
Es gibt Menschen, die hinterlassen Bilder. Andere Skulpturen. Manche Gebäude.
Lothar Klute hinterlässt Landschaft.
Wer durch das Sorpetal fuhr oder wanderte, begegnete früher oder später seinen Werken. Mal aus Stahl, mal aus Glas, oft aus der Verbindung beider Materialien. Kunst, die nie laut sein wollte, sondern sich in ihre Umgebung einfügte. Kunst, die den Wald, das Licht, den Wind und die Jahreszeiten mitspielen ließ.
Mit Lothar Klute verliert das Sauerland einen seiner eigenständigsten Künstler.
Er war Schmied, Glasgestalter, Bildhauer und Ideengeber zugleich. Einer, der das glühende Eisen nicht nur formte, sondern ihm Charakter gab. Der Glas nicht als Dekoration verstand, sondern als Gegenstück zum schweren Stahl – durchsichtig, lichtdurchflutet und doch voller Kraft.
Sein und von seiner Frau Gisela geschaffener Skulpturengarten im Sorpetal war weit mehr als eine Ausstellung. Er war ein Ort der Begegnung zwischen Mensch, Natur und Kunst. Wer ihn besuchte, spürte schnell: Hier ging es nicht um Effekte oder schnelle Aufmerksamkeit. Hier durfte man verweilen, entdecken, nachdenken und staunen.
Lothar Klute gehörte zu den Künstlern, die das Sauerland nie verlassen mussten, um international zu wirken. Er fand seine Inspiration direkt vor der Haustür – in den Wäldern, den Bächen, den Bergen und den Menschen dieser Region. Aus dieser Verwurzelung entstand eine unverwechselbare künstlerische Handschrift.
Seine Arbeiten sind heute an vielen Orten zu finden. Sie schmücken Plätze, Gärten und Gebäude. Vor allem aber haben sie das kulturelle Gesicht des Sauerlandes bereichert. Sie zeigen, dass Handwerk und Kunst keine Gegensätze sind, sondern gemeinsam etwas schaffen können, das Generationen überdauert.
Wer Lothar Klute begegnete, traf einen Menschen, der lieber arbeitete als redete. Das Feuer der Esse, der Klang des Hammers auf dem Amboss und das Spiel des Lichts im Glas waren seine eigentliche Sprache.
Die Esse ist verstummt. Das Feuer, aus dem seine Kunst entstand, glüht in seinen Werken weiter.
Seine Werke werden weiter Wind und Wetter trotzen. Und sie werden auch künftig Menschen zum Innehalten bewegen – genauso, wie ihr Schöpfer es sich vermutlich gewünscht hätte.
Das Sauerland verliert einen bedeutenden Künstler. Die sauerländische Kulturlandschaft verliert einen ihrer prägenden Gestalter.
Seiner Familie und allen Wegbegleitern gilt unser tief empfundenes Mitgefühl.
Lieber Lothar Klute – danke für alles, was Du dem Sauerland geschenkt hast.
Dein Werk bleibt. Und mit ihm die Erinnerung an einen Künstler, der aus Feuer, Stahl und Glas etwas geschaffen hat, das die Zeit überdauern wird.

Lothar Klute – Künstler des Sauerlandes
Geboren: 1946 in Schmallenberg
Berufung: Künstler, Schmied, Bildhauer und Gestalter mit den Werkstoffen Stahl, Bronze, Glas und Feuer. Seine Arbeiten verbinden traditionelles Handwerk mit moderner Kunst.
Lebenswerk: Gemeinsam mit seiner Frau Gisela schuf er im Sorpetal einen einzigartigen Skulpturengarten und eine Kunstschmiede, die Besucher aus dem In- und Ausland anzogen. Seine Werke prägen öffentliche Plätze, private Gärten und Sammlungen weit über das Sauerland hinaus.
Seine Handschrift: Charakteristisch ist das Zusammenspiel von Schmiedekunst, Bronze, Glas, Wasser und Natur. Viele seiner Skulpturen wirken, als seien sie organisch aus der Landschaft herausgewachsen.
Sein Vermächtnis: Lothar Klute gehörte zu den Künstlerpersönlichkeiten, die das kulturelle Profil des Sauerlandes über Jahrzehnte mitgeprägt haben. Sein Werk steht für Kreativität, handwerkliche Meisterschaft und die tiefe Verbundenheit mit seiner Heimat.
Ein Satz, der bleibt:
„Kunst muss nicht gegen die Natur arbeiten – sie wird dann am stärksten, wenn sie mit ihr lebt.“ (Gedanke, der das Werk von Lothar Klute treffend beschreibt.)




