„Arnsberg hat seinen Gästen viel zu bieten“

Stadtportrait Arnsberg

Quelle: Hans Blossey

Annette Baumeister ist bei der Stadt verantwortlich für Tourismus

„Unsere Stadt mit ihren rund 75.000 Einwohnerinnen und Einwohnern liegt mitten im Naturpark Arnsberger Wald. Gleichzeitig verkörpert Arnsberg das Leben in Südwestfalen mit all seinen Reizen und Besonderheiten. Arnsberg ist urban und lebendig, historisch spannend und naturnah vielseitig.“

So beschreibt Annette Baumeister die wesentlichen Stärken ihrer Stadt. Sie leitet bei der Stadtverwaltung den Bereich Tourismus. Gäste schätzen ihrer Erfahrung nach vor allem die Vielfalt, die Arnsberg bietet: verwinkelte Gassen und Fachwerkhäuser, städtisches Flair und moderne Angebote sowie die reizvolle Umgebung mit den Hügeln und Seen des Sauerlandes.

Ein wichtiger Wirtschaftsfaktor

„Vielleicht nicht in gleichem Maße wie in anderen Regionen des Sauerlandes, aber auch für Arnsberg ist der Tourismus ein wichtiger Wirtschaftsfaktor“, erklärt Annette Baumeister. Sowohl die Zahl der Tagesgäste als auch die Übernachtungen steigen fast jedes Jahr. Etwa 189.000 Übernachtungen werden in den rund 1.500 Betten des Gastgebers mit mehr als zehn Betten, also Hotels, Gasthöfe und Gruppenunterkünfte, gezählt. Die Betten in Ferienwohnungen kommen noch dazu. Und es gibt schätzungsweise 700.000 bis 800.000 Tagesgäste.“ Das Übernachtungsangebot besteht überwiegend aus Hotels und Ferienwohnungen. Gasthöfe und Pensionen sind dagegen rückläufig. „Es gibt aber spannende Entwicklungen“, sagt Baumeister. So eröffnet im September ein neues B&B Hotel in Arnsberg-Neheim. Außerdem wird in diesem Jahr ein Wohnmobilstellplatz mit 20 Plätzen im Alten Feld in Alt-Arnsberg eingeweiht.
Von einem „Übernachtungshotspot“ könne man zwar nicht sprechen, doch Alt-Arnsberg und Neheim seien die Orte mit den meisten Gästen. Während Touristinnen und Touristen eher in Alt-Arnsberg übernachten, sind Geschäftsreisende vor allem in Neheim zu finden, der „Stadt der Leuchten“. Aber in fast allen Orten und Dörfern der Stadt gibt es Unterkünfte.

Annette Baumeister



Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer beträgt drei Tage. „Durch unsere ständigen Angebotserweiterungen, etwa bei Rad- und Wanderwegen oder durch die Nähe zu den beliebten Stauseen wie Möhnesee und Sorpesee, wünschen wir uns natürlich eine Verlängerung der Aufenthaltszeit. Besonders in Ferienwohnungen ist sie erfahrungsgemäß höher. Da diese statistisch nicht erfasst werden und wir keine Tourismusabgabe erheben, liegen uns dazu jedoch keine Zahlen vor“, so Baumeister.

Eine Outdoorregion

Arnsberg versteht sich vor allem als Outdoorregion mit attraktiven Indoor-Angeboten. „Unser Wanderwegenetz ist schon jetzt sehr gut ausgebaut und bietet zahlreiche Möglichkeiten. Verbesserungen bei Infrastruktur wie Wanderparkplätzen und Beschilderungen setzen wir aktuell gemeinsam mit dem Naturpark Arnsberger Wald und dem SGV um.“

Auch für Radfahrende wurde das Angebot erweitert: In diesem Jahr kamen vier neue Radrouten im Stadtgebiet hinzu. „Da ist für jeden etwas dabei. Wir hoffen, dass sich die Radlerinnen und Radler des RuhrtalRadwegs künftig mehr Zeit nehmen, um die Natur und Kultur rund um Arnsberg zu entdecken. Und natürlich arbeiten wir an weiteren Angeboten für aktive Gäste“, erklärt Baumeister.

Dass viele beim „Sauerland-Urlaub“ eher an den Süden denken, sieht sie realistisch: „Es stimmt: Winterberg, Medebach oder Schmallenberg sind die bekannteren Urlaubsziele. Aber Arnsberg hat seit der Eröffnung des RuhrtalRadwegs enorm an Bekanntheit gewonnen. In einer Umfrage wurde unsere Stadt sogar als ,Hauptstadt des RuhrtalRadwegs‘ bezeichnet. Wir machen uns durch Veranstaltungen wie die Lidl Deutschland Tour im August oder durch Messeauftritte bemerkbar. Und vielleicht kennt man uns auch als Kanzlerstadt“, sagt sie mit einem Schmunzeln.

Arnsberg ist außerdem gut mit der Dachorganisation Sauerland Tourismus vernetzt. „Wir tauschen uns regelmäßig mit anderen Orten aus, empfehlen unseren Gästen Ausflüge dorthin – und umgekehrt.“

Spannende Ausflugsziele

Für Tagesgäste gibt es zahlreiche Highlights. Viele besuchen das Sauerland-Museum mit seiner Dauerausstellung zur Geschichte des Herzogtums Westfalen und den eindrucksvollen Sonderausstellungen im modernen Anbau. Sehenswert ist auch die historische Altstadt mit dem Schlossberg. „Es ist wunderschön zu sehen, wie liebevoll die Bewohnerinnen und Bewohner ihre Fachwerkhäuser und Straßen präsentieren. Der Ausblick vom Schlossbergplateau ist jedes Mal ein krönender Abschluss.“

Ein weiteres Alleinstellungsmerkmal: In Arnsberg liegen gleich drei Klöster des Prämonstratenserordens dicht beieinander. Im Wildwald Vosswinkel können Gäste außerdem Wildtiere aus nächster Nähe erleben, inmitten eines herrlichen Waldes mit gut ausgebauten Wander- und Spazierwegen.

„Wir haben viele kulturelle Angebote wie das Sauerland-Museum, das Kloster Wedinghausen, das Sauerland-Theater, Kirchen und Klöster sowie die historische Altstadt, aber auch jede Menge Natur für alle, die gerne aktiv unterwegs sind. Und es gibt die tollen Angebote zum Shoppen in der Einkaufsstadt Neheim. Deshalb beraten wir unsere Gäste meist mit einem Gesamtpaket und lassen sie selbst auswählen“, so Baumeister.

Persönliche Lieblingsplätze

Die Frage nach ihren drei Lieblingsplätzen in Arnsberg fällt ihr schwer: „Das ist bei mir sehr jahreszeiten- und stimmungsabhängig. Wenn ich Kraft tanken möchte und gleichzeitig Bewegung brauche, gehe ich ins Eichholz und setze mich an den Kinderteich. Unsere schönen Wanderwege nutze ich auch oft zum Joggen. Und einer meiner Lieblingsorte ist der Schlossberg, wo wir im Juli ein Picknick veranstaltet haben. Das war einfach wundervoll.“