Ninas Traumjob

Ninas Traumjob Altenpflegerin. Abwechslungsreiche Herausforderung und Teamarbeit

Nina Droste; Ninas Traumjob Altenpflegerin. Abwechslungsreiche Herausforderung und Teamarbeit

Altenpflegerin. Abwechslungsreiche Herausforderung und Teamarbeit

Text: Ellen Sonneborn

Fotos: S. Droste

Früher wollte Nina unbedingt Polizistin werden. Sie hatte sogar schon einen Teil des Bewerbungsverfahrens abgeschlossen. Und dann. Dann kam alles anders. Heute macht Nina eine Ausbildung zur Altenpflegerin und ist superglücklich. Sie fühlt sich in ihrem Team pudelwohl und kann sich beruflich gar nichts anderes mehr vorstellen.

Impulsgeber Sozialpraktikum

Nina Droste sagt von sich selbst, dass sie sich nie für eine Person gehalten habe, die in einem sozialen Beruf arbeiten würde. „Das hat sich jedoch im ersten Jahr auf dem Gymnasium der Benediktiner Meschede geändert“, gesteht sie. „Jedes Jahr macht die Einführungsphase ein Sozialpraktikum in unterschiedlichen sozialen Einrichtungen. In meinem Fall war es das Seniorenzentrum Blickpunkt in Meschede. Dort habe ich drei Wochen lang in den Beruf der Altenpflege reinschnuppern können. Ich habe in der Zeit viel gelernt. Vor allem aber habe ich mich direkt wohlgefühlt. Ich bin jeden Tag gerne zur Arbeit gegangen. Am Ende des Praktikums wurde mir eine Aushilfsstelle angeboten. Die habe ich gern angenommen und jedes zweite Wochenende – neben meinem Abitur – im Seniorenzentrum mein Taschengeld aufgebessert“, erzählt die heute 20-Jährige.

Ein Team für alle Herausforderungen

Sich in jungen Jahren für einen so intensiven Beruf zu entscheiden, ist nicht nur mutig, sondern zeugt auch von Verantwortungsbewusstsein und hoher sozialer Kompetenz. Natürlich fragt man sich da, wie junge Menschen wie Nina die täglichen Herausforderungen meistern. „Viele Dinge lerne ich ja erst noch. Allerdings könnte es zukünftig eine Herausforderung für mich sein, den Spagat zwischen allen Beteiligten hinzubekommen.“ Das bedeutet für sie, neben der Pflege genügend Zeit für die Bewohner aufzubringen. Ein offenes Ohr zu haben, wenn Angehörige mit ihren Sorgen oder Anliegen kommen und trotzdem die Dokumentation zu erledigen. Und obendrein die Kommunikation mit den Ärzten und Therapeuten zu managen. „Ich weiß aber, dass man mit so etwas nicht alleine dasteht. Ich arbeite in einem Team. Wenn ich Hilfe benötige, bekomme ich sie.“

Systemrelevant und abwechslungsreich

Durch die Corona-Krise ist uns allen sehr viel bewusster geworden, welche Berufe tatsächlich systemrelevant sind. Menschen wie Nina üben ihre pflegenden/betreuenden Berufe nicht nur aus, sondern haben darin ihre Berufung gefunden. Emotional und körperlich gehen sie nicht selten über ihre Grenzen. Das, was wir häufig und oberflächlich als „Pflege“ abtun, ist oftmals so viel mehr. „Natürlich besteht ein großer Teil meiner Arbeit aus Pflege oder Essen reichen und Tabletten stellen“, bestätigt Nina. „Aber als Altenpfleger sind wir darüber hinaus für die Bewohner da. Wenn sie jemanden zum Reden, Lachen oder auch Weinen brauchen. Wir sind das Bindeglied zu Ärzten und Therapeuten. Wir helfen in alltäglichen Situationen wie z. B. der Suche nach Gegenständen wie Brillen oder Schlüsseln. Es ist schwierig aufzuzählen, was der Beruf alles beinhaltet. Als Altenpflegerin arbeitest du in erster Linie mit Menschen. Und so verschiedenartig die Menschen sind, so abwechslungsreich ist auch die Arbeit. Deswegen mag ich meinen Beruf ja so“, schließt die junge Freinohlerin.

Ninas Zukunft

Natürlich gibt es auch für Nina kleinere Abstriche, wie z. B. die Arbeitszeiten. Aber Wochenenddienste und Spätschichten können sie in ihrer Begeisterung für ihren Traumberuf nicht bremsen. Sie sieht das ganz pragmatisch. „Ich arbeite ja nicht jedes Wochenende. Es bleiben noch genug Feiern übrig, zu denen ich gehen kann. Wenn ich Spätdienst habe, komme ich etwas später. Oder wenn ich am nächsten Tag Frühdienst habe, gehe ich etwas eher. Für mich bedeuten meine Arbeitszeiten nicht, auf etwas verzichten zu müssen. Ich muss meine Freizeit lediglich anders planen“. Auf die Frage nach ihrer beruflichen Zukunft hat Nina eine herrlich erfrischende Antwort parat: „Ich kann mir gut vorstellen lange in diesem Beruf zu arbeiten, sonst hätte ich mich ja auch nicht für diese Ausbildung entschieden. Die Weiterbildungsmöglichkeiten im Bereich Pflege sind sehr gut. Wer weiss, vielleicht unterrichte ich ja irgendwann einmal an einer Schule für Altenpflege.“

„Es bleiben noch genug Feiern übrig, zu denen ich gehen kann.“ (Nina Droste)