Auf geht’s Deutschland Tour 2025 im Sauerland

Quelle: Fotos: Jannik Janßen/@138media

„Mein emotionaler Karrierehöhepunkt!“, das sagt Radrennfahrer Jon Knolle aus Unna über seine Teilnahme an der diesjährigen Deutschland Tour, die am Freitag, 22. und Samstag, 23. August Halt in Arnsberg macht und von hier zur Königsetappe nach Kassel startet. Im nachfolgenden Bericht teilt der Sportler und WOLL-Redakteur Jon Knolle seine Gedanken und Gefühle zu diesem hochkarätigen Sportevent 2025 mit.

Bunte Plakate zieren die Straßen im Sauerland, erzählen vom kommenden Radsportfest. Am Mittwoch beginnt die Deutschland Tour mit einem Prologzeitfahren an der Zeche Zollverein in Essen. Donnerstag und Freitag rollt das Peloton durch weite Teile des Sauerlands.

Als im Dezember 2024 bekannt wurde, dass das größte deutsche Radrennen erneut durchs Sauerland führen wird, war mir klar, dass ich dabei sein muss. Das Wintertraining und der Saisonauftakt liefen sehr gut. Bis Juni war ich zufrieden mit meiner Saison. Viele kleine Verbesserungen führten dazu, dass ich physisch – und auch mental – so gut drauf, wie noch nie. Dreimal verpasste ich knapp meinen ersten Profisieg.

Dann kam der Wendepunkt. Der Juli war ein schwarzer Monat: Viele Krankheitswochen, ein Sturz bei der Deutschen Meisterschaft, eine Wasservergiftung beim Hitzerennen in Rumänien. Die Deutschland Tour schien in den Hintergrund zu rücken.

Konstant gutes Training, etwas Pause für Körper und Kopf und das Vertrauen in mich selbst führten dazu, dass ich seit drei Wochen wieder auf einem sehr guten Weg bin. Anfang August fuhr ich eine solide Tour de l’Ain in Südfrankreich und als Team gewannen wir das Bundesligarennen in Bellheim. Pünktlich zum Saisonhighlight bin ich in Topform – so, wie ich es mir im Dezember vorgestellt habe.

Die Deutschland Tour wird für mich persönlich sehr emotional. Nach dem Auftakt in Essen geht es am Donnerstag quer durchs Ruhrgebiet. Gleich zu Beginn passieren wir meine ehemalige Hochschule in Gelsenkirchen, an der ich Journalismus studiert habe und tauchen ein in mein Kerntrainingsgebiet: das südliche Münsterland. Die Strecke führt 15 Kilometer an meiner Haustür vorbei. Das Ziel ist in Herford.

Quelle: Fotos: Jannik Janßen/@138media

Freitag rollt der Tour-Tross endlich ins Sauerland. Von Herford durch den Teutoburger Wald, führt die Strecke über den Möhnesee nach Arnsberg. Hier kenne ich jeden Zentimeter. Familie und Freunde werden in Neheim stehen und mich anfeuern. Eine technisch anspruchsvolle Schlussrunde über 20 Kilometer könnte das Feld am Ende auseinanderreißen. Gemeinsam mit Roger Kluge und Miguel Heidemann werde ich alles probieren, um unseren Sprinter Jonathan Rottmann in Position zu bringen, sodass er auf der Goethestraße im Zentrum von Neheim um ein Top 10 Ergebnis sprinten kann.

Am Samstag startet das Peloton in Neheim. Es geht über Arnsberg und die Möhne – auf den Spuren der Sauerland-Rundfahrt. In Hirschberg fahren wir die berüchtigte Hirschberger Wand hoch. Nach Warstein und Brilon verlassen wir das Sauerland in Richtung Kassel. Es ist die schwerste Etappe, die die Gesamtwertung bei aggressiver Fahrweise durcheinanderschütteln könnte. Johannes Adamietz und Ole Theiler sind zwei hügelfeste Fahrer, die das Rembe-Trikot sicher gut präsentieren werden.

Die Schlussetappe führt weitestgehend flach von Halle an der Saale nach Magdeburg. Zum Abschluss der Deutschland Tour wird ein Sprint erwartet.

Ich bin mir sicher, dass Arnsberg ein unvergesslicher Gastgeber wird. Seit knapp zehn Jahren rolle ich täglich durch die Hügel und Täler des Sauerlands. Neben einem guten Stück Nervosität überstrahlt die Vorfreude auf fünf spannende Tage Radsport.

Wir sehen uns an der Strecke!

Jon

Quelle: Fotos: Jannik Janßen/@138media