Biathlon im Sauerland

Biathlon im Sauerland Deutschlands Hoffnung für Olympia 2030 kommt aus Olsberg

Schießen im Liegen mit dem Luftgewehr

Deutschlands Hoffnung für Olympia 2030 kommt aus Olsberg

Text:     Britta Melgert 
Fotos:   S. Droste

Wer hier bei uns darüber nachdenkt, seinen Kindern eine Sportart zu ermöglichen, der kommt bestimmt schnell auf Fußball, Schwimmen oder Tanzen. Aber Wintersport? Das ist doch eher etwas für den Urlaub oder die Wochenendgestaltung. Nein, das muss nicht so sein! Zwei Olsberger Jungs trainieren Biathlon beim SC Winterberg; den Sport, den die meisten nur vom Zuschauen kennen.

Die Zwillinge Felix und Simon Körner (10) kamen mit fünf Jahren zum SC Winterberg. „Im Kindergarten wurde uns damals Biathlon vorgestellt, und man hat uns zu einer Schnupperstunde in die Nordic-Ski-Arena eingeladen“, erinnert sich Simon. „Das hat uns dort gleich richtig viel Spaß gemacht.“ Seitdem trainieren die beiden ganzjährig mindestens zwei Mal pro Woche. Kondition ist wichtig – und natürlich Konzentration.

Knallharte Konkurrenten und beste Freunde

„In den Monaten ohne Schnee fahren wir auf Inlinern oder Rollskiern“, erklärt Felix. „Leider gibt’s ja nicht so oft Schnee.“ Und Kunstschnee? „Der ist leider aufgrund der Kosten ohne Landeszuschüsse kaum bezahlbar“, bedauert man im Verein. Markus Körner, der Vater der Zwillinge, ergänzt: „Die Familien müssen sich schon sehr engagieren; ohne geht‘s nicht.“ Wen wundert es also, dass man unter den kleinen Nachwuchssportlern oft Geschwisterkinder findet, wie beispielsweise auch die Winterberger Femke und Sönke Weyer; inzwischen beste Freunde der Körner-Kids.  Sönke lacht: „So knallhart wir uns im Wettkampf auch bekämpfen, so gerne toben wir danach auch miteinander im Schnee herum“.

Mit Armbrust und Luftgewehr auf die fünf Scheiben

„Ja, auch bei den Kleinen geht es schon um Siege, Medaillen, Podestplätze und gelbe Trikots“, berichtet Markus Körner. Gestaffelt nach Altersklassen tritt man beim Zwei-Länder-Cup gegen die Konkurrenz aus Hessen an, so auch heute bei unserem Besuch. Die Kleinsten sind vier, die Ältesten 15 Jahre alt. Und während die Jüngeren mit der Armbrust auf die fünf Scheiben zielen, zeigen die Älteren ihr Können mit einem Luftgewehr. Sicherheit ist wichtig!

Verteilt auf das ganze Jahr sind circa zehn Wettkämpfe an verschiedenen Standorten angesetzt. Und auch hier sind die Eltern wieder gefragt, denn die Pisten sollen ja gut präpariert sein, die Technik muss laufen, das Catering will organisiert werden und vieles mehr. „Nicht zu vergessen die Fahrerei bei Auswärtsrennen“ sagt Mutter Nadine Körner. „Dafür geht so manche Stunde drauf. Aber wir machen es ja gerne, wenn die Kinder ihren Spaß haben.“

Voller Einsatz am Bremberg

Spaß, ja, den haben die Kinder sichtlich. Diszipliniert reihen sie sich am Start ein, legen auf die Sekunde genau los, machen Tempo auf der Strecke, geben alles bei den steilen Aufstiegen am Bremberg und nutzen den Schwung der Abfahrten, um den Puls bis zum Schießen möglichst auf Normalwerte zu bekommen. Kurz vor dem Ziel werden dann die allerletzten Kräfte mobilisiert, und so erlebt der Zuschauer auch schon mal einen theatralisch anmutenden Zusammenbruch direkt nach der Ziellinie oder ein emotionales Erschöpfungs-Tränchen. Da stehen sie den Profis in nichts nach. 

Nun beginnt das Warten auf die Ergebnisse, und heute haben unsere Olsberger Jungs das Glück auf ihrer Seite. In ihrer Altersklasse belegen sie Platz 1 und 2, und auch Femke und Sönke stehen in ihren Gruppen oben auf dem Treppchen. Stolz präsentieren alle ihre Medaillen und posieren für die Siegerfotos. Wer will damit schon bis Olympia 2030 warten, woll?

Femke Weyer – Mädelspower
Simon Körner vor dem ersten Schießen
Die Luftgewehre
Siegerehrung in allen Altersklassen
Streckentempo: Sönke Weyer