Die Sterne im Sauerland: Gemeinsam die Krise meistern

Sterne im Sauerland
Foto: Von links nach rechts: Stefan Schneider, Andreas Deimann, Christof Platte, Elke Stahlmecke, Stefan Wiese-Gerlach, Stephan Schnieder, Leander Diedrich, Karl-Anton und Anne Schütte, Benjamin Diedrich

Schmallenberg/Sauerland. Dass diese Hotelkooperation mehr ist als ein reiner Marketing-Zusammenschluss zeigt sich in der aktuellen Situation im Umgang mit den Herausforderungen der Corona-Pandemie.

Mit dem nötigen und empfohlenen physischen Abstand trafen sich die Hoteliers am Anfang der Woche, um die aktuelle Lage sowie den Umgang mit den weiteren einschneidenden Einschränkungen zu beraten, die im Hinblick auf die Corona-Pandemie seitens Bundes- und Landesregierung für den touristischen Bereich erlassen wurden. Denn ab sofort sind nur noch Geschäftsreisende in den Hotels zugelassen, touristische Übernachtungen sind bis zum 20. April 2020 nicht mehr gestattet. Eine außergewöhnliche und wirtschaftlich äußerst schwierige Situation für die Hotelbetriebe, denn der Tourismus macht den Löwenanteil am Geschäft aus. In dieser Situation sind Wissensaustausch und Zusammenarbeit nicht nur schöne Gesten, sondern eine unerlässliche Vorgehensweise, damit die Hotel- und Gastronomiebetriebe diese Zeiten mit möglichst wenig Schaden überstehen können. „Im Kern geht es darum, nicht nur einzelne Hotels durch diese Zeiten zu bringen, sondern möglichst alle touristischen Betriebe, damit die Vielfalt und die Qualität in der gesamten Region erhalten bleiben“, erklärt Elke Stahlmecke, Kooperationsmanagerin.

Arbeitsplätze retten Im Vordergrund stehen die Bemühungen, alle Arbeitsplätze in den Betrieben auch in Zeiten nicht belegter Zimmer und leerer Restaurantplätze zu erhalten. „Vor wenigen Tagen beschäftigte uns noch der Fachkräftemangel und nun stehen wir innerhalb kürzester Zeit vor einer völlig neuen Situation“, so Stefan Wiese-Gerlach, Sprecher der Kooperation und Inhaber des Hotels Jagdhaus Wiese.
„Unsere Beschäftigten möchten wir natürlich bestmöglich schützen und deren Arbeitsplätze erhalten, denn irgendwann gibt es ein Ende der Krise und dann werden wir direkt und zu 100 Prozent wieder für unsere Gäste da sein.“

Die Politik ist in dieser Situation besonders gefragt, damit unbürokratische Hilfen mit wenig Hürden zur Verfügung stehen. Die beschlossene Vereinfachung zur Beantragung des Kurzarbeitergeldes ist aus Sicht der Kooperationsmitglieder schon ein Schritt in die richtige Richtung. Um die vielfältigen Einzelbetriebe vor einer Insolvenz zu schützen sind weitere geeignete Hilfen erforderlich, die den Inhabern nach dieser Krise finanziell Rückenwind geben und nicht über Jahre hin zusätzlich belasten, zum Beispiel mit zinslosen Krediten.

Solidarität wird schon lange gelebt in dieser Kooperation, in Zeiten wie diesen wird allen bewusst, wie wertvoll solch ein kollegialer Umgang wirklich ist.