Hasse chehört…

Hasse chehört…

Lisbett und Fine - Hasse chehört…

Text und Foto: Anke Kemper

„Hömma Lisbett, warste denn schon ma in dem Café Inka in Arnsberg? Lass uns doch ma da gucken chehen und nen Kaffee trinken.“

„Jau, dat is ne chute Idee. Dat kenne ich schon. Dann kann ich dat Zeugs wechbringen, wat der Friedel zu viel einjekauft hat und mir wat anderes dafür holen.“

„Ja, wieso dat denn? Dat is doch keine Tauschbörse! Da bringste wat hin, wat de zu viel hast, damit sich andere dat nehmen können.“

„Chenau. Ich!“

„Nenee, so is dat abba nich chemeint. Da haste wat falsch verstanden.“

„Doch, dat habe ich sehr wohl richtig verstanden! Da darf jeder hin, wer will und sich nehmen, wat er so brauchen tut.“

„Ach so. Chenau wie du dat bei mir machst, woll?“

„Wie meinste dat denn jetzt widda?“

„Na, wenn ich mir ma einmal im Jahr ne Tasse Zucker bei dir borge, dann holst du dir bei mir einmal monatlich Eier, Milch und Kaffee ab.“

„Jetzt übertreibst de aber.“

„Ne, chenau so isset.“

„Dat nennt man ja auch nachbarschaftliche Hilfeleistung. Ich kann doch nix dafür, wenn du nur Zucker haben willst. Kannst ja auch ma nach wat anders frajen.“

„Dat merke ich mir. Abba jetzt ma im Ernst: Wir chehen dahin, trinken nen Kaffee und bringen etwas mit, dat wa zuviel haben. Mehr nich. Dann haste den Vorrat widda leer für wat Neues.“

„Ja, dat meine ich doch.“

„Ich chebe es auf!“

„Ich habe den Eindruck, Fine, du hast dat Prinzip nich verstanden.“

„Na, wenn de meinst. Pass auf, wir machen et anders: Du leihst mir jetzt Kaffee, kommst damit zu mir und ich koche uns ein Tässchen.“

„Dat können wa auch machen. Abba dann borg du mir ein paar Eier, woll?