Quelle: Privat
Das ist kein normaler Wettkampf. Das ist ein Ereignis, das man sonst nur aus großen Städten kennt – und diesmal findet es direkt vor unserer Haustür statt: in Brilon. Am 09. Mai richtet der Ski-Club Brilon die erste Qualifikation zur Weltmeisterschaft im Rhönradturnen aus! Und nicht nur das – drei Briloner Turner und Turnerinnen treten an! Ein Meilenstein – für den Verein, für die Stadt und für alle, die diesen Sport lieben.
Der Weg zur WM beginnt in Brilon
Die Startplätze und auch der Austragungsort der WM-Qualifikation sind heiß begehrt. Schon seit dem letzten Jahr hat sich der Verein intensiv darum bemüht, diese Qualifikation nach Brilon zu holen – mit Erfolg. Hier treten die jeweils 12 besten Turnerinnen und Turner Deutschlands an: Aktive Damen (18+), Aktive Herren (18+), Junioren Damen und Junioren Herren. Doch nur zehn pro Kategorie kommen weiter. In der zweiten Qualifikation in Neckargemünd entscheidet sich dann, wer es wirklich schafft: Dort qualifizieren sich die besten fünf – sie bilden am Ende die deutsche Nationalmannschaft. Das Ziel: die Weltmeisterschaft im Sommer in Göttingen. Dass diese überhaupt wieder in Deutschland stattfindet, ist schon besonders – das letzte Mal liegt 15 Jahre zurück!
Quelle: PrivatDrei Briloner treten an
Drei Turnerinnen und Turner aus Brilon sind mittendrin: Enno Witiska (Junioren Herren), Svea Tillisch (Junioren Damen) und Franziska Kraft (Aktive Damen). Sie treten nicht irgendwo an – sie starten vor heimischem Publikum in ihrer eigenen Halle – beste Bedingungen für die Turner. Trainiert werden alle drei von Silvia Rummel.
Gerade Franziska Kraft schreibt dabei ihre eigene Geschichte:
Sie ist die erste Turnerin aus Brilon, die sowohl bei den Juniorinnen als auch später bei den Aktiven die WM-Qualifikation erreicht hat. Franziska geht bei den Aktiven an den Start – und dort läuft einiges anders als im Juniorenbereich. „Musikkür als Disziplin gibt es bei den Junioren nicht. Zusätzlich turnen wir dabei als Einzige – alle schauen nur auf dich. Bei den Jüngeren passieren mehrere Auftritte gleichzeitig.“
Sie tritt mit einer besonderen Idee an: „Ich turne zu Barbie-Musik und verkörpere Barbie. Das war erst eine Spaß-Idee, aber es kam so gut an, dass ich es jetzt tatsächlich mache.“ Bei der Punktevergabe wird nämlich viel Wert auf Kreativität gelegt. Trotz dass sie schon einmal angetreten war, bleibt die Anspannung: „Man ist schon nervös, weil es einfach eine WM ist. Es müsste ja alles klappen.“ Gleichzeitig bleibt sie realistisch: „Ich bin bei uns aber optimistisch. Viel muss nicht mehr passieren, ich muss noch an der Haltung arbeiten. Aber alles im Rahmen.“
Ich fragte sie, was sie den beiden Jüngeren für Tipps geben kann. „Macht euch nicht so viel Druck. Ja, ich weiß das ist leicht gesagt, aber genießt den Wettkampf. Dieser Tag ist etwas ganz Besonderes für euch, egal wie er läuft – ihr werdet euch immer daran erinnern. Darauf kann man sich freuen.“
Auch nach der Quali bleibt sie im Einsatz. „Ich bin am nächsten Tag direkt wieder als Trainerin bei den Norddeutschen dabei.“ Erzählte Franzi mir. „Wir würden uns über viele Zuschauer freuen! Sogar Freunde von mir aus Bochum reisen an und Briloner haben es ja wohl nicht so weit.“ Sie wohnt mittlerweile nämlich in Bochum für das Studium und turnt dort auch im Rhönradverein. Auch die werden da sein!
Quelle: PrivatIch habe den beiden Junioren ein paar Fragen stellen dürfen:
Wie fühlt es sich an, bei einer WM-Qualifikation zu starten?
Enno Witiska:
Einfach überragend. Die Möglichkeit zu haben, bei einem Wettkampf wie diesem zu starten, ist wirklich ein unbeschreibliches Gefühl! Es macht mich stolz und gleichzeitig bin ich total dankbar für den Support der Trainer!
Svea Tillisch:
Ich freue mich unglaublich über die Chance, weil ich nach meinem Qualifikationswettkampf nicht mehr damit gerechnet hatte. Jetzt will ich sie einfach bestmöglich nutzen.
Was bedeutet es dir, dass der Wettkampf in Brilon stattfindet?
Enno Witiska:
Brilon ist meine Heimat, hier bin ich Zuhause und es ist mein Verein, der diesen Wettkampf ausrichtet, was viel Organisation und Aufwand bedeutet. Gleichzeitig ist es einmalig, dass in Brilon nur die Besten aus Deutschland im bei dieser 1. Qualifikation zu Gast sein werden. Für uns drei Starter ist das wirklich toll. Es kommt dazu, dass wir die Gegebenheiten kennen: der Boden und die Umgebung. Ich turne in einem mir bekannten Umfeld. Und wichtig ist natürlich auch, dass Freunde und Familie es leichter haben, hautnah dabei zu sein. Das gibt mir ein tolles Gefühl.
Svea Tillisch:
Es bedeutet mir sehr viel, da ich dann vor allem die Unterstützung von Freunden und Familie noch stärker spüre.
Was ist dein persönliches Ziel für die Qualifikation?
Enno Witiska:
Das Ziel ist in erster Linie, meine Küren und Übungen ordentlich zu präsentieren. Wenn es dafür reicht, mich für die zweite WM-Qualifikation Ende Mai zu qualifizieren, wäre das schon toll.
Svea Tillisch:
Mein persönliches Ziel ist es vor allem meinen Kopf auszuschalten und den Wettkampf zu genießen und egal wie es ausgeht zufrieden mit mir selbst zu sein.
Überwiegt die Freude oder die Nervosität?
Enno Witiska:
Die Nervosität ist auf jeden Fall da! Aber gleichzeitig ist auch die Dankbarkeit dafür, überhaupt diese Möglichkeit zu haben, riesengroß.
Svea Tillisch:
Bei mir auf jeden Fall die Nervosität.
Hast du Vorbilder oder jemanden, den du stolz machen möchtest?
Enno Witiska:
Es gibt schon einige TurnerInnen, die mich absolut begeistern und die auch meine Vorbilder sind! Daran definiert man auch seine persönlichen Ziele. Stolz machen möchte ich alle, die mich unterstützen, also meine Trainer, meine Familie und Freunde und alle Beteiligten, die es ermöglichen, dieses Event in Brilon stattfinden zu lassen.
Svea Tillisch:
Ich möchte auf jeden Fall meine Trainer stolz machen.
Show & Stimmung
Neben dem sportlichen Highlight wartet noch ein echtes Event-Erlebnis für die Zuschauer:
Zwischen den Wettkämpfen zeigen rund 50 Turnerinnen und Turner aus Brilon eine große Show – Thema: „König der Löwen“. Mit viel Herzblut geplant und einstudiert von Inken Albaum, Hannah Süreth und Marie Kraft.
Hier wird deutlich, wie viel Leidenschaft in diesem erfolgreichen Verein steckt.
Und es geht direkt weiter:
Am Tag nach der WM-Qualifikation finden in Brilon die Norddeutschen Jugendmeisterschaften statt – unabhängig von der Quali, aber genauso sehenswert – an der selben Stelle.
Warum du das also nicht verpassen solltest
So ein Event gibt es nicht oft und das auch noch in Brilon ist mehr als besonders. Die besten Turner Deutschlands werden da sein und drei Athleten aus Brilon mittendrin. Für uns ist es nur ein vor die Haustür gehen. Für das perfekte Feeling, die richtige Atmosphäre und den Heimatsupport fehlt jetzt nur noch eins: volle Tribünen!
Mir bleibt nur noch zu sagen: Ich drücke den Brilonern ganz ganz doll die Daumen! Ihr schafft das schon und selbst wenn nicht, ist es Wahnsinn, dass ihr so weit gekommen seid.
Verkopft euch nicht so sehr – es ist total selten und besonders, dass ihr bei der Qualifikation zur Weltmeisterschaft in Brilon antretet, also genießt es und lasst euch ordentlich anfeuern. Das Turnen macht euch schließlich Spaß.
Text: Celine Becker, Interview mit Inken Albaum,
Svea Tillisch, Enno Witiska und Franziska Kraft
Quelle: Privat
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