Einheitliche Linie Richtung Brilon finden

Einheitliche Linie Richtung Brilon finden Landrat Dr. Karl Schneider: Verkehr muss aus den Tälern und Ortschaften raus

„Wir müssen vorankommen“: Landrat Dr. Karl Schneider. Appell für eine einheitliche Linie Richtung Brilon: Landrat Dr. Karl Schneider. - Einheitliche Linie Richtung Brilon finden Landrat Dr. Karl Schneider: Verkehr muss aus den Tälern und Ortschaften raus

Landrat Dr. Karl Schneider: Verkehr muss aus den Tälern und Ortschaften raus

Text: Paul Senske                             

Fotos: Inga Bremenkamp

Vorspann

Dr. Karl Schneider ist ein Mann klarer Worte: „Ich bin schon im Vorfeld der Freigabe des Teilstücks der A 46 zwischen Velmede und Nuttlar auf der Baustelle gewesen – und bin begeistert. Besonders die Talbrücke Nuttlar mit 115 Metern Höhe ist eine ingenieurtechnische Meisterleistung, ein imposantes Bauwerk“, sagt der Landrat. „Bei aller Freude: Jetzt muss es aber vor allem in Richtung Brilon bis zur A 33 weitergehen. Die Region muss sich sehr schnell auf eine einheitliche Linie einigen und die Hausaufgaben machen. Der Verkehr muss aus den Tälern und Ortschaften raus und zwar auf die Autobahn, wo er hingehört.“

Weiterer Text

Dr. Schneider ist auch Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft A 46 und damit ein Verfechter „für den Bau einer leistungsfähigen Erschließungsstraße für das Sauerland von Hagen bis Brilon“ (jetzt bis zur A 33), wie das Ziel der 1966 gegründeten AG lautet. „Wir sind eine prosperierende Wirtschafts- und Industrieregion. Die A 46 ist die Lebensader der Region. Wir müssen das Sauerland weiter erschließen. Alle Landräte, Oberkreisdirektoren und Bürgermeister im Hochsauerlandkreis und unsere Politiker im Bundestag und Landtag haben in dieser Hinsicht stets an einem Strang gezogen.“ Großes Lob zollt Dr. Schneider dem langjährigen Bundestagsabgeordneten Ferdi Tillmann (MdB 1972 – 1994), der sich als Mitglied des Verkehrsausschusses stark für die Autobahn eingesetzt hat: „Er hat erheblich geholfen.“ Das gelte u. a. auch Franz Müntefering, Friedrich Merz und Dr. Patrick Sensburg.  

Dass jetzt auf dem Teilstück zwischen Velmede und Nuttlar der Verkehr rollt, ist für den Landrat ein wichtiger Mosaikstein. Zehn Jahre Bauzeit, dazu die Planung: „Das Projekt hat lange gedauert, aber wenn man bedenkt, was alles zu bewältigen war – Brückenbauwerke, Tunnel, Hangsicherung am Sengenberg usw. – dann liegen wir gut in der Zeit. Die ingenieurtechnischen Leistungen von Straßen NRW und der beteiligten Firmen sprechen zudem für sich.“  

„Wir bewegen viel zu viel Papier, ohne dass ein Bagger rollt“ (Landrat Dr. Karl Schneider)

Für den Landrat geht es jetzt vordringlich darum, mit dem Bau der B 7/B 480 n in Richtung Brilon/Bad Wünnenberg bis zur A 33 voranzukommen. „Die Planungen dauern und dauern, es ist ein äußerst langwieriges Verfahren“, so Dr. Schneider. „Wir bewegen viel zu viel Papier, ohne dass ein Bagger rollt.“ Die Planungen in Richtung Brilon sehen verschiedene Varianten vor. „Wir müssen endlich eine einheitliche Linienführung hinbekommen und danach gemeinsam dafür einstehen.“ Dass das nicht einfach sein wird, weiß der Landrat. „Einwände und Klagen von Bürgern, Initiativen und Verbänden verlängern den Prozess, zumal sich Gesetze gelegentlich gegenseitig behindern. Am besten wäre es, die Autobahn am Berg weiterzuführen. Dagegen stehen aber naturschutz- und artenschutzrechtliche Bedenken. Trotzdem müssen wir vorankommen.“

Beim Blick in Richtung Westen der „unvollendeten“ A 46 zum Teilstück Hemer – Neheim schüttelt Dr. Schneider den Kopf und sagt fast beschwörend: „Seit der Gründung der Arbeitsgemeinschaft A 46 im Jahr 1966, also seit über 50 Jahren, beschäftigen wir uns damit. Wir kommen einfach nicht voran. Das ärgert mich am meisten.“ Der Landrat erwähnt in diesem Zusammenhang, dass der Landesbetrieb Straßen NRW ein Dialogforum eröffnet hat, um mit der Bevölkerung ins Gespräch zu kommen und um Zustimmung zu organisieren. „Es ist ein schwieriger Prozess, aber ich hoffe, dass es Ansätze gibt, die irgendwann einmal die Realisierung des Teilstücks Hemer – Neheim möglich machen. Jetzt müssen wir erst sehen, dass wir in Richtung Brilon vorankommen. Es ist eine Jahrzehntaufgabe.“  

Infokasten

Arbeitsgemeinschaft A 46

Die Arbeitsgemeinschaft A 46 verfolgt als grundsätzliches Ziel den Bau einer leistungsfähigen Erschließungsstraße für das Sauerland, jetzt bis zur A 33. Die AG wurde im Juni 1966 als Arbeitsgemeinschaft „B 7n“ gegründet und später in AG „A 46“ umbenannt. Seit 1966 liegt der Vorsitz bei der Verwaltungsleitung des Hochsauerlandkreises bzw. dessen Rechtsvorgänger (Kreis Arnsberg). Vorsitzender der AG ist Landrat Dr. Karl Schneider.

Der AG gehören die vier Kreise HSK, Paderborn, Soest und Märkischer Kreis sowie 18 Städte und Gemeinden an. Weitere Mitglieder sind die Bundestags- und Landtagsabgeordneten der vier Kreise, ebenso die Mitglieder des Regionalrates der vier Kreise. Der Landesbetrieb Straßen NRW ist mit seinen Regionalniederlassungen Sauerland-Hochstift und Südwestfalen vertreten. Zu den AG-Mitgliedern gehören auch der Regierungspräsident Arnsberg, die IHK Hellweg-Sauerland, die SIHK Hagen und der Verkehrsverband Westfalen-Mitte e. V.

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„Wir müssen vorankommen“: Landrat Dr. Karl Schneider. Appell für eine einheitliche Linie Richtung Brilon: Landrat Dr. Karl Schneider.