Text und Foto: Anke Kemper

„Hömma Fine, stimmt dat mit deinem Otto? Der macht jetzt in Kunst?“

„Na, er versucht et. Abba ich weiß noch nich, ob dat so ne chute Idee is, woll? Der hat ja auch jede Woche neue Ideen.“

„Ja, wat macht er denn? Wat Modernes odda wie muss ich mir dat vorstellen?“

„Wohl eher de alten Meister, chlaube ich. Du weißt doch, dieser Künstler in Eversberch, der allet von diesem Holländer malt, so wat will der Otto auch machen.“

„Von dem Van Gogh? Ja wieso nimmt er denn nich nen anderen Künstler, den er kopieren kann? Et chibt doch jenuch. Is doch langweilig, wenn er den auch noch kopiert.“

„Er dachte wohl, dat wär janz einfach. Den Rubens hat er erst jar nich probiert und mit dem Picasso isser nich klargekommen. Dat war ihm zu abstrakt, hat er jesacht.“

„Du meine Chüte. Dat is ja auch allet jar nich so einfach, so ne Stilrichtung zu kopieren, woll?“

„Jau, wenn er wenigstens nen eigenen Stil hätte, abba der Otto is noch auf der Suche, sacht er. Deshalb probiert er auch erst einmal auf´m Pappkarton.“

„Und wat für Farbe nimmt er da? Da musste doch de chute Ölfarbe nehmen, wenn de so wat nachmachen willst.“

„Na, erst einmal malt er mit de Reste vom letzten Anstrich. Er übt ja noch.“

„Achso. Und wo hat er sein Atelier?“

„In seinem Bastelkeller. Und da bleibt er auch mit dem Gedöns. Die Farbe stinkt ja höllisch.“

„Ach, du ahnst et nich. Bei euch is ja imma wat anderes los. Da musste ja auf allet jefasst sein.“

„Jau, abba weißte Lisbett, am meisten habe ich Angst davor, dat ich mir dat jetzt allet inne Wohnung hängen muss, wat der so fabriziert. Wat meinste, wie dat dann bei uns aussieht!“

„Na, du hast Sorgen. An deiner Stelle hätte ich Angst davor, dat er sich dat Ohr abschneidet, woll?“