EIN BILD SAGT MEHR ALS 1000 WORTE

EIN BILD SAGT MEHR ALS 1000 WORTE … und plötzlich stand die Verwirklichung des A 46-Teilstücks auf der Kippe – bis Franz-Josef Mönxelhaus eine bahnbrechende Idee hatte

EIN BILD SAGT MEHR ALS 1000 WORTE … und plötzlich stand die Verwirklichung des A 46-Teilstücks auf der Kippe – bis Franz-Josef Mönxelhaus eine bahnbrechende Idee hatte

… und plötzlich stand die Verwirklichung des A 46-Teilstücks auf der Kippe – bis Franz-Josef Mönxelhaus eine bahnbrechende Idee hatte

TEXT & FOTOS: Inga Bremenkamp

„Es ging ums Detail. Jahrzehnte lang wurde der Weiterbau der A 46 ab Bestwig durchdacht und geplant. Und dann tauchte da plötzlich ein Zusatz auf, der den Weiterbau verhindert oder zumindest deutlich verzögert hätte“, erzählt Franz Josef Mönxelhaus, der von einem kleinen, aber sehr entscheidendem Nebensatz in den Plänen rund um das Autobahnteilstück zwischen Bestwig und Nuttlar spricht.

DER WEITERBAU STAND AUF DER KIPPE

„Das gibt es ja gar nicht. Das müssen wir irgendwie wieder geradebiegen“, berichtet Franz-Josef Mönxelhaus von dem Moment, in dem nach jahrelanger Planung 2003 plötzlich ein Zusatz im Entwurf des Bundesverkehrswegeplans auftauchte, der den Weiterbau des Teilstücks der A 46 zwischen Bestwig und Nuttlar fast verhindert hätte. In diesem Bedarfsplan für die Bundesfernstraßen wurde erstmals eine Umweltrisikoeinschätzung für alle Projekte durchgeführt. Daraus ergab sich  ein Zusatz, der das Umfeld der geplanten Trasse betrifft und in dem darauf verwiesen wurde, dass die ‚hochwertigen Umweltvorkommnisse‘ der Region zu beachten seien. Gemeint haben die Gutachter aus Aachen hiermit eine ‚besondere Flora und Fauna‘ des Sauerlands, die Franz-Josef Mönxelhaus als Ortskundigem nicht wirklich bekannt war. Dem gelernten Diplom-Ingenieur war direkt klar, dass dieses Missverständnis aus der Welt geschafft werden müsse, damit der Weiterbau der A 46 verwirklicht werden könne. Der 55-Jährige setzte sich mit seinen Kollegen Franz-Josef Rickert und Friedhelm Heberling zusammen und grübelte gemeinsam mit ihnen, wie das Verkehrsministerium in Berlin davon überzeugen werden könne, dass das Sauerland zwar ein wunderschönes Fleckchen Erde sei, eine besondere Flora und Fauna zwischen all den angepflanzten Weihnachtsbäumen zwischen Bestwig und Nuttlar aber nicht wirklich zu finden sei.

DIE NUTZUNG EINER BAHNBRECHENDEN TECHNOLOGIE

Franz-Josef Mönxelhaus wollte und musste das Dokument der Aachener Gutachter irgendwie widerlegen. Weil ihm bewusst war, dass aus dem Verkehrsministerium aus Berlin niemand anreisen werde, um sich vor Ort selbst ein Bild zu machen, knipste der Medebacher kurzer Hand selbst welche, um Berlin von der möglichen Umsetzung des Autobahnteilstücks im Sauerland zu überzeugen. „Ich bin einfach selbst losmarschiert und habe viele viele Fotos gemacht. Ich bin den geplanten Weg der künftigen Trasse abgegangen und habe alle 50 Meter ein Foto gemacht. Ich habe mich von links nach rechts gedreht und festgehalten, wie die Region und die Umwelt rund um die vorgeschlagene Trassenführung aussieht“, erklärt Franz-Josef Mönxelhaus, der anmerkt, dass es in dieser Zeit noch nicht einmal Google-Streetview gab, was die Innovation seiner Idee aus dem Jahre 2003 verdeutlicht.

DER ERFOLG DER FOTOS

Die webbasierte Darstellung mit einem geografischen Informationssystem hatte großen Erfolg. In Berlin waren die Ministerien nicht nur von dem großen Engagement und der Kreativität des Sauerländers beeindruckt und überzeugt, sondern auch davon, dass bei dem Bau des A 46-Teilstücks keine ‚besondere Flora und Fauna‘ zu berücksichtigen sei. „Das hat in der Hauptstadt schon mächtig Eindruck gemacht. Das, was heute vor allem Dank Google Gang und Gebe ist, war damals vollkommen neu und einzigartig“, sagt Franz-Josef Mönxelhaus, der froh ist, dass er das Missverständnis auf diese Weise aus dem Weg räumen konnte. Der Zusatz im Bundesverkehrswegeplan wurde fallengelassen und die Planungen konnten ohne besonderen Mehraufwand weitergeführt werden. „Ich war schon zufrieden und habe mich natürlich auch über das Lob der heimischen Politiker gefreut, die sich ebenfalls massiv für dieses Projekt eingesetzt haben“, erinnert sich der Kreismitarbeiter der Stabsstelle Regionalentwicklung in Meschede. „Es gab viel Anerkennung von vielen Stellen und es war natürlich schön, dass sich der ganze Aufwand gelohnt hat. Das war eine Menge Arbeit mit einem befriedigendem Ergebnis“, berichtet Franz-Josef Mönxelhaus auffällig nüchtern.

DIE BESCHEIDENHEIT EINES SAUERLÄNDERS

Das relativ emotionslose Fazit des Sauerländers hat nichts mit falscher Bescheidenheit, sondern mit einer gesunden und professionellen Distanz zu tun: „ Ich habe da nur meinen Job gemacht. Das, was ich getan habe, war schlicht meine Aufgabe. Ich muss solche Situationen ganz fachlich und ohne große Emotionen betrachten, sonst geht so etwas schief. Ich darf das selbst nicht zu sehr wollen und ‚einfach durchbringen‘ wollen. Ich muss und möchte rechtlich sauber bleiben. Nur so kann ich eine neutrale Einschätzung abgeben, die dann andere an anderer Stelle bewerten dürfen“, sagt Franz-Josef Mönxelhaus, der sich am Ende natürlich trotzdem freut, dass das Teilstück ohne große Verzögerung und Komplikationen eröffnet werden konnte.

DIE FALSCHEN KARTEN

Am Ende bleibt in diesem Fall natürlich dennoch die Frage, wie die Gutachter aus Aachen auf die Idee kamen, dass im Sauerland zwischen Bestwig und Nuttlar eine so ‚besondere Flora und Fauna‘ herrsche. „Die Kollegen haben die Umwelt nicht vor Ort, sondern anhand von Karten beurteilt. Dabei hatten sie schlicht veraltetes Kartenmaterial genutzt und damit eine falsche Entscheidungsgrundlage“, erklärt Franz-Josef Mönxelhaus, der mit mehreren hundert Fotos  über die ‚besondere Flora und Fauna des Sauerlands‘ deutlich mehr gesagt beziehungsweise gezeigt hat als die veralteten Karten der Gutachter aus der Ferne.

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