EINE ALM MIT HERZ UND TRADITION

In der Almhütte in Dreihausen wird Freundlichkeit gelebt

Liebe geht durch den Magen. Gabi und Klaus Alteköster kochen oft gemeinsam in ihrer Almhütte

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In der Almhütte in Dreihausen wird Freundlichkeit gelebt

Oma Anni (82) stupst Enkel Paul (10) in die Seite „Du übernimmst den Laden hier irgendwann einmal, oder?“ Paul presst die Lippen aufeinander: „Mmmh. Mal sehen. Das weiß ich noch nicht.“ Anni Alteköster hat die Almhütte in Arnsberg-Dreihausen am 14.11.1969 gemeinsam mit ihrem Mann eröffnet. Eigentlich sollte aus dem damaligen Hühnerstall ein Campingkiosk werden. Weil das Bauamt dank neuer Auflagen aber plötzlich einen Strich durch diese Pläne gemacht hatte, musste schnell neu gedacht und umgeplant werden. „Von außen ist die Alm relativ unscheinbar. Da ist die ursprüngliche Kioskidee noch sichtbar. 2005 haben wir angebaut. Jetzt gibt’s die Alm auch mit einer Terrasse hinter der Hütte, einem Kamin und allem Drum und Dran“, erklärt Klaus Alteköster, der die Alm seiner Eltern 2000 gemeinsam mit seiner Frau Gabi übernommen hat. Klaus und Gabi sind beide gelernte Köche und haben aus der einfachen Wirtschaft ein richtiges Restaurant gemacht: „Wir haben die Speisekarte erweitert. Bei uns gibt’s von der gebratenen Blutwurst über Lamm bis hin zur orientalischen Küche alles. Das Wild bekommen wir direkt vom Jäger aus Bachum nebenan, über die Qualität müssen wir da nicht sprechen“, erzählt der Chef des Hauses stolz.

Das Geheimnis der Erfolgsalm ist ähnlich unscheinbar wie ihr Look von außen. Freundlichkeit ist das A und O, weiß Klaus Alteköster, dem die Warmherzigkeit von Oma Anni in die Wiege gelegt wurde. „Meine Mama hat in all den Jahren jeden, der zur Tür hereingekommen ist, mit dem gleichen Respekt und der gleichen Freundlichkeit empfangen. Ganz egal wie alt oder jung, wie arm oder reich derjenige war. Uns ist auch völlig egal, ob der Gast zuletzt gestern oder vor zehn Jahren am Almtresen gesessen hat. Wir freuen uns einfach über jeden, der uns besucht und das spüren die Menschen.“

Gespürt hat das auch eine Runde von Stammkunden, die vor ein paar Jahren am Möhnesee gezeltet hat. „Die Kollegen hatten es an der Möhne etwas übertrieben. Da war der Durst wohl etwas zu groß, weshalb sie dort vom Zeltplatz heruntergeflogen sind. Denen habe ich hier bei uns dann Asyl gewährt, damit sie ihre Campingwoche nicht vorzeitig beenden mussten. Hier bei uns hat jeder einen Platz. Das ist doch klar“, versichert Klaus Alteköster und schwelgt schmunzelnd in Erinnerungen.

„Hier kannst du ganz alleine hinkommen, ohne irgendjemanden an deiner Seite. Dann setzt du dich an den Tresen und bist nicht mehr alleine, denn hinter dem Tresen stehen Freunde, mit denen du über Gott und die Welt reden kannst“, schwärmt Otto Reuber, der seit 50 Jahren Stammgast in der Almhütte ist. Früher ging man ‚nach Anni‘, heute geht man ‚auf die Alm‘. Geändert hat sich an dem Grundsatz der Freundlichkeit dadurch nichts.

Am 21.09.2019 wird das 50-jährige Jubiläum der Alm gefeiert. Familie Alteköster lädt Gäste und Freunde des Hauses ein. Freibier für alle, eine Grillstation – den Gästen wird es an nichts fehlen. Große Feste sind die Altekösters auf ihrer Alm gewohnt: „Es gibt Jahre, an denen waren am Vatertag 3.500 Leute bei uns. Väter, Mütter, Kinder, Radfahrer, Wanderer und Bollerwagenpiloten. Alle kommen gerne zu uns und schätzen die Idylle und die familiäre Atmosphäre“, verrät der zweifache Familienvater. Der Vatertag hat auf der Alm Tradition. „Beim ersten Mal haben wir mit ein paar Mann ein 30-Liter-Fass getrunken. Da waren wir Altekösters fast noch lustiger als unsere Gäste. Mit der Zeit ist das Event immer größer geworden. Dann sind wir von der Almterrasse in die Scheune nebenan gezogen – bis auch die zu klein war und wir die Party nach draußen ins Freie verlegt haben“, erklärt der 55-Jährige. Die Faszination der Almhütte am Vatertag steckt laut Klaus Alteköster meist im Rucksack: „Bei uns dürfen die Wanderer ihre Reste aus dem Rucksack weiter genießen. Sobald die Rucksäcke leer sind, geht’s an unser Fass. Diese Geste schätzen die Gäste. Wo sollen sie sonst auch hin mit ihrem schweren Gepäck?“

Wanderer begrüßen die Mitarbeiter nicht nur am Vatertag. Die Gäste kommen oft als Pilgerer des Weges, weil die Alm von Neheim, Voßwinkel, Menden sowie Bergheim und Holzen gut zu Fuß erreichbar ist. Nach Hause kommen, ist heute wie damals kein großes Problem: „‘Taxi Theo‘ hieß es früher. Da hat mein Vater Theo die letzten Thekengäste oft nach Hause gefahren. Heute kommt das auch immer mal wieder vor. Traditionen muss man pflegen“, sagt Klaus Alteköster, für den schon in der Jugend klar war, dass er den elterlichen Betrieb einmal übernehmen werde. Ob die Almhütte in Dreihausen den Sprung auch in die nächste Generation schaffen wird, bleibt abzuwarten, auch wenn Oma Anni Enkelchen Paul mit einem Augenzwinkern verspricht: „Ich würde auch mal rüberkommen und dir helfen.“

Randzitate

„Hier kannst du ganz alleine hinkommen. Hinter dem Tresen stehen Freunde“ (Stammgast Otto Reuber)

„Das Wild bekommen wir direkt vom Jäger aus Bachum nebenan, über die Qualität müssen wir da nicht sprechen“ (Klaus Alteköster)

Text und Fotos: Inga Bremenkamp

Lanai und Paul Alteköster lieben wie
viele andere Almgäste auch die
Nähe zu den Pferden auf der Alm