Quelle: Dorothee Wiese
KUHRASSEN IM SAUERLAND
Der Legende zu Folge haben französische Ritter zur Zeit der Kreuzzüge das weiße Rind zusammen mit ihren Habseligkeiten mit sich geführt. Fakt ist in jedem Fall, dass die Rinderrasse ab dem 18. Jahrhundert vermehrt als Arbeits- und Fleischrasse gezüchtet würde. Ursprünglich aus einem Zweig der Jura-Rinder stammend, wurden sie 1770 hauptsächlich im französischen Charolais-Brionnais gehalten. Das Dörfchen Charolles hat ihnen ein eigenes Museum gewidmet, das Maison Charolais.
In dieser und den kommenden Ausgaben des WOLL-Magazins stellen wir in Wort und Bild Kuhrassen vor, die im Sauerland gehalten werden.
Einfarbig weiß
Erkennen kann man das Charolais am einfarbig weißen oder vereinzelt cremefarbenen Fell. Auch eine kräftige Statur mit einem kleinen Kopf gehört zu den typischen Merkmalen dieses Rindes. Die Rasse wurde in ihren Anfängen in Mittelfrankreich zur Fleischerzeugung gehalten und als Arbeitstier genutzt. Durch die Zucht entstand im Laufe der Zeit eine reine Mastrasse, die im Unterschied zur Arbeitsrasse mit einer größeren Muskelmasse und einer beeindruckenden Form ausgestattet ist. Züchter achteten jedoch darauf, die Beweglichkeit der Tiere zu erhalten, um Weideflächen durchstreifen und entlegene Wasserflächen erreichen zu können.
1959 in Deutschland
1959 wurden die ersten Charolais-Zuchttiere in die Bundesrepublik eingeführt. Als erste schwere Mastrasse verbreitete sie sich – anfangs in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen – schnell. Da sie zu den besten Fleischrassen der Welt gehört, findet man die Rinder heute in allen Bundesländern. Die Charolais-Zuchtpopulation in Deutschland ist inzwischen auf fast 10.000 eingetragene Elterntiere gewachsen und eine der großen Einnutzungsrassen unter den Fleischrindern. Der 1963 gegründete Verband der Deutschen Charolais-Züchter e.V. umfasst zurzeit mehr als 180 Zuchtbetriebe. Auch im Sauerland findet man die Charolais mit ihren Kälbern auf den Wiesen. Landwirte aus Kierspe, Kirchhundem, Medebach- Oberschledorn und Olsberg sind Mitglied im Züchterverband.
Quelle: WOLL Magazin


