
„Es ist bei Ihnen zu wenig urlaubig!“, schreibt uns der Tourismuspsychologe Reinhard Schober aus München ins Sauerländer Tourismusbuch. „Außerdem haben Sie eine kollektive Gestaltungshemmung“, trifft er mit einem zweiten Schlag tief in meine Magengrube. Schober hatte sich mit der touristischen Zukunft der Region auseinandergesetzt und den Begriff der „schwingenden Landschaften“ formuliert. Ich fresse ihm aus der Hand und höre zu. Ich bin noch neu hier und war vorher Kurdirektor auf einer Nordseeinsel – dort gab es nur Tourismus, nichts sonst. Hier ist das vernünftigerweise anders und wirtschaftlich gut durchmischt. Aber ich suche nach einem Weg in die Zukunft, denn was genau kann man der engagierten, familiengeführten Hotellerie und Gastronomie Neues und Attraktives zur Seite stellen? Und zwar möglichst dauerhaft und ohne kurzlebige Feuerwerkereien.

So entsteht der Grundgedanke, dass wir orts- und kreisgrenzenübergreifend gute „Produkte für den Fremdenverkehr“ brauchen, die frisch von sich reden machen. Denn schöne Wälder und Mittelgebirgslandschaften haben Mitbewerber auch. Diese Einsicht wird zur Motivation und fällt regional auf fruchtbaren Boden. So entstehen in kurzer Zeit hier und um uns herum bis heute taugliche Netzwerke. Mal sind es Zusammenschlüsse für besonders geeignete Landferienanbieter (Schmallenberger Kinderland), mal geht es um wandertaugliche Gasthöfe (Sauerländer Wandergasthöfe). Mal sortieren wir Touristiker uns nach Sportarten (Wintersport-Arena und Bike Arena), mal suchen wir nach zu verbindenden Orten mit eher topografischem Blick (WaldSkulpturenWeg und Hochsauerland-Höhenstraße) oder nach neuen Events (Sauerland Open und Oldtimer Classic). Etwas später kommen nach diesem Denkmuster die Wanderdörfer und die Sauerland-Seelenorte hinzu, während für die etwas kühne Idee der Gesund- und Naturorte als moderne Form der in die Jahre gekommenen Kurorte die Zeit noch nicht reif ist. Der Markenfachanwalt verdient bereits gut an uns, aber einem Thema, unserer Hauptattraktivität, also dem Wandern schlechthin, fehlt immer noch das gewisse Etwas. Etwas, das das Leben erleichtert und die Emotionen anspricht. Außerdem verlaufe ich mich dauernd und mein sonst so geduldiger Schwiegervater lacht mich mitten im Wald aus.
Auch mein „Co“ Hubertus Schmidt meint, dem ganzen Wanderthema fehle der Pfiff, heute würde man sagen der Drive; es ist einfach ein in die Jahre gekommener oller Volkssport meist älterer Semester. Mir macht das so keinen rechten Spaß. Moderner und „unverlaufbar“ müsste es sein, insgesamt in der Breite durchdachter und eine Spur aufregender dürfte es auch sein. Ich laufe um den Tisch, fange an vom „Neuen Wandern“ zu fantasieren – und lerne Rainer Brämer kennen. Er ist Doktor der Physik, Soziologe und Dozent an der Uni Marburg. Wir treffen uns und reden uns nach kurzer Zeit in Rage. Er erklärt mir aus seiner Forschung, wie Menschen ticken und was sie in der Natur suchen. Was wir brauchen, meint er, sei ein großer starker Wanderweg als Rückgrat und dazu ein neugeordnetes System in der weiten Fläche. Das ist es. An dem Abend trinke ich mit Hubertus einen Schnaps.

Der Impulsgeber Dr. Brämer wittert, dass ich sein Umsetzer und Praxismann werden könnte, denn einen experimentierfreudigen Versuchsraum hat er noch nicht gefunden. Er schlägt vor, dass wir weit denken, weiter, noch weiter – und auf regionale politische Zuschnitte keine Rücksicht nehmen sollten. Denn da gibt es diesen Kamm, diesen landschaftlichen Hintergrund für gleich mehrere Nachbarregionen des Rothaargebirges mit diesem bisher in der Öffentlichkeitsarbeit nicht benutzten Begriff. So kristallisiert sich schnell die Idee eines Weitwanderweges namens Rothaarsteig heraus. Mir ist nun Ende der 90er klar, dass „wir“ etwas regionenübergreifend Anziehendes brauchen. Da „uns“ Touristikern die Landschaft nicht gehört, muss dieses Neue von vornherein zudem auch branchenübergreifend, beispielsweise mit den Eigentümern und dem Forst, angelegt und dauerhaft gesichert werden.
Wir alle wollen regionale Stärke entwickeln und unsere Heimat vorsichtig, aber nachhaltig kraftvoll nach vorne bringen. Und zwar so, dass sich zunächst die Bevölkerung damit identifiziert und mit wirbt, denn Werbegeldmittel werden auch in Zukunft eher knapp sein. Wenn es gelingt, den vorher gemiedenen Begriff „Marke“ ernsthaft in den Mund zu nehmen und etwas Einzigartiges zu kreieren, müssten wir alle zusammen aus dem mittelgebirgigen Mittelmaß herausfinden. Nicht falsch verstehen: Vorgänger haben sehr gute Arbeit geleistet, aber deren Zeitalter ist abgelaufen und die früheren Leistungen bringen uns heute nicht weiter. Waldgebirgen wird in der einschlägigen Tourismuspresse jedenfalls deutschlandweit nicht die beste Zukunft prognostiziert. Aber das wollen wir doch mal sehen!

Und nun geht’s los
Der Instinkt trügt nicht. Jeder und jedem, der oder dem ich die Grundidee vorstelle und die Frage stelle „Machst du mit?“ reagiert positiv. Da sind zunächst Roswitha Still und Horst Schneider vom Kreis Siegen-Wittgenstein. Meine Kollegenfreunde Matthias Hess/Bad Berleburg, Clemens Lüdtke/Lennestadt, Rüdiger Strenger/Brilon, Susanne Kleinsorge/Winterberg und viele andere, die die Idee berherzt aufgreifen. Da ist der heimische SGV mit seinen wunderbaren Typen sofort mit am Tisch, genau wie die ehrenamtlich geführten Verkehrsvereine der vielen kleinen Orte. Weil man diesen leicht verwegenen Charakter der Bewegung überall spürt, kommen aus dem Stand positive Rückmeldungen der Rathäuser, Kreisverwaltungen, Bezirksregierung, Landesregierung (denn wir werden Geld brauchen) und aller möglichen Behörden sowie die für dieses Vorhaben elementare Unterstützung der Forstämter.
Alle wollen mit uns eine bisher unbekannte Strecke zu einem Weitwandererlebnis – und in der Folge eine flächig neue Beschilderung – aufbauen. Auch wenn zu dem Zeitpunkt noch niemand wirklich glaubt, dass das Thema so ziehen wird, wie wir es in die Luft malen und imaginieren. Denn „so etwas“ gibt es schlicht nicht. Alle anderen Steige und neuen Weitwanderwege sind nach dem Rothaarsteig entstanden. Es gab nur den berühmten, tief historischen Handelspfad Rennsteig, aber nichts „Modernes“.
Jetzt melden sich Kreative aller Couleur und ich habe Mühe, alle Zurufe in eine Reihenfolge zu bringen. Wie macht man das, wie gehen wir vor? Wir brauchen auf jeden Fall eine Gruppe, die das gesamte Projekt managt und wir brauchen Mitarbeiter, denen so etwas zuzutrauen ist. Dann brauchen wir eine AG Weg & Karte sowie eine, die sich um die Gestaltungslinie und das Design kümmert. Was ist los? Design im Wald? Was soll denn das? Zum ersten Mal tauchen kritische Stimmen auf, wir sollten doch die Kirche im Dorfe lassen, wer braucht denn eine Wandermarke. „Kauft euch einen Pott Farbe, das reicht!“, wird mir geraten und ich werde von einem Bürgermeister, dessen Kommune nicht an der künftigen Wegstrecke liegt, gefragt: „Wer hat Ihnen das erlaubt?“ Doch der Zug ist auf der Strecke und während Behörden oft verunglimpft werden, erlebe ich das Gegenteil: Förderung, Unterstützung und auch Geschwindigkeit für die neue Idee Rothaarsteig von allen Seiten (– ich könnte einige „Beamte“ heute noch umarmen, so rasant entwickelt sich überall das elektrisierende Vorhaben).

Mir wird klar, dass an den großen Tisch nun nicht nur Touristiker gehören, sondern auch Wirtschaftsförderer sowie der Verband der Waldbauern und Landwirte und die Forstwirtschaft. Wir müssen auf eine insgesamt ausgewogene Zusammenstellung achten, die für alle Beteiligten regional und branchenübergreifend sprechen wird. So entsteht die Rothaarsteigfamilie, heute wohl eher Rothaarsteigcommunity.
Aus dem Tagebuch:
20.01.2000
Sicher einer der spannendsten Tage im Job. In der 13. Etage des Siegener Kreishauses Klausursitzung zur sogenannten Erlebnisdramaturgie. Gute Denker und seltsame Dialekte am Tisch. Es geht um das „Wie“, also die Inszenierung des neuen Weges.
24.02.2000
Heidenärger um den geplanten Wegeverlauf. Drei Seiten Begründung aus Bruchhausen, warum wir keinen Weg durch den Privatwald anlegen können. Wir drohen zurück mit einer Willingen-Variante (– später einigen wir uns und freuen uns seitdem gemeinsam über den wirtschaftlichen Erfolg).
25.02.2000
Trotz etlicher Unterstützungen der Ämter, z.B. durch Regierungspräsident Wolfram Kuschke und seine Leute, werde ich im zuständigen Ministerium ausgelacht, dass wir ein liegendes „R“ und dann noch in roter Farbe als neues Markierungszeichen einsetzen wollen. Bin schon zweimal rausgeflogen und heute zum dritten Mal wieder reingekommen. Leitender Ministerialrat Reinhard Thomalla lässt sich die Schnapsidee nochmal in Ruhe erklären und lächelt, dann gibt er sein OK. Ab jetzt sei sein Haus dabei.
04.04.2000
Die Designgruppe tagt. Spannend, anstrengend, ergiebig. Die Stunde der Frauen. Simone Schulz und vor allem Ulrike Mertens kommen auf die Idee, das R als Wanderzeichen um 90° zu kippen und zu legen und kreieren daraus im gleichen Atemzug die Linie der künftigen Waldmöbel.
26.03.2000
Telefonat mit Dr. Harald Knoche, der seit der ersten Zusammenkunft als interessierter Privatmann am Tisch sitzt. Er will sich bei einem heimischen Institut bewerben. Nix da, ich brauche den (etwas später kommen Frank Rosenkranz und Christa Velten hinzu – ein Dreamteam, das die Gesamtaufgabe ab da jahrelang perfekt wuppt).
04.04.2000
Hans von der Goltz, Diethard Altrogge und mir gelingt es, die anderen Forstamtsleiter zu knacken und von einer durchgehenden Linie zu überzeugen. Waldsessel, Waldliegen, Waldschaukeln und auch Unterstellhütten mit welliger Dachform im Logodesign gehen durch. Yippieh!
Später Probesitzen. Falscher Winkel. Wer hat die Normgröße? Und die Frage, ob sich je jemand auf eine Waldliege legen wird?
Legen heute das Logo fest!
(Hatten bei den Entwürfen der Waldmöbel zunächst auch Hochsitze in Überbreite in den Entwurfsskizzen. Da könnten fünf bis sechs Wanderer nebeneinander hocken – ein Förster schaut mich mitleidig an. Na gut, dann eben nicht …)
13.06.2000
Rainer und Harald zeigen erstmals Frust. Sie kommen mit der Wanderwegereform nicht weiter; das angedachte System muss Ort für Ort erklärt werden. Dazu vermutlich viele Schilder. Wer produziert so etwas lichtecht, haltbar, bezahlbar? Muss ihnen zureden, wird schon.
19.06.2000
Im edlen Rahmen vom Hotel Schütte in Oberkirchen erfolgt die feierliche Unterzeichnung aller Kommunen und Kreise zum Rothaarsteigvertrag – jeder einzeln im Sessel mit Füllfederhalter und Büttenpapier auf erhöhtem Podest (– später kommen aus dem Gründergeist der Geschäftsstelle noch der Infrastruktur e.V., der Freunde und Förderer e.V. für das bürgerschaftliche Engagement und noch später die Top Trails of Germany für das bundesweite Angebot und den internationalen Markt hinzu).
27.06.2000
Nach etlichen Abendsitzungen auf etlichen Ebenen starten wir im Team heute zusätzlich mit der Tournee zu den Waldbauernversammlungen. Haben Bammel. Die Losung heißt deshalb für beide Seiten: Keine Angst vorm Rothaarsteig! Wir kommen in Frieden.
30.06.2000
Sind am Rennsteig und denken: Das machen wir anders.
10.07.2000
Die Arbeitsverträge stehen, die Mitarbeiter sind längst im Dienst.
04.08.2000
Bin dem WDR mit Beate Schmies dankbar, dass er live von den Testwanderungen berichtet. Heute über 200 Menschen; dabei gehen wir manchmal hin und her und denken uns die Birne über den richtigen Wegeverlauf wund. Ein älteres Magistratsmitglied aus Dillenburg brabbelt in der Hitze vor sich hin. Als ich aufschließe, höre ich sein Mantra: „Hefeweizen dunkel, kalt, Hefeweizen dunkel, kalt, Hefeweizen … .“
30.08.2000
Ungeahnt fröhliche Unterzeichnung der Vereinbarung zwischen dem Waldbauernverband und dem neuen Rothaarsteigverein im Schäferhof auf Jagdhaus. Alles Adlige um mich herum.
04.09.2000
Lernen einen tollen Landschaftsfotografen kennen. Ob er das umsetzen kann, was wir im Kopf haben? (Es zeigt sich, dass das ein goldener Griff war, denn Klaus-Peter Kappest setzt das neue Kopfkino in herrliche und prägende Bilder um.)
14.09.2000
Forstwirt Andre Mergheim aus Oberkirchen stellt sich und seine Idee vor, als Wanderwerker zu fungieren. Er hat Oberarme wie ich Oberschenkel (– damit wird Pömpel-Andre zu dem Praktiker, der in seinem Büro die Sisyphusarbeit der genauen Lokalisierung der richtigen Schilderstandorte vorbereitet und der Hunderte von Pfosten in den Boden rammt).
21.09.2000
Die Wanderportalorte Brilon und Dillenburg signalisieren, dass sie sich als Start und Ziel ihrer erhöhten Aufmerksamkeit bewusst sind und alles dafür tun werden.
12.12.2000
Überlege mit Benno Ecker vom SGV-Hauptsitz in Arnsberg, ob wir ein Label für Wanderfachbetriebe einführen sollten. Vielleicht als garantierte Rothaarsteig-Qualitätsbetriebe?
Die hibbelig-umtriebige Christa, die wir hoffentlich bald fest einstellen können, gibt dem sich aufbauenden Marketing weiblichen Esprit. Bei ihren Erkundungen, die oft früh um sechs beginnen, geht sie nicht auf dem werdenden Steig, sie rast durchs Gelände. Bekomme Schnappatmung. Harald und Frank haben unglaublich viel Arbeit. Sie können nichts woanders abgucken. Wir sind anscheinend nicht Teil eines Trends, sondern machen vielleicht einen.
Die ersten Komponisten melden sich mit Rothaarsteig-Marschliedern …
18.12.2000
Der forstliche Koordinator Fred Hansen kommt ins Spiel. Es könnte demnächst Ranger am Steig geben.
05.01.2001
Rainer Brämer überarbeitet den Text zur R-Philosophie fabelhaft neu. Er ist einmalig; ein kluger Kopf, der es meisterhaft versteht, mich zu munitionieren.
Reinhard Schober zeigt mir seinen Entwurf für künftige Rothaarsteig-Landschaftshotels.
Streit mit einigen Förstern über den Wegezustand. Wir können doch keinen Wildsau-Trail eröffnen.
Ulrich Rützel vom Erdenklang Musikverlag aus Wenholthausen stellt seine CD „Mountain Air“ für sphärische Klänge am Rothaarsteig vor.
Bürgermeister Elmar Reuter aus Olsberg klärt und vermittelt zwischen uns und der Fürstlichen Rentei zu Bruchhausen den Steigverlauf in der Form einer neuen Bergvariante an den Steinen. Uff.
03.03.2001
Alle Finanzierungszusagen aus Düsseldorf liegen vor.
Die Jungs packen auf der ITB in Berlin kartonweise Pressemappen. Wir stellen den Steig auf dem Stand des Landestouristikverbandes mit großem Tamtam vor. Er ist das Thema. Abends gut besuchte Feierlichkeit im Berliner Logenhaus zur Einführung des neuen Wanderflaggschiffs Rothaarsteig.
Am ITB-Abschlusstag sind abends alle verschwunden, auch die Förster, die eine tolle Vitrine mit viel Heimaterde aufgebaut hatten. Wir schaufeln den verklumpten Boden in unserem bis dahin guten Messeoutfit fluchend aus der Kiste.
19.03.2001
Wikinger-Reisen beißt an.
Die hessischen Bürgermeister signalisieren in Wetzlar ihre Unterstützung. Landrat Schuster leistet ganze Arbeit (– und bleibt lange Jahre unser Unterstützer im Nachbarbundesland).
Abends zu Herrn Falke Senior. Ob er uns sponsern möchte? (Im Nachgang sind unsere zum Thema passenden Sponsoren die mit verlässlichsten Partner.)
29.03.2001
Der Deutsche Tourismusverband hat Rainer und mich ins Hamburger Marriott-Hotel eingeladen. Wir referieren über die Idee des „Neuen Wanderns“.
06.04.2001
Das Festkomitee zur Eröffnungsplanung tagt. Haben auf Empfehlung einen Redakteur der „Bild“ am Tisch, der uns medial helfen soll. Sehe schon die Schlagzeile: „Blut im Schuh!“
25.04.2001
Herrgott nochmal, wir müssen endlich möblieren! In ein paar Tagen ist Eröffnung und draußen stehen nur drei Pömpel auf dem Giller!
Die Rundschau schreibt: „Ein Star unter den Wanderwegen wird geboren“, aber im Gelände? Nix!
Auch die Westfalenpost und die Siegener Zeitung sind voll vom Rothaarsteig. Vom WP-Chefredakteur Bodo Zapp gibt’s keine Hiebe, nur Zuspruch. Bin verblüfft.
Die FAZ berichtet mit einem ihrer kritischsten Beobachter. Weiter können wir es wahrscheinlich touristisch nicht bringen.
Beim „Tschüss“ nach einem Gespräch im Hotel Jagdhaus sagt Bernd Wiese-Gerlach am Tag vor der Eröffnung: „Ich freue mich auf morgen – Sie kommen doch auch?“
03.05.2001
Stündlich erreicht uns Material. Mal Schilder, mal Klamotten, mal Prospekte, dazu Infotafeln und auch jede Menge Angebote: rote Schnäpse, rote Wecker, rote Brillengestelle …
Christa und die Jungs, aber auch wir vom neuen Vorstand geben Interviews auf allen Kanälen. Das haben wir noch nicht erlebt.
06.05.2001
Helfer werden in rote Regenjacken eingewickelt. Es geht los. Der Tag der Eröffnung auf der Ginsburg. Es regnet. Und wie. Mutter Beimer lässt sich ihre gute Laune nicht nehmen und führt die Sympathieliste des tollen Tages an. Tausende kommen und die „Bild“ titelt: „Ja, wo laufen Sie denn? Auf unserem Rothaarsteig!“
Trotz Dauerregen würdevolle große und schöne Eröffnungszeremonie und Feier. Man merkt: Der Steig ist jetzt schon in vielen Herzen angekommen und vielleicht Teil eines neuen Heimatgefühls.
Komme nass, ziemlich abgerissen und vollkommen nüchtern nach Hause. Bin glücklich.
Th. Weber
Quelle: privat„Bei dieser persönlichen Rückschau ist mir wichtig, dass der Erfolg des großen Themas Rothaarsteig ein Gesamtverdienst einer Menge Menschen war und ist. Hier konnten nicht alle erwähnt werden, aber es waren tatsächlich viele und etliche haben sich über Jahre richtig stark engagiert. Allen sei deshalb von Herzen gedankt!“ – Thomas Weber



