Auf vier Pfoten über den Rothaarsteig

Quelle: Dina Knorr

Dina Knorr ist Wanderbloggerin, Autorin und zertifizierte DWV-Wanderführerin. Mit ihrem Blog „Borderherz Outdoortrails“ gehört sie zu den bekanntesten Outdoor-Stimmen im deutschsprachigen Raum. Seit 2016 berichtet sie dort über Wanderungen, Naturerlebnisse und Touren in Deutschland und Europa, mit besonderem Fokus auf hunde- und familientaugliche Routen. Gemeinsam mit ihrer Familie und ihren beiden Border Collies Holly und Rily lebt sie im Ruhrgebiet und ist regelmäßig im Sauerland unterwegs.

WOLL: Dina, seit wann teilst du deine Wanderungen mit Hund auf deinem Blog?
Dina Knorr:
Ich habe 2016 mit dem Bloggen begonnen. Ausgangspunkt war, dass ich selbst nach kinder- und hundefreundlichen Wanderungen gesucht habe und in dieser Kombination nie wirklich fündig wurde. Schon als Kind habe ich mit meinen Eltern Urlaub im Sauerland gemacht. Nach mehreren Wandertouren, auch in den Alpen, kam mir die Idee, dass vielleicht auch andere Menschen auf der Suche nach hilfreichen Wandertipps sind. Deshalb habe ich begonnen, meine Erlebnisse auf meinem Wanderblog festzuhalten.

WOLL: Was macht den Rothaarsteig und das Sauerland als Wanderregion mit Hund besonders attraktiv?
Dina Knorr:
Für mich ist die Region aus dem Ruhrgebiet ideal für einen kurzen Urlaub zu erreichen. Dort gibt es zahlreiche wunderschöne Wanderwege, besonders auch für Ausflüge mit Hund. Viele Routen verlaufen im Schatten, und kleine Bäche, Flüsse sowie Stauseen sorgen im Sommer für willkommene Abkühlung. Einer unserer Lieblingsorte, vor allem im Winter, ist der Ort Schanze mit der Almhütte. Dort kann man mit den Hunden wunderbar eine Pause einlegen und die Ruhe genießen. Ein echter Geheimtipp ist außerdem die Graf-Stollberg-Hütte an der Rothaarsteig- Spur am Kahle Pön. Dort gibt es sogar eine eigene Speisekarte für Hunde.

Quelle: Dina Knorr

WOLL: Wie sieht deine Urlaubsvorbereitung aus? Was steht auf der Packliste für den Hund?
Dina Knorr:
Für mehrere Tage nehmen wir für unsere Hunde immer Decken, Handtücher und Futter mit in die Unterkunft. Auf unseren Touren nutzen wir zum entspannten Wandern Hüftgurte, an denen wir die Hunde befestigen können. Zusätzlich tragen unsere Hunde ein Wandergeschirr, und wir verwenden Leinen mit Ruckdämpfer. Besonders während der Brut- und Setzzeit von Mitte März bis Juli ist es sinnvoll, die Hunde anzuleinen, auch wenn es keine gesetzliche Leinenpflicht in Nordrhein-Westfalen gibt. Durch diese Ausrüstung haben wir die Hände frei und sind trotzdem als Team mit unseren Hunden unterwegs. 

WOLL: Welche Abschnitte eignen sich besonders gut für eine Wanderung mit Hund?
Dina Knorr:
Im Jahr 2019 sind wir den gesamten Rothaarsteig in etwa acht Etappen gewandert, die längste Etappe war dabei 26 Kilometer lang. Für eine längere Wandertour sollte der Hund entsprechend konditioniert sein. Gestartet sind wir in Brilon und dann bis nach Dillenburg gewandert. Besonders die südlicheren, letzten Abschnitte sollte man unbedingt einmal erkunden, da sich dort ganz andere landschaftliche Perspektiven eröffnen. Unsere Lieblingsroute ist der Wald-Skulpturen-Weg in Schanze, da entlang der Strecke einige besondere Highlights liegen, darunter auch die Hängebrücke.

WOLL: Welche hundefreundlichen Unterkünfte im Sauerland sind empfehlenswert?
Dina Knorr:
Für uns ist eine Unterkunft dann hundefreundlich, wenn Hunde grundsätzlich willkommen sind und die Übernachtung mit Hund nicht mit hohen Zusatzkosten verbunden ist. In vielen Unterkünften stehen bei der Ankunft bereits ein Hundenapf, eine Decke und ein paar Begrüßungs-Leckerlis bereit. Manche Hotels bieten sogar eine Hundedusche als zusätzlichen Service an. Besonders im Hotel Hubertushöhe haben wir uns mit unseren Hunden sehr willkommen gefühlt. Auch im Landhaus Schlossberg war es sehr angenehm. Dort gibt es einen eingezäunten Garten zum Toben, einen kleinen Agility-Parcours sowie einen Badeteich zur Erfrischung im Sommer für die Hunde.

WOLL: Was bedeutet dir die gemeinsame Zeit mit den Hunden draußen in der Natur?
Dina Knorr:
Man lässt den Alltag hinter sich und kann dort wunderbar entschleunigen. Auch zu sehen, wie viel Freude die Hunde auf den Wandertouren haben, zaubert mir immer wieder ein Lächeln ins Gesicht.

WOLL: Würdest du den Rothaarsteig anderen Hundebesitzern als Ausflugsziel weiterempfehlen?
Dina Knorr:
Ja, definitiv. Der Rothaarsteig bietet eine wunderschöne und abwechslungsreiche Landschaft mit vielen Möglichkeiten zur Einkehr unterwegs. Die Wege sind gut ausgeschildert, sodass ich unterwegs nicht ständig auf das Handy angewiesen bin. Besonders für kürzere Strecken eignen sich die Rothaarsteig-Spuren sehr gut, da sie als Rundwege angelegt sind und man dort auch kürzere Touren wunderbar wandern kann.

Mehr zu Dina und ihren Hunden: www.borderherz.de