Warstein: Unterstützende Stiftungen im kulturellen Bereich

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Im Gebiet der Stadt Warstein gibt es insgesamt elf gemeinnützige Stiftungen. In einer kleinen Reihe sollen diese Stiftungen, ihre Funktionsweisen und Möglichkeiten der Unterstützung vorgestellt werden – und auch, wie die Bürgerinnen und Bürger davon profitieren.

Jubiläumsstiftung der Sparkasse Warstein-Rüthen

1997 bestand die Sparkasse Warstein-Rüthen seit 150 Jahren – zu diesem Anlass beschloss der Verwaltungsrat, eine „Jubiläumsstiftung der Sparkasse Warstein-Rüthen“ einzurichten. Das Stiftungsvermögen beträgt 210.900 Euro und soll insbesondere zur Förderung von Kunst und Kultur, Wissenschaft und Forschung im Gebiet der Städte Warstein und Rüthen eingesetzt werden. Der Fokus liegt dabei insbesondere auf dem Erhalt von heimischen Baudenkmälern, lokaler Geschichtsforschung und der Unterstützung ortsansässiger Künstlerinnen und Künstler bis hin zur Nachwuchsförderung. 

„Von interessanten Projekten erhalten wir durch gezielte Ansprachen der Kuratoriumsmitglieder oder generelle Spendenanfragen an die Sparkasse Kenntnis. Die Jubiläumsstiftung der Sparkasse Warstein-Rüthen ist eine nicht allzu große Stiftung, so dass jährlich ein mittlerer vierstelliger Betrag zur Ausschüttung kommt“, erklärt Dirk Rabe, Mitglied des Stiftungsvorstandes. Die Stiftung hat einen Stiftungsvorstand bestehend aus Peter Königkamp, Vorsitzender, und Dirk Rabe, Mitglied des Stiftungsvorstands. Dazu kommt gemäß Satzung ein Kuratorium, das über die Mittelverwendung entscheidet. Es besteht aus der Kuratoriumsvorsitzenden Marlies Stotz, Dr. Thomas Schöne und Peter Weiken – beide qua Amt in der Funktion Bürgermeister der Städte Warstein und Rüthen, Jürgen Riepe in der Funktion Vorstand der Sparkasse. Hinzu kommen Joseph Friederizi, Erwin Koch und Hubert Sauerborn als sachkundige Bürger. Gefördert hat die Sparkassenstiftung beispielsweise Maßnahmen in der Schatzkammer Propstei, die Restaurierung und Digitalisierung der Dietenberger-Bibel aus dem 16. Jahrhundert, die mittlerweile in der Suttroper Kirche ausgestellt wird, oder die Restaurierung der Riedinger-Stiche im Haus Kupferhammer.

Dr. Ernst Grafe-Stiftung

Der im Dezember 2018 verstorbene Dr. Ernst Grafe, Zahnarzt im Ruhestand, hatte in den 1930er Jahren selbst die Höhere Schule in Warstein besucht, die seit ihrer Gründung 1869 als Progymnasium bekannt war. Er musste damals noch nach Brilon wechseln, um die Oberstufe besuchen und die Abiturprüfung ablegen zu können. Mit seiner sehr großzügigen Stiftung – der Dr. Ernst Grafe Stiftung – schuf er 2007 eine dauerhafte finanzielle Grundlage für viele attraktive Projekte des Schulprogramms. „Ich bin recht gerne zur Schule gegangen, habe gerne gebastelt und musiziere bis heute leidenschaftlich gerne“, so begründete Dr. Ernst Grafe, der Orgel, Cembalo und Klavier spielte, einmal seine Beweggründe für die Einrichtung der Stiftung. 

Mit ihr förderte er die Ausstattung der Fachschaft Musik, das Projekt Bläserklasse und das Schulorchester. Besonders bedacht wurden dabei immer auch die Naturwissenschaften und Projekte wie „Jugend forscht“. 

Das Stiftungskapital hat Herr Dr. Ernst Grafe bis zu seinem Tod auf 230.000 Euro aufgestockt. Zustiftungen können aber jederzeit von jeder Person vorgenommen werden, die die Belange der Schule unterstützen möchten. Auch nimmt die Stiftung Spenden entgegen, die entsprechend bescheinigt werden. 

Dem Stiftungsvorstand gehören zur Zeit an: Josef Pieper (Stadt Warstein) als Vertreter des Schulträgers, Bernd Belecke als Schulleiter des Europa-Gymnasiums, Sabine Gillhaus als Vertreterin der Naturwissenschaften, Klaus Arthur Feller als Vertreter der Fachschaft Musik und Klaus Schrewe (Vermögensberater) als Vertreter der Sparkasse Lippstadt.  

Schulleiter Bernd Belecke: „Förderanträge stellen die Fachschaften der Schule oder auch Projektleitungen beispielsweise für das Projekt Mädchenwelten-Jungenwelten, Gedenkstättenfahrten und vieles mehr.“ Seit Gründung der Stiftung wurden dem Gymnasium in Summe über 52.000 Euro (Stand 2019) zur Verfügung gestellt, um Bildung vor Ort intensiv zu fördern.