Seit März diesen Jahres wird durch die Corona-Pandemie das komplette Wirtschaftsleben beherrscht. Auch in Schmallenberg wurde dieses mehr als deutlich, denn viele Türen blieben geschlossen, Gäste blieben aus und Unternehmen hatten und haben mit Umsatzeinbußen, auch durch fehlende Aufträge, zu kämpfen. Die Frage, wie es heimischen Unternehmen ergangen ist und um sich einen Überblick über die Folgen zu verschaffen führte dazu, dass die Wirtschaftsförderung SUZ vom 10. bis 26. Juni eine Unternehmensumfrage startete.

206 SUZ-Mitglieder wurden auf dem Postweg angeschrieben und mit einer Teilnahmequote von 38% zeigten sich die Verantwortlichen mehr als zufrieden.

Annabel Hansen, Geschäftsführerin SUZ, Maria Hoffmann, Projektassistentin und neu im SUZ-Team, Heinz-Josef Harnacke, Vorsitzender SUZ (v.l.)

Die meisten Teilnehmer kamen aus dem verarbeitenden Gewerbe, dem Handwerk und aus den Dienstleistungen. Dabei zeigte sich, dass für drei Viertel der teilgenommenen Unternehmen die Auswirkungen spürbar sind, was sich besonders an gesunkener Nachfrage und Absagen von Messen und Veranstaltungen bemerkbar macht. „Tourismus, Gastgewerbe und Einzelhandel“ sind auch in Schmallenberg stark von der Situation betroffen, jedoch machen sie nur einen geringen Anteil an der Umfrage aus und so sollte die wirtschaftliche Situation nur vorsichtig beurteilt werden“, sagt Annabel Hansen, Geschäftsführerin SUZ.

Wie ist diesbezüglich die Stimmung in Schmallenberg? Für 37% ist sie weiterhin positiv, 19% sind eher negativ gestimmt und der Rest gibt eine unveränderte Stimmungslage an.

Allein ein Viertel der Unternehmen rechnet mit einem gleichbleibenden Umsatz gegenüber dem Vorjahr, ein weiteres Viertel rechnet mit einem Umsatzrückgang von maximal 25%. Für 11% ist sogar eine Umsatzsteigerung möglich und lediglich 4% erwarten einen Rückgang ihres Umsatzes von mehr als 50%. „Auch wenn diese Zahlen auf den ersten Blick erfreulich sind, stecken hinter den 4% viele Einzelschicksale, die um ihre Existenz fürchten“, weiß Annabel Hansen.

Positiv überrascht ist die Wirtschaftsförderung über die Angaben zur Personalsituation. 70% geben einen unveränderten Personalbedarf an, 16% stoppen vorerst geplante Neueinstellungen und 6% werden Personal abbauen. Demgegenüber werden sogar 10% zusätzliches Personal einstellen. Der Fachkräftemangel sei hier sicher ein Grund. Die Fachkräfte, die die Betriebe gewinnen konnten, möchte keiner wieder verlieren.

Und auch im Bereich der Ausbildungen ist die Lage positiv, denn wie gewohnt wollen die Betriebe in diesem und in den nächsten Jahren ausbilden.

Unterstützungsmaßnahmen wurden wie folgt beantragt: Die Soforthilfe des Landes NRW haben 21% in Anspruch genommen,Kurzarbeitergeld 28%, um das Personal zu halten, 5% nutzten Kredite und 1% Bürgschaften. 39% nahmen keine Unterstützungsmaßnahmen in Anspruch.

Auch das Investitionsverhalten sei positiv zu bewerten. Demnach wollen 66% der Unternehmen ihr Investitionsverhalten nicht der Krisensituation anpassen, 9% werden mehr investieren und 26% gaben an, ihre Investitionen zu mindern. Davon wollen 20% eine Minderung um die Hälfte, 15% wollen sogar um 100% mindern.

Nach wie vor hat die Stadt Schmallenberg mit 3,3% die niedrigste Arbeitslosenquote in Südwestfalen. Den Grund sieht die SUZ in der starken Bau- und Handwerksbranche, die bisher von der Krise gering betroffen war. Man hoffe aber, dass die Arbeitnehmer in Kurzarbeit auch weiterhin bei den Unternehmen beschäftigt bleiben können.

Bei der Umfrage wurden die Betriebe auch nach der Zufriedenheit zur Auftragsvergabe seitens der Stadt Schmallenberg befragt. Hier gaben 42% an, dass sie keine geschäftlichen Beziehungen zur Stadt Schmallenberg haben, 20% bewerten die Beziehungen als gut, 17% als mangelhaft, 11% als befriedigend und 8% als ausreichend, 1% kreuzte „Sonstiges“ an.

„Dies ist eine erschreckende Nachricht“, sagt Heinz-Josef Harnacke, Vorsitzender der SUZ. „Es könne nicht sein, dass z.B. Aufträge ohne Ausschreibungen an Firmen von außerhalb vergeben würden“, ergänzte er. Man müsse aufpassen, dass so nicht der eine oder andere Standortwechsel hervorgerufen würde oder neue Firmen direkt außerhalb Schmallenbergs gegründet würden.

„Alles in allem sei Schmallenberg ganz gut dabei weggekommen“, lautete das Fazit der Umfrage. Die Corona-Krise hat die gesamte Weltwirtschaft betroffen und das wird auch hier merkbar sein. Tourismus, Einzelhandel und viele andere haben einen starken Einbruch erlitten und man sei noch nicht am Ende der Pandemie. Auch kann man nichts steuern,doch das Verständnis sei da. Positiv sei auch, dass Schmallenberg durch die Vielfalt der Betriebe nicht abhängig von einer Branche sei. Und auch wenn der Fachkräftemangel weiter ein Thema sei und es viele offene Stellen gibt, befinde man sich auf einem guten Weg. „Schmallenberg wird sich weiter gut entwickeln und die Stadt wird innovativ bleiben. Die Zahlen sehen ganz gut aus, die Unternehmen blicken etwas nach vorne“, so Harnacke.

Die komplette Auswertung finden Sie auch unter https://www.schmallenberg-unternehmen-zukunft.de/files/downloads/Corona/Auswertung%20der%20Umfrage%20zu%20den%20Auswirkungen%20der%20Corona%20Pandemie.pdf