Quelle: C. & A. Veltins
Notwendig wurde diese Maßnahme zur Bewältigung der allerorts sichtbaren Kalamitätsflächen. Massive Waldschäden, verursacht durch Dürreperioden und den vernichtenden Borkenkäferbefall, haben den Neu- und Umbau der bisherigen Waldstrukturen unumgänglich gemacht. „Das Ziel ist nicht bloß eine einfache Wiederbewaldung, sondern die proaktive Gestaltung eines klimaresilienten und belastbaren Ökosystems, das langfristig als selbsterhaltener Lebensraum funktionieren soll“, beschreibt Veltins-Geschäftsführer Peter Peschmann die Initiative.
Investitionen von 600.000 Euro sind bereits im Boden
Das Projekt ist auf einen Zeitraum von fünf Jahren, von 2024 bis 2028, an-gelegt und umfasst eine geplante Gesamtfläche von 86 Hektar. Zum aktuellen Zwischenstand im Jahr 2026 konnte bereits ein signifikanter Meilenstein erreicht werden: „Mit einer wiederbewaldeten Fläche von 50,74 Hektar ist das Ziel zu 59,7 % umgesetzt“, zieht Jan Kath, bei Veltins zuständig für Liegenschaftsangelegenheiten, eine vorläufige Bilanz. In diesem Zuge wurden bereits 200.000 Jungpflanzen gesetzt, was mit einem erheblichen finanziellen Aufwand verbunden ist. Die bisherigen Gesamtkosten belaufen sich auf 600.000 Euro.
Quelle: C. & A. Veltins Nadelholz-Monokulturen sind schon lange Geschichte
Ein zentrales Merkmal des Projekts ist die Forstsetzung des strategischen Paradigmenwechsels, weg von den waldbaulichen Fehlern der Vergangenheit. Wald ist ein Generationenprojekt. Während zwischen 1950 und 1990 die Anlage von Nadelholz-Monokulturen dominierten, die sich als extrem anfällig gegenüber Trockenheit und Stürmen erwiesen haben, setzt der „Zukunftswald“ konsequent auf Diversität und Resilienz. Beachtlich ist, dass der standortgerechte Waldumbau oberhalb der Brauerei schon Anfang der Neunzigerjahre konsequent durchgeführt wurde. Forsttechniker Thomas Karl legte damit schon früh einen Grundstein für stabile Waldbestände der Zukunft. Das Portfolio des aktuellen Projekts umfasst heute 21 verschiedene Baumarten, wobei der Fokus deutlich auf Laubbäumen liegt. 15 bevorzugten Laubbaumarten stehen sechs Nadelbaumarten gegenüber. Besonders präferiert werden hitzetolerante Leitbaumarten und Tiefwurzler wie die Traubeneiche und die Roteiche, die zusammen mit der Rotbuche das Gerüst des neuen Waldes bilden. Ergänzt wird dies durch ökologische Aufwertungen wie die Pflanzung von über 250 Wildobstbäumen und die Gestaltung strukturreicher Waldränder, um die Biodiversität zu fördern. Schöner Nebeneffekt: So können sich Wanderer entlang des Bierbrauwunderweges zur Erntezeit demnächst über Obst frisch vom Baum freuen.
Weil Wild junge Setzlinge liebt, muss teils nachgepflanzt werden
Trotz der bisherigen Erfolge steht das Projekt vor Herausforderungen, ins-besondere im Bereich des Forstschutzes. Weil sich das Rehwild über die schmackhaften Setzlinge freut, muss auch aufwendiger Schutz vorgehalten werden. Veltins setzt hier auf biologisch abbaubaren Einzelschutz aus Holz bei besonders gefährdeten Baumarten und verzichtet aber auf kilometerlangen Zaunbau. Wo dies und der engagierte Einsatz der örtlichen Jägerschaft nicht helfen, muss teils kostenintensiv nachgepflanzt werden. In den ersten fünf bis sieben Jahren nach der Pflanzung wird der Aufwand für die nachhaltige Kultursicherung auf zusätzlich ca. 500.000 Euro geschätzt. Jan Kath: „Mit der Pflanzung eines neuen Waldbestandes ist lediglich der erste Schritt hin zu einem stabilen Ökosystem vollzogen. Bis zur sogenannten Kultursicherung sind umfangreiche Pflege- und Schutzmaßnahmen erforderlich, um das Anwachsen der jungen Bäume zu gewährleisten. In dieser sensiblen Phase stehen die Setzlinge in starker Konkurrenz zu Begleitvegetation wie Ginster oder Brombeere. Diese Pflanzen können die jungen Bäume überwuchern, ihnen Licht und Nährstoffe entziehen und so ihr Wachstum erheblich beeinträchtigen. Regelmäßige Freistellungsmaßnahmen, Kontrolle des Konkurrenzbewuchses sowie gegebenenfalls mechanische oder manuelle Pflegeeingriffe sind daher unerlässlich, um die Entwicklung eines gesunden und widerstandsfähigen Waldes in den ersten Jahren sicherzustellen.“
Quelle: C. & A. Veltins Bis 2028 stehen noch 35 Hektar zur Aufforstung an
Für die restliche Projektlaufzeit bis 2028 stehen noch 35 Hektar zur Auf-forstung an, wofür ein weiterer Finanzbedarf von rund 400.000 Euro prognostiziert wird. Neben dem Wilddruck stellen auch potenzielle Engpässe bei der Verfügbarkeit von Pflanzgut in den kommenden Jahren ein logistisches Risiko dar, da europaweite Aufforstungsprogramme die Nachfrage bei Pflanzen weiter in die Höhe treiben könnten. „Unterm Strich stellt unser Projekt „Zukunftswald“ eine existenzielle Investition in die ökologische Infrastruktur der Region dar, die dann für jeden auf Schritt und Tritt erlebbar ist“, fasst Peter Peschmann zusammen.



