Was macht eigentlich ein Ortsvorsteher?

Paul-Heinz Henke (m. hinter dem Rad des Traktors) und die Dorlarer "Renter-Band"

Paul-Heinz Henke kümmert sich seit 10 Jahren um die Belange von Dorlar

Von Hermann-J. Hoffe – Foto: Klaus-Peter Kappest

„Du kannst das. Dich kennt jeder. Und Du hast jetzt Zeit.“ Mit diesen klaren Worten konfrontierte vor rund zehn Jahren das Ratsmitglied Josef Henke aus Grimminghausen den ehemaligen Major der Schützenbruderschaft St. Hubertus Dorlar, Paul-Heinz Henke, damit, den Posten des Ortsvorstehers für Dorlar zu übernehmen. Henken Paul, wie sie ihn alle nannten, wollte nicht, er bat sich Bedenkzeit aus. Seine Frau war strikt dagegen, dass der gerade in Rente gegangene Ehemann wieder einen verantwortungsvollen Posten übernahm. 28 Jahre hatte Paul-Heinz Henke im Vorstand des Schützenvereins mitgewirkt, bis 2007 als Schützenmajor, und danach war er als Hallenwart ständig im Einsatz. Es gab bei Henken ein paar ernste Diskussionen. „Aber was wollte meine Frau da machen. Die Arbeit des Ortsvorstehers musste ja einer übernehmen. Und dann habe ich Ja gesagt“, erinnert sich Henken Paul an diese erste Ernennung zum Ortsvorsteher von Dorlar.

Dieter Knipp, der Vorgänger von Paul-Heinz Henke als Ortsvorsteher von Dorlar, hat das politische Amt genau zehn Jahre ausgeübt. So war es ziemlich klar, dass Henken Paul nach der Wahl 2015 noch einmal für fünf Jahre übernahm. „Aber im nächsten Jahr habe auch ich meine zehn Jahre rum. Dann ist Schluss“, sagt der engagierte Ortsvorsteher. Dann wird er 75 Jahre alt und das Amt muss von Jüngeren übernommen werden.

Wenn Paul-Heinz Henke von der Arbeit als Ortsvorsteher berichtet, merkt man ihm eine gehörige Portion Freude und auch ein wenig Stolz an: „Zum 85. Geburtstag besuche ich die Geburtstagskinder und überbringe die Grüße und ein Geschenk der Stadt Schmallenberg. Das Ritual wiederholt sich alle fünf Jahre. Zur Goldenen Hochzeit oder noch höheren Hochzeits-Jubiläen wird ebenfalls von Seiten der Stadt Schmallenberg gratuliert. Auf diesen Feierlichkeiten gibt es immer eine Menge zu erzählen, von früher und aus der Jugendzeit.“

Natürlich beschränken sich die Aufgaben eines Ortsvorstehers nicht auf Feierlichkeiten. „Ich packe handfest mit an, wenn es darum geht, unser Dorf sauberzuhalten und anstehende Aufgaben und Probleme zu lösen.“ Größtes Ärgernis ist dabei der Platz rund um die Altmüll-Container am Ortseingang. „Wenn man hier nicht aufpasst, kann sich hier schnell eine illegale Müllkippe entwickeln.“ Fast täglich wirft der Ortsvorsteher ein Auge auf diesen und andere Plätze. „Wenn mir etwas auffällt, ändere ich den Zustand oder setze mich mit dem Bauhof in Schmallenberg in Verbindung“, sagt der rüstige Rentner. „Oft bin ich auch Ansprechpartner im Ort, wenn irgendwo etwas mal nicht in Ordnung ist. Dann wird nach einem pragmatischen Weg gesucht, um das Problem zu lösen.“ Ganz ohne Hilfe geht das nicht. Und daher kann sich der gutvernetzte Henke auf eine vielhändige Unterstützung weiterer Rentner verlassen.„Das ist meine Renter-Band“, sagt Karl-Heinz Henke schmunzelnd.„Die meisten kennen mich noch aus der Zeit als Schützenmajor. Und da haben wir gemeinsam so manches auf die Beine gestellt.“ Kein Wunder also, dass ein Anruf vom Ortsvorsteher genügte, und fast die gesamte „Rentner-Band“ von Dorlar fand sich am frühen Morgen gutgelaunt mit Trecker zum Fotoshooting am Ortseingangsschild ein.