Kooperation auf allen Ebenen führt zum Erfolg

Nach 20 Monaten endet das Projekt #G.A.S.T.

Text und Foto von Carla Wengeler

Im Hotel Rimberg präsentierten Elke Spaller, Hubertus Schmidt und Rudolf Grobbel den Abschlussbericht des ProjektesG.A.S.T., der sich auf jeden Fall sehen lassen kann.In nur 20 Monaten wurde in Eigeninitiative des privaten Verkehrsvereins Schmallenberg und der Gastronomen aus Schmallenberg und Eslohe ein Projekt auf die Beine gestellt, das die Mitarbeiterproblematik in der Region nicht nur für die Beteiligten selbst in den Fokus gerückt hat.

Die Startphase
Das Besondere am Schmallenberger Sauerland ist die kollegiale Zusammenarbeit zwischen den Gastronomen, die in keiner Weise an ein Konkurrenzverhalten denken lässt. Bei einem Stammtisch von regionalen Gastgebern im Ebbinghof beschäftigte man sich unter anderem mit der Sicherung von Fachpersonal. „Wenn man Mitarbeiter langfristig behalten möchte, ist es natürlich wichtig zu wissen, was für Vorstellungen die Leute von ihrem Arbeitsumfeld haben“, so Rudolf Grobbel, Vorsitzender des Verkehrsvereins.

Gefördert durch den Bund
Mit der Initiative „Land(auf)Schwung“ des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft gab es Anfang 2018 die Möglichkeit einer Förderung. Fortan engagierte sich ein Zusammenschluss der Schmallenberger Sauerland Tourismus GmbH, der Stadt, der DEHOGA, von Schmallenberg Unternehmen Zukunft (SUZ), von Sauerland Tourismus, der Südwestfalen-Agentur und natürlich der Hoteliers und Gastronomen aus Schmallenberg und Eslohe für das Fachkräfteprojekt „Gerne arbeiten im Schmallenberger Tourismus!“, kurz G.A.S.T.

Herausfinden, wo man steht
Nach der Auftaktveranstaltung, die hauptsächlich der Bekanntmachung diente, arbeitete man mit der Fachhochschule Südwestfalen und Frau Prof. Dr. Susanne Leder zusammen. Ein wichtiger Grundstein für die weitere Planung des Projektes waren Mitarbeiter- und Arbeitgeber- Befragungen. Am wichtigsten für die Mitarbeiter ist demnach die Wertschätzung ihrer Arbeit. Wenn sie eine Anstellung im Schmallenberger Sauerland haben, sind sie mit dieser meist sehr zufrieden. Dagegen ist das Bild, das Unbeteiligte von der Gastronomie und dem Hotelgewerbe haben, nicht positiv besetzt.

Angebote von #G.A.S.T.
Das Projektteam hat sich mit den Ergebnissen der Umfrage intensiv beschäftigt. So entstanden neben einer Weiterbildungsdatenbank, die für alle regionalen Betriebe einsehbar ist, und der Veranstaltung „Gastro macht Schule“ zur Nachwuchsgewinnung in Schulen auch Kooperationen mit Karriereplattformen und eine Workshop-Reihe. Viel Presse- und Anzeigenarbeit sowie Filmmaterial und Newsletter haben ebenfalls zum Erfolg beigetragen. „Das Tüpfelchen auf dem i war der erste Platz beim Sparkassen-Tourismuspreis Westfalen-Lippe 2018“, berichtet Elke Spaller, die Projektleiterin, vom dort erhaltenen Motivationsschub.

Wie die Zukunft aussieht
„Gerne arbeiten im Schmallenberger Tourismus!“ wird nun, nach dem offiziellen Ende der Förderung, nicht einfach ad acta gelegt. „Wir haben einen Stein ins Rollen gebracht“, sagt Hubertus Schmidt, Geschäftsführer der Schmallenberger Sauerland Tourismus GmbH. Das Projekt wird in verkleinerter Version bestehenbleiben, da die Problematik voraussichtlich weiterhin aktuell bleiben wird. Derzeit ist zum Beispiel eine TeamCARD in Entwicklung, die den Mitarbeitern Vergünstigungen und besondere Leistungen bieten.

Stimmen zum Projekt
„Das Projekt hat einem definitiv die Augen geöffnet. Wir brauchen gerade innerhalb des Betriebes noch viel mehr Kommunikation. Wir haben angefangen, Quartalsberichte und mehr Einzelgespräche einzuführen“, resümiert Stefan Wiese-Gerlach. Auch Andreas Deimann kann sich dem anschließen: „Darüberhinaus glaube ich, dass es für alle einfacher ist, wenn wir den Fachkräftemangel gemeinsam bekämpfen.“