Buiterling und Heimatliebe

Sabina Butz ist eine Zugezogene. Doch genau darin liegt die besondere Kraft ihres Blicks auf das Sauerland und auf Meschede. Seit 2014 lebt sie hier. Damals, Ü60 und neu in der Stadt, war da zunächst ein mulmiges Gefühl: Würde Aufnahme gelingen? Wie offen sind Toleranz, Ökumene, Gesellschaft und Kultur wirklich?

Sabina ButzQuelle: WOLL-Verlag
Sabina Butz

Die Antwort kam leise, aber deutlich: aus der Nachbarschaft, aus Begegnungen, aus der Coronazeit. Meschede erwies sich als offen, hilfsbereit und diskussionsfreudig. Man begegnet sich immer wieder, Bürgermeister, Kloster, Pressesprecher von Unternehmen und Zeitung sind ansprechbar. Ökumene wird gelebt – mit Kirchen, Kloster und Moschee. Ehrenamt und Bürgersinn sind sichtbar: Bürgerstiftung, Torfabrik, Service-Clubs, Kreuzbrüder, Schützenvereine, Pfadfinder, Round-Tabler. Dazu ein lebendiges Kulturangebot von der Stadthalle bis in die Alte Synagoge.

Diese Erfahrungen prägen auch ihr Schreiben. Im aktuellen WOLL-Magazin Frühjahr 2026 hat Sabina Butz mit den Texten „Hommage an Meschede“ und „Eine Frage der Ehre“ genau diese Haltung eingefangen: Stolz ohne Arroganz, gelassen statt stur, verwurzelt und zugleich weltoffen. Walburga, Hünenburg, Emhildis? Eher ein Augenzwinkern: „Wir können nichts dafür, dass wir so viele Vorbilder haben.“

Gemeinsam mit Christel Zidi hat sie zudem die Plattform hebuzi.deaufgebaut: ein digitales Zuhause für Sauerländer Geschichten, Erinnerungen und Stimmen.

Ihr Fazit ist klar: Meschede ist lebens- und liebenswert. Es fehlt eigentlich nur manchmal die Sonne – und die Nähe zu Kindern und Enkelkindern. Doch Heimat, das ist für Sabina Butz längst mehr als ein Ort. Es ist eine Haltung.