UNSER WALD IST LEBENSWICHTIG

UNSER WALD IST LEBENSWICHTIG

UNSER WALD IST LEBENSWICHTIG

Text: Philip Stallmeister
Fotos: Philip Stallmeister & freepik.com

Riesiger Wald dient als CO2-Senke

Davon können viele Städte nur träumen: Mit 8.670 Hektar gehört die Stadt Warstein zu den waldreichsten Kommunen Deutschlands. Mehr als die Hälfte davon, nämlich 4.841 Hektar, gehören der Stadt selbst, also allen Einwohnerinnen und Bürgern. Damit ist die Stadt Warstein der zweitgrößte kommunale Waldbesitzer in NRW. In den kommenden Ausgaben stellen wir Warstein und seinen Wald vor.

Dieser Warsteiner Wald neutralisiert rund ein Drittel des Kohlendioxids, das die hier lebenden Menschen produzieren. Allein der Stadtwald speichert 46.000 Tonnen CO2 jährlich. „Zu einer effektiven CO2-Senke wird ein Wald insbesondere dann, wenn Holz entnommen und für langlebige Produkte genutzt wird, etwa bei Bauprojekten“, unterstreicht das Edgar Rüther, Leiter des Sachgebiets Forst. Geplant ist etwa, das neue Feuerwehrhaus in Warstein überwiegend aus PEFC-zertifiziertem Holz zu errichten.

Auch durch die Renaturierung des mehrere tausend Jahre alten Hochmoors im Wald am Kapellenplatz trägt die Stadt Warstein dazu bei, die CO2-Speicher-Kapazitäten des Moores weiter zu füllen. Rüther: „Intakte Moore saugen Niederschläge auf wie Schwämme, dadurch schützen sie bei Starkregen vor Überflutung. Außerdem speichern sie noch mehr CO2 als Wälder es können.“

Den Wald nachhaltig bewirtschaften

Bereits 1991 entschied der Forstausschuss der Stadt Warstein, den kommunalen Wald künftig naturgemäß zu bewirtschaften. Dazu gehört beispielsweise, statt auf Baumpflanzungen auf Naturverjüngungen zu setzen oder eine gute, altersmäßige Durchmischung der Bäume anzustreben, um sich der natürliche Situation anzunähern. „Bereits vor fast 30 Jahren haben wir alte Fichtenwälder mit jungen Buchen angereichert. Bei Sturm- oder Borkenkäferschäden ist hier durch die kleinen Bäume bereits ein Mikroklima vorhanden, in dem sich auch andere Bäume schnell mit verjüngen“, erläutert Edgar Rüther, Leiter Forst bei der Stadt Warstein. Ähnliche Eigenschaften wie die Buche besitzt die Weißtanne, die im Sauerland natürlicherweise nicht vorkommt. „Wir möchten sie jetzt aber stärker mit einplanen, denn sie besitzt aufgrund ihrer Pfahlwurzel eine hohe Standhaftigkeit“, so Rüther.

Bei der Holzernte vermeiden die Forst-Mitarbeiter Kahlschläge und ernten in der Regel Einzelstämme, sobald ein Baum seine Zielstärke erreicht hat. Durch dieses Verfahren entstehen kleine Lichtschächte, in denen sich der Baumbestand entweder natürlich verjüngt oder die Waldarbeiter Mischbaumarten wie beispielsweise Buchen einbringen.

Eine breite Genressource ist gleichzeitig Grundlage und Ergebnis nachhaltiger Waldwirtschaft. In Zeiten des Klimawandels gilt es allerdings, die Genressourcen über die natürlichen Vorkommen hinaus zu erweitern. „Gerade Bäume, die längere Phasen von Hitze und Trockenheit überstehen können, fehlen in unseren Wäldern, so dass wir uns künftig nicht mehr nur auf Naturverjüngungen verlassen können“, urteilt Edgar Rüther.

Unter www.warstein.de finden Sie ein Video über die nachhaltige Waldwirtschaft in der Stadt Warstein.

PEFC ist eine Art Wald-TÜV

Schon seit 1991 wird im Wald der Stadt Warstein naturgemäße Waldwirtschaft betrieben und seit 2002 ist der Forstbetrieb der Stadt Warstein als nachhaltig in ökonomischer, ökologischer und sozialer Hinsicht PEFC-zertifiziert. So kann das geerntete Holz auch mit diesem Nachhaltigkeitslabel verkauft werden. Und so ist es auch nur folgerichtig, dass Stadtverwaltung ebenso wie Schulen und Kindergärten laut ihrer Beschaffungsrichtlinien soweit möglich PEFC-zertifizierte Produkte verwenden. Auch bei Bauprojekten wird vornehmlich auf die Verwendung von PEFC-zertifiziertem Hölzern gesetzt.

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