„Nur wo nicht gearbeitet wird, passieren keine Fehler.“

Wilfried Diener (mitte) schaute WOLL über die Schulter.

Wilfried Diener schaut WOLL über die Schulter

Text und Foto von Carla Wengeler

Aufmerksamen WOLL-Lesern wird der Name Wilfried Diener bekannt vorkommen. Der Iserlohner ist seit Jahren mit seinen Gedichten im WOLL-Magazin vertreten. Doch nicht nur das: Wilfried Diener hat selbst schon einige Lyrik- und Bildbände sowie Sachbücher veröffentlicht, die alle ein Thema haben: das Sauerland. Außerdem ist er ein Mann vom Fach, denn 1956 absolvierte er eine Lehre zum Schriftsetzer und blieb sein ganzes Berufsleben über dem Medienbereich verbunden. So war es nicht verwunderlich, dass er im Editorial der WOLL-Winterausgabe 2019 bei der Ankündigung einzelner Berichte sofort die versehentlich stehengebliebenen provisorischen xxx-Füllsel statt der endgültigen Seitenzahlen entdeckte. Die WOLL-Macher haben das gerne zum Anlass genommen, den sorgfältigen WOLL-Leser nach Schmallenberg einzuladen, damit er seinen prüfenden Blick auf die Fertigstellung der Frühjahrsausgabe werfen kann.

In der Herstellungskette des Magazins ist die DTP-Phase bei GLADE – Medienmacher seit 1886, von besonderer Bedeutung. Beim Desktop-Publishing (DTP) werden die Dokumente, also Fotos, Texte und Anzeigen, am Computer entsprechend dem Layout des Magazins gesetzt und vor Ort schlusslektoriert. Wilfried Diener, der noch Schrift und Bleisatztechnik gelernt hat, besuchte das WOLL-Team am dritten Tag dieser DTP-Phase in Schmallenberg. Der gelernte Schriftsetzer Wilfried Diener holte nach der Ausbildung das Abitur nach, studierte Berufspädagogik und war ab 1968 als Lehrer im Medienbereich tätig. Nach sechs Jahren wechselte er von Solingen zum Cuno Berufskolleg II nach Hagen. In den letzten zehn Jahren seiner pädagogischen Tätigkeit leitete er das Hagener Berufskolleg. 2004 ging er in den Ruhestand und widmete sich fortan hauptsächlich literarischen Tätigkeiten. So ist Wilfried Diener unter anderem Mitglied im Autorenkreis Ruhr-Mark.

„Sauerland, so sehe ich dein Gesicht“ lautete 1966 das erste seiner veröffentlichten Werke. Im Laufe der Jahre war Diener sehr oft in unserer Region unterwegs, hauptsächlich zum Wandern. Auf einer dieser Touren entdeckte er in einem Hotel zufällig eine Ausgabe des WOLL-Magazins. „Ich habe dann Herrn Hoffe kontaktiert und ihm vorgeschlagen, auch mal Lyrik zu veröffentlichen, was er gut fand und seitdem regelmäßig macht“, berichtet Wilfried Diener über seinen ersten Kontakt mit WOLL-Herausgeber Hermann-J. Hoffe.

Und wie war es für den Print-Fachmann Wilfried Diener, bei der digitalen Entstehung des WOLL-Magazins vor Ort zu sein? „Es hat sich im Bereich der Medien in den letzten Jahren viel getan“, bestätigt der Iserlohner. „Und in einer Branche, in der Zeit und Schnelligkeit eine so große Rolle spielen, muss man auch damit leben, dass hin und wieder kleine Fehler passieren können, wie vergessene Seitenzahlen im Editorial des letzten WOLL-Magazins.“ Diese kleinen Flüchtigkeiten so gering wie nur eben möglich zu halten, erfordert viel Erfahrung, hohe Konzentration und Leistungsbereitschaft. Wilfried Diener dazu schmunzelnd zum Abschluss seines Besuches beim WOLL-Team: „Nur wo man nicht arbeitet, passieren auch keine Fehler.“ Das WOLL-Team hat sich über den Besuch und die schönen Anekdoten aus der früheren Zeit des Setzens gefreut, die Wilfried Diener uns bei seinem Besuch erzählt hat. Fehler hat er übrigens keine gefunden.