligten Kommunen erstmals eine einheitliche Beschilderung ein. „Besonders stolz bin ich auf den starken Zusammenhalt zwischen den Kommunen, die das Projekt Rothaarsteig gemeinsam auf die Beine gestellt haben.“

Der Rothaarsteig als Lebensweg
Für Mergheim war der Rothaarsteig zugleich der Beginn seines beruflichen Werdegangs. Heute arbeitet er als Outdoormanager beim Naturpark Sauerland-Rothaargebirge und betreut unter anderem den Sauerland-Höhenflug. „Für mich hat alles mit dem Rothaarsteig begonnen“, sagt er. Auch bei der Montage der Wegweiser entwickelte Mergheim eine nachhaltige Lösung. Statt Betonfundamenten setzt das System auf eingerammte Stahlanker und Presslufttechnik. „Die Pfosten lassen sich dadurch schnell montieren, bei Schäden unkompliziert ersetzen und sogar nach Stürmen oder Waldumbauten wiederverwenden. Das bewährte System kommt inzwischen bei rund 90 Prozent aller Wegweiserpfosten zum Einsatz“, erklärt Mergheim. Mit besonderer Freude beobachtet er, dass der Rothaarsteig zunehmend auch eine jüngere Generation begeistert. Zum Jubiläum wünscht Andre Mergheim dem Rothaarsteig, dass dieser künftig ebenso begeisterte Unterstützer findet, wie es die Väter des Rothaarsteigs einst waren.

Quelle: Klaus-Peter Kappest