Vom Reiter zum Richter

Vom Reiter zum Richter Arno Lebers Positionswechsel im Turniersport

Arno Leber mit Erfolgspferd Daike. Vom Reiter zum Richter

Arno Lebers Positionswechsel im Turniersport

Text:  Carla Wengeler

Fotos: Antonia Volmert, Carla Wengeler

Arno Leber lebt seit über 28 Jahren auf dem „Reiterhof Dunker“, gibt Reitunterricht und bildet junge Pferde aus. Seit letztem Jahr ist Arno Leber als Richter auf Reitturnieren unterwegs – auch außerhalb des Sauerlandes.

Der Weg zu den Pferden

Das erste Mal hatte Arno mit Pferden zu tun, als seine Schwester aus gesundheitlichen Gründen Reitstunden nehmen musste. Die ersten Reitstunden hatte er dann beim Reitlehrer Koch in Winterberg. „Eins führte zum anderen, irgendwann bin ich die Pferde von unseren Nachbarn geritten und schließlich habe ich es beruflich gemacht“, resümiert er schulterzuckend. Jeder Pferdenarr weiß: Wenn man erst einmal zu den Pferden gefunden hat, kommt man – wenn überhaupt – äußerst schwer von ihnen los. Nachdem er seine Frau Bettina kennengelernt hat, haben beide den Hof übernommen und ihn zu dem gemacht, was er heute ist. Neben vielen Pensionsboxen liegt das Hauptaugenmerk auf dem Reitunterricht und der eigenen Zucht.

Erfolge und Erfolgspferde

Im Gegensatz zu seiner Frau Bettina und seinem Sohn Stefan, die sich dem Springen verschrieben haben, war Arno schon immer mehr dressurbegeistert. Bis zum Grand Prix, der schwersten Klasse, ist er selbst erfolgreich geritten. Unter anderem konnte er den fünften Platz bei den Westfälischen Meisterschaften der Senioren belegen und so manche Sauerlandmeisterschaft für sich entscheiden. Das Besondere dabei: Die Pferde hat er stets selbst ausgebildet. Bei der Frage, an welches Pferd er sich gerne zurückerinnert, fällt direkt der Name „Take Me“. „Am Anfang war der echt eine Herausforderung, aber nachher eine wahre Versicherung in jeder Prüfung“, erzählt der Dressurreiter. Auch die Rappstute Daike und der Wallach Lazarro sind ihm gut und gerne in Erinnerung geblieben.     

Positionswechsel im Turniersport

Irgendwann war es dann leider soweit, die aktive Turniersportkarriere hinter sich zu lassen. Aber den Reitsport ganz aufgeben? Auf keinen Fall! „Man muss ordentlich was dafür tun, um Richter zu werden“, beschreibt Arno den aufwendigen Prozess. Nach einer Anwärterprüfung hat man drei Jahre Zeit, um Testate zu sammeln. Nach diversen Gutachten und Lehrgängen ist es dann schließlich soweit. Nun kann Arno, meist außerhalb des Sauerlandes, da man nicht die eigenen Reitschüler richten darf, immer noch auf Reitturnieren unterwegs sein. Nur eben in einer anderen Position als zuvor.  

Reiterhof Dunker

Im Stallalltag sind für Arno die Zucht und die Ausbildung von Reiter und Pferd sehr wichtig. Junge Pferde mit erfolgversprechenden Aussichten werden größtenteils selbst ausgebildet. Auch der Reitunterricht kommt natürlich nicht zu kurz. In den letzten Jahren war der „Reiterhof Dunker“ oft Austragungsort für erfolgreiche Reitabzeichen-Prüfungen. Sohn Andreas kümmert sich nebenberuflich noch um die Landwirtschaft des Hofes und auch Tochter Johanna unterstützt den Familienbetrieb. Jeden ersten Sonntag im Monat wird in der Pension Frühstückbuffet und nachmittags ein offenes Café angeboten, beides im besonderen Ambiente eines Reiterhofs.    

Wenn man erst einmal zu den Pferden gefunden hat, kommt man – wenn überhaupt – äußerst schwer von ihnen los.

Zwei junge Queensland-Pferde.
Aus ihm wird sicherlich mal ein tolles Rennpferd