🖊️ Christel Zidi  📷 S. Droste

Ohne Fleiß kein Preis, heißt es. Demnach müssen die Assinghäuser besonders fleißig sein, denn sie sind schon mit einigen hochkarätigen Preisen ausgezeichnet worden: Golddorf, Rosendorf, anerkannter Erholungsort. Auf ihren Lorbeeren ruhen sie sich allerdings nicht aus, sondern sind ständig darum bemüht, ihr Dorf noch schöner, noch attraktiver und noch einladender zu gestalten.

Das Golddorf

1989 gewann Assinghausen Landes- und Bundesgold im Wettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden“. Der Titel des Wettbewerbs ist auch heute noch Programm. Im Jahr 2009 gegründeten Dorfgemeinschaftsverein „Wir in Assinghausen“ laufen alle Interessen der 735 Bewohner zusammen. Und das gelingt außerordentlich gut. Ortsvorsteher Ingo Hanfland kann eine Reihe von Erfolgen aufzählen: den Neubau der Brücke im Küsterlandpark, den Erhalt der alten Asker Hausnamen durch Anbringen von Namensschildern, Umsetzung des Leader-Projekts „Rosen-Rosenkranz am Küsterland“, um nur einige zu nennen. Die Asker, wie sich die Assinghäuser selbst nennen, sind stolz auf ihren Ort. Sie haben immer neue Ideen, den ohnehin schon attraktiven Ort noch schöner zu machen.

Das Rosendorf

Wer im Sommer durch den Ort geht, wähnt sich in einem riesigen Rosengarten mit vielen prachtvollen Fachwerkhäusern. Mehr als 150 verschiedene Rosensorten schmücken Häuser und Sehenswürdigkeiten. Von der Ortsmitte aus gelangt man auf vier Rosenwege.
Seit 2007 ist Assinghausen anerkanntes Rosendorf, eines von sieben in Deutschland. Und diese Tatsache wird auch jedes zweite Jahr gefeiert. Am 13. und 14. Juli ist es wieder soweit; 2000 bis 2500 Gäste werden erwartet. Das erste Rosenfest fand 2001 im Garten von Mechtild Heidrich statt. Die Askerin züchtete Rosen und verkaufte sie im eigenen Garten. Mit ihrer Leidenschaft für die Königin der Blumen steckte sie auch andere im Dorf an. 2000 gründete man den Rosenverein, der sich u. a. um die Pflege der Rosenbeete- und -wege sowie des „begehbaren Rosen-Rosenkranzes“ kümmert. Letzterer ist wohl weltweit der einzige seiner Art.

Der staatlich anerkannte Erholungsort

Fremdenverkehr gibt es bereits seit 1900. Nach dem 2. Weltkrieg kamen viele Zechenarbeiter aus dem Ruhrgebiet. „Einige Assinghäuser schliefen auf dem Balken, um Zimmer zu vermieten“, erinnert sich Ortsheimatpfleger Georg Stratmann. Bis zu 50.000 Übernachtungen im Jahr gab es in Spitzenzeiten. Heute gibt es keine Pensionen mehr im Ort, dafür überwiegend Ferienwohnungen und zwei Hotels. Erholungssuchende zieht es nach wie vor in das Dorf an der munter fließenden Schirmecke.

Besonders Wanderer kommen gern. Vom Ortsmittelpunkt aus können sie zwölf Ziele angehen. Wer mit dem Wanderpass unterwegs ist, kann auf der 45 km langen Gesamtstrecke auch Punkte sammeln, die sich nach dem Schwierigkeitsgrad richten. Als Belohnung winken die silberne oder die goldene Wandernadel.

Nachdem Kyrill wütete, wurde der Strüker Stein, der kleine Bruder der Bruchhauser Steine, freigelegt. Ortsheimatpfleger Georg Stratmann erinnert sich, dass er als Kind dort oben mit dem Pastor war und von oben abgeseilt wurde. Aus Sicherheitsgründen ist das heute verboten. 2008 wurde auf dem Felsen ein neun Meter hohes Kreuz aufgestellt.
Die Schützenhalle kann in den Ferien für Ferienlager gemietet werden. Kinder können „Im Wäldchen“ viel erleben, ein tolles Programm wird geboten. Natürlich gibt es auch einen Bolz- und Grillplatz. Hier, nahe des Ruhrsteilufers, können sich die Kinder richtig austoben und an der frischen Luft Sport treiben.

Das Grimmedorf

Der „Dichter des Sauerlandes“ Friedrich Wilhelm Grimme wurde 1827 als siebter Sohn des Dorfschullehrers in Assinghausen geboren und starb 1887 in Münster. Sein Geburtshaus, das alte Schul- und Küsterhaus, steht noch heute. Eine Zeit lang diente es als Grimme-Museum, wurde aber nach dem 2. Weltkrieg ausschließlich zu Wohnzwecken genutzt. Die Utensilien aus dem Grimme-Museum lagerten lange Zeit auf dem Schulbalken. Nach vielem Hin- und Her wurden sie 2011 im heutigen Dorfgemeinschaftsraum untergebracht. Georg Stratmann hütet die Hinterlassenschaften des Heimatdichters wie einen Schatz. Einen, den auch gern der Öffentlichkeit präsentiert. Ein Wunsch des Ortsheimatpflegers ist es, dass das Grimme-Museum bald neu aufgestellt wird. Neue Vitrinen sind nötig, eine bessere Beleuchtung und Bildschirme. Die Ortsheimatpfleger in Assinghausen waren übrigens immer schon sehr rege und haben viel geleistet. Deshalb wurde Stratmanns Vorgänger auch der Otto-Knoche-Paat gewidmet.

Fleißige Helfer

Ortsvorsteher Ingo Hanfland ist stolz auf seine vielen, fleißigen Helfer. „Wenn es so nicht geht, dann packen wir es selber an“, heißt es im Dorfgemeinschaftsverein. Auch der 2. Vorsitzende des Vereins, Gerd Guntermann, pflichtet dem bei: „Es gibt nicht einen einzigen, der dann sagt, ich mache das nicht.“
Für den Ortsvorsteher ist es aber auch wichtig, dass „alles so schön wie möglich, aber auch so pflegeleicht wie möglich” geschieht. Das eingenommene Geld vom Einweihungsfest des Rosen-Rosenkranzes wurde gleich dafür dazu genutzt, einen Aufsatz-Rasenmäher anzuschaffen. Auch „Rudi“ gehört seit knapp zwei Jahren zum Helferteam. Rudi ist 45 Jahre alt und – der Dorftrecker. Ohne seine Hilfe wäre es im vergangenen Sommer kaum möglich gewesen, die neu gepflanzten Bäume im Park zu wässern.

Ingo Hanfland bindet auch die Dorfjugend gern mit ein. Für Arbeiten am Küsterland, informierte er alle per WhatsApp. Die Rückmeldungen kamen jedoch nur schleppend. Doch rechtzeitig zu Beginn der Arbeiten im Januar – bei minus 15 Grad – waren die jungen Leute zur Stelle, um Kantensteine zu setzen. „Wenn es darauf ankommt, sind sie alle da“, sagt der Ortsvorsteher voll Stolz. Auch bei der Fertigstellung des Mountainbike-Parcours wirkten hauptsächlich Jugendliche mit. Regelmäßig werden auch Dorfhelfer-Tage angesetzt. „Von 9 – 12 Uhr wird malocht, danach gibt es ab 15 Uhr was vom Grill. Denn die Asker wissen: Die Lebensqualität ist unseren Vereinen zu verdanken.“

Infrastruktur

Zum Glück gibt es in Assinghausen keine Durchfahrtsstraße. Aber das Dorf liegt an der Anfahrtsstraße nach Winterberg und Willingen. „Der Verkehr ist enorm gestiegen, jedes Jahr wird es mehr“, berichtet Gerd Guntermann. Besonders am Freitag, wenn Busse voller Kegelclubs auf dem Weg nach Willingen und Wintersportbegeisterte auf dem Weg nach Winterberg sind.

Das Arbeitsplatzangebot ist gut. Mehr als 300 Arbeitsplätze in Handwerk und Industrie stehen zur Verfügung. Allein Pieper Holz bietet 120 Menschen Arbeit. Und die Stahlkonstruktionen der Assinghäuser Firma Essfeld stehen an den unterschiedlichsten Orten auf der Welt.

Zukunftspläne

Ortsvorsteher Ingo Hanfland wünscht sich noch einiges für die Zukunft. Da das Dorf am Ruhrtalradweg liegt, würde er den Bikern gern eine E-Bike-Ladestation und die Möglichkeit zur Rast und Einkehr bieten. Außerdem WiFi zentral im Ort.