
Ein musikalischer Botschafter aus dem Sauerland
Bernward Koch lebt und arbeitet im südlichen Sauerland in einem alten Schulgebäude in Wenden-Brün. Hier entstehen Instrumentalstücke, die auf der ganzen Welt gehört werden – im Stream, in Flugzeugen, in therapeutischen Einrichtungen. Seine Musik ist ruhig, melodisch und klar. Viele verbinden mit ihr Entspannung, manche finden in ihr auch Trost.
Koch selbst empfindet in den kreativen Momenten vor allem Glück: „Wenn ich eine Melodie finde und sofort weiß: Das ist es! Das ist ein ,Magic Moment‘. Und dieses Gefühl nutzt sich auch niemals ab.“ Oft entstehen solche Einfälle bei Spaziergängen durch die sanfte Hügellandschaft des Sauerlandes. Wind in den Bäumen, wechselndes Licht und die Weite – „die Natur ist ein toller Ideengeber“. Solche Augenblicke genießt er ganz bewusst im Hier und Jetzt.
Vom ersten Aha-Erlebnis zur internationalen Karriere
Ein Schlüsselmoment war für ihn die Wendener Kirmes 1973. Dort hörte er erstmals eine Live-Band, die nicht die üblichen Sachen spielte, sondern etwas ganz Eigenes, eine Art Jazz-Rock. „Das hat mich sehr beeindruckt und da habe ich gesagt: Das muss ich auch machen.“ Und das tat er dann auch.
Der internationale Durchbruch gelang mit dem Album „Flowing“. Der Titel „Ever Returning“ lief in den USA im Radio, später folgten Chartplatzierungen und Millionen Streams. Seine Musik wird in Flugzeugen gegen Flugangst eingesetzt und in den USA auch therapeutisch genutzt, etwa bei traumatisierten Soldaten. Seit 2016 ist Bernward Koch zudem Mitglied der Jury der Grammy Awards.
Qualität als Maßstab
Koch arbeitet zurückgezogen und konzentriert. Er komponiert, arrangiert und produziert größtenteils allein. „Wenn ich merke, dass die Musik eine Wirkung hervorruft, dann ist das der Maßstab für mich.“ Er startet mit einer kleinen Idee und arbeitet dann so oft daran, bis es passt. Wenn ein neues Album schließlich fertig ist, fühlt es sich jedes Mal so an, als wäre er endlich auf dem Berggipfel angekommen. „Es ist viel Arbeit und bis zuletzt gibt es Zweifel.“ Ist es wirklich gut? Stimmt alles? Erst mit etwas Abstand lässt sich das beurteilen. Und dann beginnt wieder das, was ihn antreibt: die Suche nach der nächsten Melodie und dem nächsten „Magic Moment“.



