IHK NRW zum gestern vorgestellten NRW-Konjunkturpaket

Foto: Pixabay I Mit vereinten Kräften die Krise überstehen.

„Jetzt Vertrauen schaffen, langfristig planen“

„Das NRW-Konjunkturpaket ergänzt die Maßnahmen der Bundesregierung und konzentriert sich auf wichtige Schwerpunkte“, begrüßt IHK NRW Präsident Thomas Meyer das gestern vorgestellte NRW-Konjunkturpaket. Wichtig sei es, das Vertrauen der Menschen in das öffentliche Leben und gleichzeitig die Funktionsfähigkeit der Institutionen zu stärken, damit ein Wiederanlaufen der NRW-Wirtschaft gelingen kann. „Nun kommt es darauf an, dass die umfangreichen Hilfen zur Unterstützung der Kommunen auch tatsächlich in die Stärkung der Standorte fließen. Wir sollten die Krise jetzt als Chance für eine langfristige Sicherung der kommunalen Finanzen begreifen.“, so Meyer weiter.

Angesichts der Tiefe des wirtschaftlichen Einbruchs schließt Meyer eine weitere Verschärfung der Krise nicht aus: „In vielen Branchen laufen die Geschäfte nur langsam an, teils fallen sie noch auf lange Sicht aus. Damit stehen viele Unternehmen im Sommer am Scheideweg.“ Betroffene Unternehmen, die keine langfristig rentable Fortführungsperspektive haben, seien akut von ihrer Existenz bedroht. „Absehbar ist, dass weitere Hilfen nach August notwendig sind. Daher sollte schon heute mit dem Bund über weitere Maßnahmen zur Stärkung der Eigenkapitalbasis nachgedacht werden.“, so Meyer. Es sei richtig, mit der nun angekündigten Übernahme der Lebenshaltungskosten im Rahmen der neuen Überbrückungshilfen früh Klarheit für die vielen Selbstständigen zu schaffen.

Auch auf dem Ausbildungsmarkt gebe es viel zu tun: „Die beste Medizin für den Ausbildungsmarkt sind klare wirtschaftliche Perspektiven. Wenn die Unternehmen wieder positiv in die Zukunft sehen, werden sie ihr Ausbildungsengagement – auch im eigenen Interesse – hochhalten. Es fällt den Unternehmen in diesem Jahr schwerer als sonst, die freien Ausbildungsstellen zu besetzen. Ein Schwerpunkt unserer Arbeit liegt deshalb darauf, jungen Menschen die tollen Perspektiven der Ausbildung aufzuzeigen.“

Letztlich sei die Infektionsgefahr keineswegs gebannt. Größere Teile der Bevölkerung sind weiter stark verunsichert und verzichten z. B. auf Arztbesuche, Einkäufe, Besuche der Gastronomie, Reisen und größere Investitionen. Mit der angekündigten Investitionsoffensive für Schulen und Krankenhäuser könne die öffentliche Hand nun ihrer Vorbildfunktion gerecht werden und damit das Vertrauen der Menschen zurückgewinnen.

Auch im öffentlichen Raum – in den Innenstädten, im ÖPNV und an öffentlichen touristisch interessanten Orten sollten ergänzend weitere Maßnahmen geplant werden, damit wieder Vertrauen in einen gefahrlosen Aufenthalt wächst. Gleichfalls sei es richtig, der Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung und dem Ausbau der Breitbandinfrastruktur insbesondere auch in den Berufsschulen einen weiteren Schub zu versetzen. Meyer betont: „Die Krise hat deutlich gezeigt, dass überall dort, wo schon Strukturen vorhanden sind, die Folgen der Krisen abgefedert werden konnten.“

IHK NRW ist der Zusammenschluss der 16 Industrie- und Handelskammern in NordrheinWestfalen. IHK NRW vertritt die Gesamtheit der IHKs in NRW gegenüber der Landesregierung, dem Landtag sowie den für die Kammerarbeit wichtigen Behörden und Organisationen.