Von Hermann-J. Hoffe

Solidarität ist jetzt gefragt. Überall und von jedem von uns. Solidarität mit den Erkrankten des Corona-Virus. Solidarität mit den Ärzten, Helfern und Pflegekräften. Solidarität mit allen, die durch die Krise und die draus folgenden Maßnahmen besonders gefordert sind. Solidarität auch mit dem Einzelhandel, den Gastronomiebetrieben und sonstigen Einkaufsstätten, die jetzt geschlossen werden und wo den Inhabern die Einnahmen fehlen, um die laufenden Kosten und die Löhne zu zahlen. Hier stehen ganze Existenzen auf der Kippe. So wie in vielen anderen Städten und Gemeinden des Sauerlandes, appelieren die Einzelhändler von Schmallenberg zusammen mit der Wirtschftsförderung der Stadt an die Kunden, ihre Einkäufe jetzt nicht vorschnell online zu machen. Besser, sich mit dem jeweiligen Geschäftsinhaber telefonisch, per Mail oder auf anderen Wegen in Verbindung zu setzten und nach einer vernünftigen Lösung zu suchen. Wie von Seiten fast aller Händler zu vernehmen ist, werden diese für ihre Kunden auch weiterhin erreichbar sein und dann im Rahmen der Möglichkeiten die Kundenwünsche erfüllen. „Dafür braucht man keine Onlinebestellung“, sagt zum Beispiel Martin Schenk in Bad Fredeburg, der seine Kunden mit einem Türaufkleber über die neue Situation informiert.

So informiert Martin Schenk für sein Geschäft in Bad Fredeburg seine Kundschaft über die neue Situaiton.

Schmallenberger Einzelhändler appelieren an ihre Kunden

Schmallenberg. „Sich solidarisch zeigen, indem man zu Hause bleibt“, dazu wird in diesen Tagen von der Politik aufgerufen. Die Konsequenzen spürt die Wirtschaft vor Ort und fürchtet teilweise um ihre Existenz. Der Einzelhandel in Schmallenberg und Bad Fredeburg, vertreten durch die Werbegemeinschaft Schmallenberg, g.u.t Bad Fredeburg und die Wirtschaftsförderung Schmallenberg Unternehmen Zukunft e.V. (SUZ) richten daher einen Appell an die Bevölkerung: „Wenn Ihr in den nächsten Wochen viel zu Hause bleibt, kauft nicht online, sondern wartet bis unsere Einzelhändler und regionale Geschäfte wieder öffnen und helft ihnen danach durch Eure Einkäufe, diese Krise zu bewältigen!“

„Wenn wir uns wünschen, dass unsere Innenstädte zukünftig noch so aussehen wie heute, dann sollte jeder seinen Beitrag dazu leisten und den Einzelhandel vor Ort unterstützen.“, so Annabel Hansen, Geschäftsführerin SUZ.

In einem Statement der Werbegemeinschaft Schmallenberg heißt es, dass „auch viele Händler vor Ort online vertreiben oder beispielsweise einen Lieferdienst anbieten. Alle Händler werden weiterhin telefonisch erreichbar sein, und scheut Euch bitte nicht anzurufen, weil Ihr denkt Ihr stört die Ruhe… nein… wir alle warten auf die Anrufe, denn um diese Krise zu bewältigen, ist jeder einzelne Euro Umsatz für jeden Einzelnen mehr als wichtig.“

Mit gutem Beispiel voran geht auch Familie Willmes aus Schmallenberg: „Wir möchten Mieter unserer Ladenlokale entlasten, indem wir ihnen bereits zugesichert haben, dass sie die Ladenlokale im April mietfrei nutzen können.“, so Bernd Willmes. Auf diese Weise können auch Immobilieneigentümer ihre Einzelhandelsflächen langfristig als solche erhalten.

 „In derartigen Ausnahmesituationen zeigt sich der Zusammenhalt innerhalb der Bevölkerung einer Stadt. Wir Schmallenberger haben schon so oft gezeigt, dass wir zusammenhalten und das wünschen wir uns auch für diese Krise.“, so Markus Schulte-Glade, Vorsitzender Werbegemeinschaft Schmallenberg.   

So wie der Schmallenberger Einzelhandel wünschen sich auch die Einzelhändler in den anderen Orten des Sauerlandes die Solidarität ihrer Kunden. Wann, wenn nicht jetzt, kann jeder von uns zeigen, dass er stolz auf seine Region ist und sich dafür einsetzt, dass es auch so bleibt.

Diese Solidarität braucht neben dem Einzelhandel auch viele andere Gewerbebetriebe, die auf den Tageseinkauf angewiesen sind: die Gastronomie und das Gaststättengewerbe, die kreativen Berufe (Künstler, Grafiker, Fotografen, etc.) und ganz, ganz viele Menschen, die als Kleinstunternehmer tätig sind und ihr Einkommen ausschließlich durch die aktuell getane Arbeit erwirtschaften.