Ein Pferd für Eslohe!

Kincsem kommt

Text: Andrea Gödde-Kutrieb

Große Pläne für die Verschönerung von Eslohes Ortskern
kündigen sich an! Mit dem Vorhaben, die Essel zu renaturieren und das Areal um die Hauptstraße mit dem Einkaufszentrum Esselmarkt zu verbinden, entsteht eine Flaniermeile nebst Ruhe- und Spielplätzen. Und dort, wo Menschen sich treffen, rasten und spazieren gehen, sollte auch etwas zum Betrachten nicht fehlen! Ralf Schmidt, Ratsmitglied aus Eslohe, mag wohl solche Gedanken gehabt haben. Er suchte Kontakt zum örtlichen Kunstverein „Pro Forma“ und stieß auf offenes Interesse.

Der Plan: Ein Kunstwerk soll im Bereich der Promenade
installiert werden. Auf der Suche nach einem geeigneten Künstler half der Esloher Maler Thomas Jessen. Gemeinsam stieß man nach einigen Recherchen auf Silke Rehberg. Ihr Konzept passte wie der sprichwörtliche „Deckel auf den Topf“. Dieses sieht vor: Eslohe soll ein Pferd bekommen!

Was hat ein Pferd mit Eslohe zu tun?, könnte man zunächst
denken. Aber es handelt sich hierbei um ein besonderes Pferd. Das Kunstwerk aus Keramik ist ein originalgetreues
Abbild der Wunderstute Kincsem, die im März 1874 in Kisbér (Ungarn) – Eslohes Partnerstadt – das Licht der Welt erblickte. Dieses Pferd gewann Ende des 19. Jahrhunderts alle Rennen, in denen es antrat – 54 an der Zahl! Somit kann man bis heute von dem erfolgreichsten Rennpferd aller Zeiten sprechen. In das Rathaus in Eslohe ist Kincsem bereits eingezogen: Zum 25-jährigen Jubiläum der Städtepartnerschaft hatten die ungarischen Partner Bürgermeister Stephan Kersting eine Statuette des
berühmten Tieres als Geschenk übergeben. Dass nun die
Wunderstute für eine lebensgroße Büste in Eslohe Modell steht, zeigt zum einen die tiefe Verbundenheit beider Städte, soll zum anderen aber auch als proeuropäisches Zeichen dienen.

Die Künstlerin Silke Rehberg hat bereits ähnliche Projekte initiiert. Sie möchte durch ihr Kunstwerk „auf die einzigartige Kultur, die aus der gewachsenen Verbindung
und Kooperation von Pferd und Mensch entstand“, hinweisen. Sie nimmt eine unbeschriebene gewöhnliche Außenwand eines Gebäudes – im Fall Eslohes ist das die Seitenwand des Netto-Marktes – und montiert im oberen Wandbereich die zuvor im Atelier gefertigte Büste. Vom lebensgroßen Modell des Pferdes sind dabei nur der Kopf und der vordere Körperteil, bis zu den Schultern, sichtbar. Der Rücken des Tieres, also die Stelle, auf der beim Reitpferd der Sattel liegt, ist nicht vorhanden. Es gibt bewusst keinen Reiter, das Pferd ist der eigentliche Akteur, ihm soll die alleinige Aufmerksamkeit gelten.

Die Finanzierung dieses Kunstwerkes wurde durch
Fördermittel aus dem LEADER-Regionalbudget möglich gemacht. Für Kunst im öffentlichen Raum gibt es aber auch noch andere Fördermöglichkeiten. Wenn man das im Kopf behalte, könne die Gemeinde auch in Zukunft davon profitieren, visioniert Ralf Schmidt. Zunächst werden weitere Arbeiten der Künstlerin Silke Rehberg im Rahmen einer Gemäldeausstellung im Rathaus zu sehen sein. Die Vernissage, mit Anwesenheit der Künstlerin, ist am 02.10.2019 um 18 Uhr. Am Freitag, dem 11.10.2019 wird dann die Büste von Kincsem, der Wunderstute aus Kisbér, an ihrem vorgesehenen Platz in der Esloher Ortsmitte montiert und kann von den Besuchern ab dem Esloher Herbst bewundert werden.