Gigantische Aussicht, Berge, Wiesen und Wälder

Gigantische Aussicht, Berge, Wiesen und Wälder Mescheder-Schederberge mit ganz besonderer Lage

Gigantische Aussicht, Berge, Wiesen und Wälder Mescheder-Schederberge mit ganz besonderer Lage

Mescheder-Schederberge mit ganz besonderer Lage

Text und Fotos: Nicola Collas

Wie Sie hören, hören Sie nichts. Außer ein paar Vogelstimmen vielleicht. Diese unbeschreibliche Stille ist etwas ganz Besonderes, wenn Sie am Vogelsang (680 m ü. NHN) bei Meschede-Schederberge sind. Das ist der höchste Punkt von Schederberge. Und dazu dieser herrliche Blick: Wiesen, Felder, Wälder und Berge soweit das Auge reicht. Wenn Sie zurück nach Schederberge kommen, ist es nicht mehr so still, aber die Aussicht ist auch da atemberaubend. Die Lage ist etwas, was die Schederberger, aber auch viele Besucher und Gäste schätzen.

Tolle Umgebung

Markus Kraus hat die letzten Jahre in Berlin gelebt. Jetzt hat sich der gebürtige Mescheder einen Kindheitstraum erfüllt und ein Häuschen in Schederberge gekauft. „Ich wollte immer schon in Schederberge leben. Hier oben ist es traumhaft schön“, schwärmt der 50-Jährige.

Die 87-jährige Maria Stappert findet alles schön „hier oben in Schederberge“. „Wir gucken von unserem Haus runter in die Berge. So eine schöne Lage.“ Der Schederberger Schützenkönig von 2018/2019, Nicolas Struß, ist 30 Jahre alt und in Schederberge aufgewachsen: „Man hat hier oben seine Ruhe, es ist einfach schön. Ich will hier nicht weg!“ Und auch der 11-jährige Jonas Röttger schwärmt von der Umgebung seines Heimatdorfes, die auch seine Freunde, die ihn besuchen, „toll finden“.

Feste feiern

 „Außerdem feiern wir schöne Feste in Schederberge“, erzählt der Schüler. Im Jahr gibt es immer wiederkehrende Veranstaltungen, die von der Dorfgemeinschaft organisiert werden. Am 1. Januar ist das Neujahrssingen, im März packen alle mit an und räumen rund um den Ort den Müll weg, am 1. Mai findet das traditionelle Grillen unter der Linde statt, es gibt eine Oldie-Fete, Kartoffelbraten und Adventsfeier. Höhepunkt des Jahres ist das Dorffest am letzten Juli-Wochenende, bei dem der Vogel mit Knüppeln abgeworfen wird. Mit Nicolas Struß war im vergangenen Jahr wieder ein Schederberger König, aber immer wieder werfen auch Auswärtige den Vogel ab: wie in diesem Jahr. Amtierender Schützenkönig ist Olli von den Paderborner Freunden – passend zum Jubiläum der 30-jährigen Freundschaft mit den Paderbornern. Die kommen mittlerweile seit 30 Jahren zum Dorffest und haben noch die Zeiten miterlebt, als an einem Samstagabend über 1000 Leute in Schederberge feierten. Heute ist das Dorffest immer noch gut besucht, aber nicht mehr so wie damals. Seit drei Jahren bietet der Dorfverein mit iSONIC eine Live-Band aus Köln auf. Auch die Bandmitglieder schätzen die Atmosphäre in dem kleinen Mescheder Dorf, das mittlerweile 35 Einwohner zählt.

Guter Zusammenhalt

„Ich habe mit Schrecken festgestellt, dass wir ein bisschen geschrumpft sind“, erzählt die Dorfgemeinschaftsvorsitzende Beate Scheliga. Sie selbst ist erst 2011 von Paderborn nach Schederberge gezogen und fühlte sich als Neuling gleich gut aufgenommen. „Wir sind aber auch direkt aufs Dorf zugegangen. Wie sagt man so schön: Wie man in den Wald hereinruft, so schallt es heraus“, so die 52-Jährige. Trotzdem sei in Schederberge das Besondere, dass man seine Ruhe haben kann, wenn man das möchte. „Man muss nicht ständig aufeinander glucken. Die Gemeinschaft funktioniert auf eine schöne lockere Art“, erzählt Beate Scheliga. Das heißt auch, wer Hilfe braucht, bekommt sie auch. „Der Zusammenhalt in Schederberge ist ganz toll. Ich habe das noch nie woanders so erlebt“, sagt die Schederbergerin. „Wenn jemand von den Älteren krank ist und nicht kochen kann oder mag, der kann zu Sonja Raulf kommen. Sie kocht in ihrer Pension was mit, wenn es nötig ist. Auch wenn es um Besorgungen oder Fahrdienste geht, kann sich bei uns einer auf den anderen verlassen.“ Maria Stappert erinnert sich an eine ganz besondere Geschichte: „Wir hatten mal ganz viel Wasser im Keller. Und da standen bei Raulfs an der Mauer ein paar Leute aus dem Dorf und unterhielten sich. Als die merkten, dass wir Probleme hatten, kamen sie sofort zu uns rüber und halfen uns, das Wasser aus dem Keller zu kriegen. Ich habe dann irgendwann Schnittchen geschmiert und wir alle haben noch bis Mitternacht zusammengesessen. Schederberge ist ein Dorf, das zusammen hält.

Meine Heimat!“ Auch Nicolas Struß erzählt von der besonderen Gemeinschaft in Schederberge: „Die Türen stehen einem offen, wenn man mit jemanden sprechen möchte. Und es findet sich auch immer jemand, der einen mal schnell die vier Kilometer nach Meschede fährt, wenn es sein muss.“ Auf ein Auto ist man in dem Örtchen definitiv angewiesen, denn es gibt keine offizielle Buslinie durch Schederberge. Zwei Mal in der Woche kommt Raimund Dröge aus Eversberg mit einem fahrbaren kleinen Tante-Emma-Laden in den Ort. Wer die Ruhe und Abgeschiedenheit liebt, für den ist Schederberge ein Paradies.

Wünsche unter der Dorflinde

Es gibt Urlauber in der Pension Raulf, die kommen seit 50 Jahren. Damals als Kinder, heute sind sie mit ihren Enkelkindern da. Immer wieder kommen auch andere Auswärtige durchs Dorf, z. B. Wanderer oder Mountainbiker. Die wollen meist hoch zum Vogelsang, viele von ihnen legen eine Pause unter der alten Linde mit Sitzplatz ein. „Ein Sachverständiger der Stadt war mal hier und meinte, die Linde müsste gefällt werden. Aber sie hat alle starken Stürme überlebt und wir hoffen, dass sie noch viele Jahre stehen bleibt“, erzählt Beate Scheliga über den besonderen Anlaufpunkt in der Dorfmitte. Das ist ein Wunsch für die Zukunft des kleinen Ortes, in dem die jüngste Einwohnerin bald sechs  wird und die älteste 90 Jahre alt ist.

Weitere Wünsche der Dorfgemeinschaft sind, dass sich in Zukunft weitere junge Familien ansiedeln. Dafür müsste Bauland, das auf jeden Fall da ist, erschlossen werden. Und die Schederberger wünschen sich, dass sie besser von der Stadt Meschede wahrgenommen werden. „Wir gelten ja als Splittersiedlung“, erzählt Beate Scheliga. „Diese Siedlungen haben grüne Ortsschilder. Wir haben aber wie ein richtiger Ortsteil ein gelbes Ortsschild. Wir wünschen uns, dass wir auch mal auf finanzielle Unterstützung hoffen können, wenn es darum geht, den Ortskern aufzupeppen oder sonstige Punkte im Ort umzugestalten.“

Schmieling feiert mit Gästen beim Dorffest
Die Dorfgemeinschaftsvorsitzende Beate Scheliga im Gespräch mit WOLL-Mitarbeiterin Nicola Collas
Drei Generationen in Schederberge Michael, Maria und Simon Stappert v.r.
Jonas Röttger aus Schederberge (mit seinem Papa) liebt die Umgebung von Schederberge
Schützenkönig 2018 19 Nicolas Struß
Vogelwerfen mit atemberaubender Aussicht