„Wir wollen den Wandel gestalten“

Gisela Bartsch, Fachbereichsleiterin Generationen/Bildung/Freizeit „Wir wollen den Wandel gestalten“

Gisela Bartsch, Fachbereichsleiterin Generationen/Bildung/Freizeit „Wir wollen den Wandel gestalten“

Gisela Bartsch, Fachbereichsleiterin Generationen/Bildung/Freizeit

Text: Christel Zidi    
Fotos: J. Eckert

Längst hat der demographische Wandel auch das Sauerland erfasst. In einem Satz zusammengefasst bedeutet das: Wir werden weniger, älter, bunter. Diese Entwicklung hat wohl jeder schon bemerkt. Was aber bedeutet das konkret für die Leiterin des Fachbereichs Generationen/Bildung/Freizeit?

Gisela Bartsch ist für die Planung, Steuerung und Überwachung der Fachbereiche Schule/Sport, Kultur/Heimatpflege, Stadtstrategie und Kindergarten/Jugend verantwortlich. Ein umfangreiches Gebiet. Circa 40 Mitarbeiter stehen ihr dabei unterstützend zur Seite. „Bei allen Generationen und generationsübergreifenden Projekten müssen wir berücksichtigen, dass die Gesellschaft sich stetig ändert“, erläutert Gisela Bartsch. Kein leichtes Unterfangen, denn die verschiedenen Generationen haben auch verschiedene Bedürfnisse. „Das immer wieder zu schaffen, ist eine Herausforderung“, sagt die Fachbereichsleiterin. Ihr Wunsch ist es, dem gerecht zu werden. Dazu werden ziel- und personengerichtete Angebote ausgearbeitet. Überhaupt ist konzeptionelles Vorgehen unbedingt nötig, z. B. beim Schulentwicklungsplan, dem Bücherei-, Archiv- und Kulturkonzept.

Kulturpaten: “Wir holen uns das Fachwissen rein“

Zielgruppenorientierte Angebote sind besonders im Bereich Kultur wichtig: „Dafür brauchen wir die Hilfe von außen.“ Öffentliche Mittel werden genutzt: „Auf diese Art und Weise lässt sich so ein größeres Programm realisieren. Auch das Fachwissen externer Mitarbeiter wird genutzt. Ehrenamtliche, die ihre Fachkompetenz mit einbringen. „Wir haben in vielen Bereichen nicht das Know-how, aber dafür haben wir ja unsere „Kulturpaten“, erläutert Gisela Bartsch. „Diese unterstützen uns bei der Programmerstellung.“ Zu den ehrenamtlichen Paten zählen u. a. Jürgen Alliger, Jorinde Jelen, Tobias Schütte und Berthold Zeppenfeld. Für Programme, die sich direkt an Kinder und Jugendliche richten, ist ihre Mitarbeiterin Anne Wiegel zuständig. Gemeinsam mit den Kulturbeauftragen der Schulen wird überlegt, welche Veranstaltungen angeboten werden sollen. Das kann beispielsweise der „Faust“ sein oder „Taksi to Istanbul“. Durch die Förderung der Landesregierung und des Kultursekretariats können im Rahmen der Programme „Kulturstrolche“ (für Grundschulkinder) und „Kulturrucksack NRW“ (für 10-14-Jährige) auch kostenlose Angebote gemacht werden“

Meschede, die Schul- und Bildungsstadt

„Wir haben eine Vielzahl von Wahlmöglichkeiten für Kinder, sich hier einen Bildungsweg auszusuchen“, erklärt Bartsch, die eine Ausbildung als Sekundarstufe 1-Lehrerin hat und sich anschließend zur Kirchen- und Kommunalarchivarin ausbilden ließ. Die Grundschulen, zwei Hauptschulen, eine Realschule und ein Gymnasium bietet die Kommune. Parallel dazu gibt es noch zwei Schulen in privater Trägerschaft: die St. Walburga-Realschule und das Benediktiner-Gymnasium, außerdem das Berufskolleg. 

Überhaupt ist man im Bereich Bildung zukunftsmäßig gut aufgestellt. IT ist auch in Meschede ein Schwerpunkt-Thema. Die Stadt, als Schulträger zuständig für die Räume und das „Equipment“, wartet schon gespannt auf den „DigitalPakt Schule“, der in Kürze kommen wird. Mit diesem Pakt wollen Bund und Länder für eine bessere Ausstattung der Schulen mit digitaler Technik sorgen. Bei Meschedes Bürgermeister, Christoph Weber, rennen sie damit offene Türen ein, denn der ist laut Bartsch „Gott sei Dank hochengagiert in diesem Bereich.“ Webers Wunsch ist es, die Grundvoraussetzungen für eine optimale Nutzung der IT-Technik zu bieten – für alle.

Mescheder Stadtgespräche

„Die Stadt Meschede bietet ihren Bürgern eine Plattform, ihre Stadt „noch lebens- und liebenswerter zu machen“, so Gisela Bartsch. Aktive Beteiligung ist wichtig. Bürger, die meinen, dass das Stadtangebot verbesserungswürdig ist, erhalten von der Stadt die Gelegenheit, dieses selbst aufzuarbeiten. „Letztlich bieten wir eine Plattform für das Ehrenamt“, ergänzt Gisela Bartsch, „Und die wird super genutzt.“ Zurzeit ist es überwiegend die Gruppe 50 plus, die sich besonders intensiv daran beteiligt, aber auch den anderen Altersgruppen werden verstärkt Anreize geboten.

Wenn sie von den „Stadtgesprächen“ berichtet, merkt mal schnell, dass auch dieses Projekt eine Herzangelegenheit der Fachbereichsleiterin ist. Alle wichtigen Organisationen sind dort involviert. Denn es ist wichtig, dass die angebotenen Dinge, nicht parallel an anderer Stelle offeriert werden. Durch eine intensive Vernetzung sollen Energieverluste vermieden und Synergieeffekte genutzt. werden.

Gewachsen sind die Stadtgespräche aus dem „Lokalen Bündnis für Familie“, an dem die Stadt sich beteiligt hatte. Das Format wurde gewechselt und es entwickelten sich die „Mescheder Stadtgespräche“ mit ihrem Werkstattcharakter. Ein erfolgreiches Konzept. Nicht nur Mitarbeiterin Dorothee Hüster ist „begeistert über so viel Motivation und Initiative“. Schon einiges ist aus diesem Arbeitskreis gewachsen: „Freude unterm Weihnachtsbaum“ und die Mescheder Bürgertreffen – um nur zwei wichtige Projekte zu nennen. Auf die Frage, was man noch besser machen könnte, antwortet sie: „Es gibt immer Luft nach oben. Aber ich finde, wir haben solide und tragfähige Grundlagen. Durch das Engagement der Leute ist schon unglaublich viel realisiert worden.“

Noch ein Thema liegt der Ramsbeckerin am Herzen: Leben im Alter, Wohnformen, Kommunikationsmodelle und die Frage: Wo und wie kann ich mein Leben würdevoll und selbstverantwortlich gestalten? „Da gibt es vor allem in den ländlichen Gebieten große Fragezeichen. So etwas wie die vorbildliche Rinschen-Park-Anlage kann natürlich nicht in jedem Dorf realisiert werden, aber man kann Ideen sammeln, ausloten, was machbar ist und sich gegenseitig dabei unterstützen.“

Gisela Bartsch ist durch und durch Sauerländerin. Es zog sie nie in die „große weite Welt“. Sie findet in ihrer Heimat alles, was sie zum Glücklichsein benötigt: Viel Natur, umfangreiches Bildungsangebot, Wohnkultur – all das ist für sie die Grundlage, sich „hier rundum wohl zu fühlen“.

Gisela Bartsch, Fachbereichsleiterin Generationen/Bildung/Freizeit „Wir wollen den Wandel gestalten“