5.000 Kilometer für eine Lehrstelle im Sauerland

Muhammadjon Zoirov

Quelle: Olsberger Dachdeckerunternehmen Jedamzik

Dachdecker-Azubis aus Tadschikistan 

Es ist eine Sauerländer Erfolgsgeschichte – eigentlich. Das Olsberger Dachdeckerunternehmen Jedamzik hat sich auf Schieferwerk spezialisiert und erhält Aufträge aus ganz Deutschland. Juniorchef Daniel Jedamzik suchte händeringend Arbeitskräfte und Auszubildende, doch auch auf Ausbildungsbörsen hatte er keinen Erfolg. In Deutschland will offenbar niemand mehr Dachdecker werden. Was tun?

Die heiß ersehnten Azubis kamen schließlich von der tadschikisch-chinesischen Grenze ins Sauerland. Die Kontakte entstanden über die Handwerkskammer, die auch Verbindungen nach Tadschikistan in Zentralasien unterhält. Das Olsberger Dachdeckerunternehmen inseriert mittlerweile regelmäßig wegen der Azubi-Krise in Tadschikistan.

Tadschikistan liegt in Zentralasien an den Grenzen zu Afghanistan, China und Pakistan. Vor kurzem haben der 23-jährige Muhammadjon Zoirov und der gleichaltrige Khurshedjon Mirzosarfazoda ihre Ausbildung beim Olsberger Dachdeckerunternehmen Jedamzik begonnen. Ersterer war auf die Sauerländer Ausbildungsbörse gestoßen, weil sein Bruder bereits im Sauerland lebte.

Vom Germanistikstudium in Duschanbe aufs Dach im Sauerland 
Der 21-jährige Muhammadjon Zoirov studierte eigentlich Germanistik in der tadschikischen Hauptstadt Duschanbe. Im Internet stieß er auf die Sauerländer Ausbildungsbörse und das Olsberger Dachdeckerunternehmen Jedamzik. Dort bewarb er sich um eine Ausbildungsstelle. Nach monatelangem Warten auf ein Arbeitsvisum klappte es schließlich. Jetzt absolviert der ehemalige Germanistikstudent aus Duschanbe auf den Dächern des Sauerlandes eine Ausbildung als Dachdecker und profitiert dabei von seinen guten Deutschkenntnissen, die er im Studium erworben hat.

Alles richtig gemacht
Arbeitswillig, pünktlich, fleißig. Die Tadschiken sind mit Begeisterung bei der Sache. „Ich bin hochzufrieden. Besser könnte es nicht laufen. Sie haben Bock auf den Job“, lobt der Dachdeckermeister seine neuen Azubis. Mittlerweile zählen zu seinem zehnköpfigen Team zwei Gesellen und weitere Azubis aus Tadschikistan. Sie arbeiten selbständig auf Baustellen in ganz Deutschland. Ohne die Arbeitskräfte aus Zentralasien würde der Laden nicht laufen.