Niederbergheim

Im 14. Jahrhundert fast zur Stadt erhoben

Niederbergheim heute

🖊️ Christel Zidi  📷 Franz-Josef Schröer (alte Ansichtskarte), S. Droste (neue Ansichtskarte)

Auf den ersten (Ansichtskarten-) Blick hat sich nicht ganz so viel verändert. Einige Häuser sind hinzugekommen – natürlich. Trotzdem wirkt Niederbergheim auch nach fast 100 Jahren noch immer ländlich-beschaulich.

Urkundlich erwähnt wurde „Berchheim“ erstmal im 11. Jahrhundert. Im 14. Jahrhundert wären Niederbergheim fast die Stadtrechte verliehen worden, aber der Erzbischof von Köln, Heinrich von Virneburg, der gleichzeitig Herzog von Westfalen war, setzte sich entschieden gegen die Befestigungen und den Stadtaufbau von Niederbergheim und Hirschberg ein. Was ihn dazu veranlasst, konnten wir von WOLL noch nicht recherchieren. Sicher ist nur, dass er damit durchkam. Zumindest, was Niederbergheim betraf. Der damalige Erzbischof war übrigens kein Theologe, hatte keinen akademischen Grad erworben und wohl auch nie gepredigt. Nicht unerwähnt sollte auch sein, dass er maßgeblich am Ketzerprozess gegen Meister Eckhart beteiligt war.

Niederbergheim um 1920

In alten Berichten ist zu lesen, dass es in Niederbergheim noch zum Ende des 15. Jahrhunderts ein Augustinerinnen-Kloster gab; Anfang des 16. Jahrhunderts war es aber bereits verlassen. Auf den verfallenen Grundmauern errichteten die Niederbergheimer um 1735 die Antonius-Kapelle, die 1921 erweitert wurde. Bis heute wird sie liebevoll von den Einwohner gepflegt wird, besonders von den Mitgliedern des Kapellenvereins, der in diesem Jahr schon 110 Jahre besteht.

Von einem späteren Erzbischof 1551 in Auftrag gegeben, wurde der Bau der „Niederbergheimer Mühle“. Ihr Antrieb dient heute nur noch der alternativen Stromgewinnung. Im 16. Jahrhundert wurde die Möhne an dieser Stelle bereits intensiv als Energiequelle genutzt. Heute ist die Mühle eines der Wahrzeichen des Ortes.
Am Radweg nach Belecke hat der Heimatverein des Ortes ein altes Horizontalgatter als technisches Kulturdenkmal neu errichtet. Dieses Gatter, aus einem stillgelegten Niederbergheimer Sägewerk stammt, soll daran erinnern, dass über Jahrhunderte viele Menschen im Dorf von der Waldarbeit und der Holzverarbeitung gelebt haben.
Die Beschaulichkeit Niederbergheims gibt es noch immer. Gleichzeitig aber hat sich der Ort dem modernen Leben angepasst. Es gibt nur noch einen Vollerwerbslandwirt und einige Nebenerwerbsbetriebe. Die meisten berufstätigen Niederbergheimer sind heute in Industrie- und Gewerbebetrieben beschäftigt.