Aus dem Sauerland in die Welt: Meine zweite Heimat Norwegen

Quelle: Privat

Schon als Kind ist Lara Benkendorf mit der norwegischen Kultur aufgewachsen. Mit nur vier Jahren erhielt sie ihre erste traditionelle Tracht, die sogenannte „Elisabethdrakt“ (Elisabethtracht). Angefertigt wurde sie von ihrer Tante, einer Meisterschneiderin, die beide Trachten für Lara selbst nähte. Bis heute ist sie stolz auf dieses besondere Kleidungsstück, das für sie ein Symbol ihrer familiären und kulturellen Verbundenheit ist.

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Viele ihrer schönsten Kindheitserinnerungen führen nach Norwegen. Mehrmals reiste sie mit ihren Eltern im Wohnmobil durch das Land. Ob beim Angeln mit dem Vater, bei Bootsausflügen mit dem Onkel oder beim Erkunden der beeindruckenden Natur. Schon damals entwickelte sie ihre große Liebe zu Norwegen. Seitdem folgten zahlreiche weitere Besuche. Der Gedanke, eines Tages ganz dorthin auszuwandern, ist für die 22-Jährige längst mehr als nur eine vage Idee.

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Besonders schätzt sie die Mentalität der Menschen. „Offen, herzlich und entspannt“ beschreibt sie die Norwegerinnen und Norweger, eine Gelassenheit, die sie im Vergleich zu Deutschland als wohltuend empfindet. Auch die Esskultur ist ganz anders. Statt klassischer Metzgereien findet man in Supermärkten in Norwegen eine große Auswahl an Fleisch, Fisch und Meeresfrüchten. Süßspeisen haben ebenfalls einen hohen Stellenwert. Besonders angetan haben es ihr Waffeln mit braunem Käse und Marmelade sowie „Lefse“ mit Zucker und Zimt. Traditionelle Spezialitäten, die sie inzwischen fest mit Norwegen verbindet.

Ein Höhepunkt im norwegischen Jahreskalender ist der 17. Mai, der Nationalfeiertag. An diesem Tag kleiden sich Menschen aller Altersgruppen in Trachten und feiern gemeinsam mit Paraden und Umzügen. Besonders in größeren Städten wie Trondheim wird dieser Tag eindrucksvoll zelebriert. Auch landschaftlich beeindruckt Norwegen mit einer außergewöhnlichen Vielfalt: Fjorde, Berge, Wasserfälle und das offene Meer prägen das Bild. Ein besonderes Naturwunder sind die „Sieben Schwestern“ am Geirangerfjord, deren Wassermassen spektakulär in die Tiefe stürzen.

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Die Norweger nutzen die kurzen Sommermonate intensiv, um die Natur zu genießen und Kraft zu tanken, insbesondere, da die Winter lang und dunkel sind. In manchen Regionen sorgt die Mitternachtssonne dafür, dass es selbst nachts taghell bleibt. Beim nächtlichen Angeln verlor Lara so einmal völlig das Zeitgefühl. Erst um zwei Uhr morgens fiel ihr auf, wie spät es bereits war. Die Winter dagegen sind geprägt von eisigen Temperaturen und meterhohem Schnee. Ein weiteres Naturphänomen, das Norwegen weltberühmt gemacht hat, sind die Polarlichter. Wenn grüne und violette Lichter über den Nachthimmel tanzen, entsteht eine beinahe magische Atmosphäre. Für Lara ist jeder Blick auf dieses Schauspiel ein unvergesslicher Moment.

Auch kulturell bietet das Land besondere Schätze. So beeindruckt die im 12. Jahrhundert erbaute Stabkirche von Lom mit ihrer einzigartigen Holzarchitektur. Bereits als Kind besuchte Lara die Kirche. Als sie diese nach 18 Jahren erneut betrat, war es vor allem der Geruch des alten Holzes, der Erinnerungen wachrief. Ein emotionaler Augenblick, der die tiefe Verbundenheit mit dem Land erneut spürbar machte.

Für Lara steht fest: Norwegen ist ein Land voller Emotionen, Erinnerungen und Naturschönheit. Ob im Sommer oder Winter, für Naturliebhaber und Campingfreunde ist es ein Traumziel. Für die junge Sauerländerin jedoch bedeutet es noch mehr: Es ist ein Ort, an dem sie sich zuhause fühlt.