Home-Office-Geschichten des WOLL-Teams

von Sonja Nürnberger

Auch das WOLL-Team bekommt die Auswirkungen der Corona-Pandemie zu spüren. Das Rausfahren zu Interviews gestaltet sich schwierig, Pressetermine sind abgesagt und Veranstaltungen, über die wir sonst berichten würden, sind auf unbestimmte Zeit verschoben oder ebenfalls abgesagt. Doch davon lassen wir uns nicht ausbremsen! In dieser Rubrik zeigen wir euch unsere Erlebnisse aus dem Home Office.

Homeoffice oder Endgegner „Ich“

Das Beste am Homeoffice ist doch, sich im Schlafanzug an den Schreibtisch setzen zu können. Die Haare ungekämmt. In eine Decke gehüllt wie ein Wrap und eine duftende und dampfende Tasse neben sich. Und dann sitze ich da und denke „Wie schön ist es doch, dass ich mir ab jetzt den Weg zur Arbeit sparen kann und das war bisher immerhin eine ganze halbe Stunde. Da kann ich nun früher anfangen und hab auch früher Feierabend.“ Und dann …

… zwinkert mir auf einmal der Bleistift zu, mit dem ich am Ende des Arbeitstages gerne meine To-Do-Liste für den nächsten Tag schreibe, und sagt: „Hey, ich will ja nichts sagen, aber ich müsste mal wieder angespitzt werden!“ Ich muss ihm zustimmen. Suche und finde schließlich den Anspitzer, stecke den stumpfen Stift hinein und beginne genüsslich zu drehen. Tatsächlich empfinde ich das Geräusch in diesem Moment als extrem entspannend und drehe, bis es zu spät ist. Knack. Die Spitze ist abgebrochen und ich muss von vorne beginnen. Diesmal finde ich rechtzeitig das Ende. „Reiß dich zusammen, Sonja!“, sage ich mir und räuspere mich einmal laut, um meinen eigenen Gedanken Nachdruck zu verleihen. Und dann  …

… lachen mich diese wunderschönen bunten Aquarellstifte an, die ich noch nie richtig benutzt habe. Ich wende abrupt meinen Blick ab und auf den Bildschirm. „Konzentration!“ Ich räuspere mich noch einmal und greife dann doch zu dem Stift in tiefem Dunkelrot. Ich male eine Rose. Die braucht natürlich noch einen Stiel und Blätter und Dornen. Schließlich ist ein farbenfroher Blumenstrauß auf meinem Notizblock entstanden. Und irgendwo in dem Strauß meine noch immer offenen To-Do-Punkte für heute. „Es reicht jetzt, Sonja!“, sage ich laut und bemerke, dass die eingesparte ganze halbe Stunde schon rum ist. Ich muss nun wirklich anfangen zu arbeiten. Und dann …

Ich sollte doch erstmal duschen gehen und mir etwas Vernünftiges anziehen. Vielleicht arbeitet es sich dann konzentrierter.